neu Seiten und zwar nicht gerade von unglaubwürdigen, die Nachricht mitgetheilt, daß Seitens der französischen Regierung sogar der Versuch gemacht worden sei, in die Zollvereinsangele, heit, also in eine rein deutsche sich einzumischen und an süddeutschen Höfen ihr Bedenken äußern zu lassen über die Art der Reorganisation des Zollvereins und der Verfassung, welche derselbe durch das Hinzutreten eines Zollparlaments erhalten hat. Französische Organe selbst haben schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, wie unberechtigt, unklug und dem eigenen Interesse Frankreichs im Wege stehend es sei, über die Reorganisation des Zollvereins irgend Klage zu führen; so besonders die „Kevue Contemporaine“, welche eingehend ausführt, daß keine Gefahr für Frankreich in dem neuen Zollverein zu erkennen sei. Sollte also der Kaiser Napoleon den Versuch machen wollen, sich in die politischen Schritte der preußischen Regierung einzumischen oder eine Controls über dieselben führen zu wollen, so müßte dies in seiner Consequenz dahin führen, die durch den Londoner Vertrag wiederhergestellten und neuerdings erst noch von den fran- zösischen Regierungs organen ausdrücklich betonten freund - nachbarlichen Beziehungen zwischen Preußen und Frankreich zu compromittiren. Solche französische Einmischungsversuche bringen auf die Vermuthung als sei das Tuilerien-Cabinet noch in der jetzt durch die Umgestaltung der Machtverhältnisse zum Aberglauben gewordenen Tradition vom europäischen Schiedsrichter-Amt befangen, und es ist zu hoffen, daß eine ernste Ab- lehnvng der französischen Ermahnungen genügen werde, uml Wiederholungen vorzubeugen. Die besonnene Haltung des oster- reichischen Cabinets zu der dänisch-preußischen Frage im Beson- deren, wie im Allgemeinen in seinen Beziehungen zu Preußen bestärkt uns wesentlich in dieser Hoffnung und läßt sie fast zur