tngsrccyt vis zum

October 1867 schon, um die preußische Wehrversassung in den neuen Provinzen durchzusühren; und in den neuen Provinzen hosste man von bit-fern Zwischenzustande die rasche Einsührung mancher Ncsorm, wie des Zunftlvesens, Jagdrechts rc. Die Negierung versprach zugleich, nur dringende oder in den neuen Provinzen selbst allgemein gewünschte Gesetze zu erlassen. Es wäre von Seiten der Volksvertretung freilich vorsichtiger gewesen, für solches Versprechen in den Gesetzes-Para- graphcn selber eine Bürgschaft aufzustellen. Der Abg. Lüwe-Calbe batte auch ein dahin zielendes bekanntes Amendement eingebracht; aber das Haus, das damals die jetzige Erfahrung noch nicht gemacht hatte und zugleich im entscheidenden Augenblicke sich der etwa früher gemachten ähnlichen Erfahrungen nicht erinnerte, lehnte das Amendement als unnöthig ab. Es war das ein schwerer Fehler. Jndeß hat ihn nicht die Mehrheit der Fortschritts-Partei eben so gut gemacht, wie die jetzt darum angefeindetenNationalen"? Hat nicht gerade Herr Wal­deck bei dieser Gelegenheit im Hause eine hervorragende Rede gehalten, in welcher er nachdrücklicher als irgend ein anderer Abgeordneter das Gesetz empfahl? Weßhalb verschweigt die demokratische Wahlagitation diese Thatsache?

Die so vom Landtage übereilter Weise unumschränkt bewilligte dictatorische Gesetzgebung hielt sich zunächst, bis vor wenigen Wochen, innerhalb den stillschweigend vorausgesetzten freiwilligen Schranken und erregte auch abgesehen von den Vorfällen bei einigen Re- cruten - Aushcbuugsgcschäften in welfischen Kreisen Hannovers nir­gends Widerspruch in den neuen Provinzen, am wenigsten in der libe­ralen Presse derselben. Da kommt nun aber seit einigen Wochen plötz­lich dieserGesctzgebungs-Wolkenbruch"! Derselbe brachte freilich auch die Steuergcsetze. Allein gerade über diese, d. h. über die alsbal­dige Durchführung einer wesentlichen Stenergleichheit in ganz Preu­ßen, erhob sich in dernationalen" Presse der neu erworbenen Provin­zen keine lebhaftere Klage. Vielmehr wurden bezüglich ihrer, so viel uns zu Gesicht gekommen, nur einzelne Ueberstürzungen in dem admi­nistrativen Theile, in der Gesetzes-Ausführung beklagt, namentlich jenes Allesbesserwissen" der altpreuhischen Bureaukratie, womit entgegen dem Nathe vieler mit beit Verhältnissen Vertrauter die neue Steuer­veranlagung geschah. In der durchaus national gesinnten Stadt Hil- deSheim z. B. ist die Mißstimmung über die Veranlagung zu offenem Aus­druck in den städtischen Collegien gekommen. Das jährliche Mehr, wel­ches diese Stadt von 18,000 Einwohnern ohne besondere Wohlhaben­heit an Steuern zahlen soll, betrage 12,000 Thlr.; die Gebäudesteuer sei um ü5 Procent erhöht. Die fast eben so bevölkerte Stadt Osna­brück, die aber in viel größerem Aufschwünge ist, zahle ganz erheblich weniger. In wie fern diese Klagen ganz gerecht sind, können wir nicht wissen; jedenfalls bestreiten sie nicht die natürliche Kompetenz der dicta- torischen Steuer-Gesetzgebung selbst, für welche allerdings viele und praktische Gründe sprechen. Die Gleichheit der Steuern sollte, meint tnan, gesetzlich eingeführt, die Umlage und Einschätzung aber mittels milder Anfänge und Uebergänge und vor Allem unter Zuziehung orts- und geschäftskundiger Vertrauensmänner bewirkt worden sein. Die eigentliche Klage, zumal in dernationalen" Presse, betrifft dagegen alsbald nachfolgende andere, unnöthige Gleichmachereien, namentlich: die Octroyirnngen des Justiz-Ministeriums und insbesondere den Untsiurz der ganzen kurhessischen Rechts-Gesetzgebung und Justiz-Orga­nisation mit, wie behauptet wird, zugleich tendentiöser Behandlung des Richter-Personals. Den letzten Punct, die Personal-Frage, lassen wir dahin gestellt; aber jedenfalls Jahre lang und noch heute ertrügt das alte Preußen den französischen neben dem landrechtlichen Civil- und Straf-Procef; innerhalb seiner staatlichen Einheit, weßhalb denn mußte in Kurhessen ein von Niemandem gewünschtes, von Allen jetzt

beklagtes neues Proceß-Versahren sowohl für das Civilrccht wie das Strafrecht plötzlich octroyirt werden?War es wirklich nothwendig, acht Wochen vor dem Zusammentritte des gesetzgebenden Körpers im Wege königlicher Verordnung derartige, die Verhältnisse eines jeden Bürgers dieser Landcstheile ändernde Gesetze zu erlassen? Hat die Negierung wohl Veranlassung, von der Trefflichkeit aller der in Rede stehenden Gesetze so überzeugt zu sein, daß es ihr unmöglich war, mit deren Einführung zu warten, bis sie die Volksvertretung darüber gehört? Ist denn überhaupt die Vorzüglichkeit der preußischen Strafrechtspflege auch in ihrem jetzigen Wirkungskreise so allgemein anerkannt, daß man mit ihrer Einführung in die Provinzen nicht hätte zwei bis drei Monate warten können?" Von den besten Autoritäten im alten Preußen selbst werden alle diese Fragen verneint. In Kurhessen ist die ganze Bevöl­kerung, und gerade die gebildetsten und preußenfreundlichsten Classen am meisten, über solches Verfahren aufs tiefste betrübt und entrüstet. Ist das nun ehrliche Kriegsführung, wenn die Provincial-Correspondenz bloß von der Nothwendigkeit der Steuer-Ausgleichung spricht und ihre Leser glauben macht, daß es in den neuen Provinzen und bei den Klagen dernationalen Partei" nur um diese sich handle?

Die Octroyirnngen des Justiz-Ministeriums sind der hauptsächlichste ui d wichtigste Klagegrund, doch allerdings nicht der einzige. So be.lagt man sich in Kurhessen z. B. auch noch über das octroyirte V er-

München, 27. Juli. Gemäß Allerhöchster Anordnung wird die Leiche Sr. Maj. Königs Otto von Griechenland von Bamberg hieher gebracht und in einer der k. Grüfte beigesetzt werden. Die k. Theater bleiben von heute an bis aus Weiteres geschlossen. (Bayer. Z.)

Frankreich.

* Paris, 29. Juli. Die zur Beruhigung der Geschäftsleute heute im Moniteur veröffentlichte Erklärung, daß die französische Regierung in keinem gespannten Verhältnisse zum Auslande stehe und keine Kriegsrüstungen betreibe, ist bereits telegraphisch [f. das Erste Blatt der gestrigen Nummerff mitgetheilt und bis auf wenige unwesentliche Satzwendungcn richtig wiedergegcben worden. Wir erwähnen der Ge­wissenhaftigkeit wegen, daß der Eingang lautet:Verschiedene Organe der französischen oder fremden Presse sorZrmes cke 1a presse, nicht Prussej; sodann daß, wo von den Lagern die Rede ist, ausdrücklich von derOstgränze" geredet unb versichert wird, es werdeweder im Innern, noch an den Gränzen des Reiches irgend ein neues Lager geschaffen werden". Die France bemerkt zu der Note, der feste und kategorische Ton derselben werde das Publicumsrappiren", aber wenn auch zu wünschen sei, daß die Gemüther sich nun beruhigten, so könne doch nicht behauptet werden, daß die Note diese Wirkung vollständig thun werde, denn daztt sei es nöthig, daß auchdas berliner Cabinet den so loyalen Intentionen des Tuilerieen - Cabinets entspreche, und daß der Preußische Staats-Anzeiger sich eben so unumwunden erkläre, wie der französische Moniteur". Nicht Frankreich sei es, das den Frieden Europa'» gefährde, sondern Preußen; denn diese Macht wolle sich ja nicht an den vollbrachten Thatsachen (denen man hätte Vorbeugen können, die aber gewaltsam wieder stürzen zu wollen Unsinn wäre") Lenügen las­sen, sondern strebe über die Mainlinie immer weiter nach Süden. Frankreich respectirt in Deutschland selbst das, was es bedauert; es ist durchaus entschlossen, sich in die inneren Angelegenheiten eines Nach­barvolkes nicht cinzumischen; es hat, ohne Einrede zu thun, gewaltsame Annexionen, Verlegungen der Militärkräfte aus einem Gebiete in das andere, Militär- und Zollverbände ruhig vor sich gehen lassen. Aber einen Punct gibt es, wo sein Entschluß unbeugsam ist und sein Han­deln eine Nothwendigkeit wird, nämlich den, wo die Sicherheit seiner Gränze bedroht wäre. Preußen, die Stelle Baierns einnehmend, bis Landau vorrückend, sich im Großherzogthum Baden festsetzend und aus der ganzen Ausdehnung unserer Gränze mit dem ganzen Gewichte einer gewaltsam angriffsbereiten Militärdictatur lastend das wird die französische Politik nimmermehr hinnehmen, wenn sie nicht hinfällig werden will. So will Frankreich den Frieden. Alle Eroberungsplane, die man uns unterschiebt, sind vom Moniteur heute dementirt. Preußen muß jetzt eben so loyal sein, wie Frankreich, und rund heraus erklären, daß es keine Eroberungen mehr zu machen hat." Das sind alles Redens­arten. Frankreich wird sich hüten, sich in Deutschlands friedliches Eini­gungswerk zu mengen. Von dieser Seite ist der Friede nicht bedroht.

Die Kaiserin ist in vergangener Nacht hier wieder eingetroffen. Der König von Schweden trifft, wie der Moniteur meldet, von Vichy am nächsten Freitag in Paris ein, um hier einige Zeit zu verweilen. Der König von Portugal verläßt Paris am 5. August und nimmt seinen Heimweg über Bordeaux, wo ihm zu Ehren der Präsect große Fest­lichkeiten veranstaltet, und über Madrid.

Der Staats-Minister Rouher tritt morgen seine Badereise nach Karlsbad an; der Justiz- und Cultus-Minister Baroche ist bereits nach Aix les Bains in Savoyen abgereist. Ersterer kehrt erst Ende August, letzterer noch vor dem 15. k. Mts. zurück.

Fürst Michael von Serbien wird morgen hier eintreffen. Der tür­kische Botschafter am hiesigen Hofe, Djemil Pascha, ist von Coblenz, bis wohin er seinen Souverain begleitet, über Aachen Und Belgien hieher zurückgekehrt.

6Z Paris, 29. Juli. Das Opiat, welches der Moniteur heute Geschäftsleuten, Badereisenden und Jagdliebhabern mit auf den Weg gibt, läßt an Deutlichkeit sicher nichts zu wünschen übrig, und dennoch j gibt es Hasenfüße, die sich daraus ein Anlehen zurechtstutzen. Man war hier so lange Jahre daran gewöhnt, in osficiellen, ofsiciösen und scheinbar unabhängigen Blättern zwischen den Zeilen lesen zu müssen, daß die Mehrzahl, der einfachen, ungeschminkten Wahrheit gegenüber, und mit ihr haben wir cs diesmal zu thun, jegliche Gradmessung verliert und vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht. Von franzö­sischer Seite wird übrigens die gemeinsame Angabe der berlinerBlätter, betreffend die angebliche Note Moustrer's, die, ich wiederhole es, ein­fach auf ziemlich allgemein gehaltene Instructionen an Herrn Lefebre de Behaine, ersten französischen Botschasts-Secretär in Berlin, zurück­zuführen ist, einfach als ein ministerielles Manöver zur Beeinflussung der Reichstagswahlen angesehen. Und man ist hier vielleicht um so berechtigter zu dieser Ansicht, als man. in Frankreich sich wohl bewußt ist, zu Zeiten ähnlicher Aushülfsmittel sich bedient zu haben. Gerade die bevorstehenden Generalrathswahlen sollten nicht durch kriegerische Gerüchte in regierungsfeindlicher Weise ausgebeutet werden können. So sehr sich nun auch die Opposition bemüht, diesmal diesen Wahlen einen politischen Hintergrund zu geben in Dijon namentlich steht

Dromemoria. Wie die demokratische Partei in Preußen sich,zu der Frlme der Militärorganijation und steter Kriegsbereitschaft, die, jetzt -in Europa an der Tagesordnung ist, verhält, ist ans ihrem langjährigen Kampfe für Abkürzung der Dienstzeit und Aufrechterhaltung des Landwehr- Systems bekannt. Die' von den verschiedenen in Paris aufgetretenen Liguen für Erhaltung des Friedens und allgemeine Entwaffnung eingeleitete Agitation hat daher unsere ganze Sympathie, und wir können uns für die dabei ans- gesvrochenen Grundsätze fast ohne Ausnahme erklären. Nichts desto weniger legt uns die besondere Lage unseres Vaterlandes in Bezug aus die Betheilignng an diesen Demonstrationen die größte Zurückhaltung auf. Darüber täuscht sich nämlich bei uns kein Mensch, und die Mittheilimgen zuverlässiger Fremtde stimmen darin überein, daß ivir dem Migrisse Frankreichs' in naher Zeit ausgesetzt sind, weil der französische Cäsarismus in der Eini­gung unseres Vaterlandes eine Einbuße an dem von ihm prätendirten und dem srauzösischen Volke als nationale Bestimmung gepredigten europäischen Prestige erblickt. Wir sollen uns nur mit seiner Erlaubnis; constituiren und, gleich den Italienern, einen Preis dafür zahlen, dessen Forderung die bisherigen Ereignisse höchstens vertagt haben. Wir kennen die Rüstun­gen, die mit so großer Energie betrieben werden, sehr Put; ivir sehen, wie die französische Presse alle möglichen Fragen aufsucht, welche je nach Um­standen der französischen Regierung als paffende Handhaben dienen können, mit die gewünschten Verwicklungen herbeizuführen. Nun sind wir Deutschen das friedlichste aller Cnlturvölker, das auch jüitgst nur in schweren inneren Wirren, nicht gegen das Ausland, zur Wasfenentscheidnng gedrängt wurde. An eine Vergewaltigung unserer Nachbarn denkt Niemand, und rvas fran­zösische Politiker und Journalisten von Gefahren faseln, denen Frankreich durch unsere politische Constitnirung ausgesetzt sein soll, das glauben sie selbst nicht. So weit ist indessen der nationale Geist bei uns erstarkt, daß wir die Einmischung des Auslandes in unsere inneren Altgelegenheiten unter keiner Bedingung dulden. Eine eittsetzliche Geschichte Jahrhunderte langer Zerrissenheit, Ohnmacht und Schmach liegt mahnend vor unseren Blicken. Seit den furchtbaren Rekigionskämpsett des sechszehnten und fiebe-n- zehntcn Jahrhunderts bis zu den blutigen Feldzügen des ersten Kaiser­reiches sittd fast alle großen europäischen Kriege in unseren Grüttzett und auf unsere Kosten ausgefochten worden unb haben unser Vaterland zur Wüste geutacht. Ein Stück Landes nach dem anderen hat mau vom deutschen Reichskörper gerissen, Deutschland war das allgemeine Ent­schädigungs-Object der kriegführenden Theile, aus dem tnan die Abfiit- duugett des Siegers wie der Besiegten bestimmte. Dies soll unb muß ein Ende haben für alle Zeit! Wie sehr wir auch in der Gestaltung unserer inneren Zustände durch ben Krieg gehemmt werden, wie sehr gerade die demokratische Partei in ihrem Kampfe um die volle Freiheit und das gleiche Recht für alle, in ihren Strebungen für die Principien humaner bürgerlicher und wirthschastlicher Entwicklung dadurch, zurückgedrüngt ivird dem Auslande gegenüber, das frivoler Weise in unsere innere Gestaltung emzugreisen versttchk mtd damit unsere staatliche Existenz bedroht, stehen wir Alle wie ein Mann, solche Anmaßung zurückztiweisen. Eine politische Partei, die auch Mir den «chein aus sich lüde, hier zu säumen und sich zu bedenken, wäre verloren für immer. Und darin liegt eben der himmel- weit! Unterschied der Stellung der Parteien in Frankreich und bei uns. Niemand in ganz Ettropa denkt daran, Frankreich anzugreifen und sich in dessen innere Altgelegenheiten zu mischen. Wenn daher aufgeklärte Patrio ten Ihres Laitdes zur Verbreitung richtiger Anschauungen über den Frie­den, als unerläßliche Bedingung alles menschlichen Wohlergehens und Fortschritts, zusainmentreten, um durch Kuudgebnttg ihrer Ansichten am den öffentlichen Geist zu wirken, so ist dies nirgends so sehr, wie in Frankreich am Platze, als dem Lande, welches, selbst von keiner Seite be droht, bis zu diesem Augenblicke das entscheidende Wort im Weltreiche für sich in Anspruch nimmt und von dem allein ein aggressives Vorgehen ge gen seine Nachbarn Bchufs der Einntischung in unsere inneren Angelegen­heiten zu befürchten steht. Wie anders bei uns! Uns gelten die französi­schen Rüstungen, wir sind das nächste Object der französischen Action nach außen. Ein schwerer Kampf um unsere staatliche Selbständigkeit steht vor uns. Denn wie sehr wir auch von dein Ernste der Friedensagitation überzeugt sind, welche gleichzeitig sowohl von Jhnett wie von anderen Kreisen in Ihrem Lande ansgrht; wie sehr wir derselben Erfolg wün­schen und sie unsererseits atts allen Kräften zu fördern haben, daß sie bei der nächsten Entscheidung aus die Haltung Ihrer Regierurtg noch keinerlei Einfluß üben werde, ist gewiß. Nun denken Sie Sich die Lage derjenigen deutschen Politiker, welche mit Ihnen gemeinsam in jenen Congressen und Liguen, welche wesentlich von Frankreich ansgehen und dort ihren Hauptsitz haben, zur Einstellung der Rüsttmgen uttd zur Entwaffnung iin Allgemei­nen und ihre eigenen Regieruttgen insbesondere öffentlich aufgefordert ha­ben. Würde nicht in dem Augenblicke, wo Seitens Frankreichs der An­griff auf utts erfolgt, das allgemeine Verdick:daß sie in Gemeinschaft mit detit Feinde versucht haben, das Land wehrlos zu machen", gegen sie ergehen? Mindestens würden sie als gröblich dupirt vom Auslände da­stehen und wären discreditirt für immer. Gehett tvir daher, bis sich die Situation geklärt hat, Jeder zunächst in seinem Vaterlande an die Arbeiten des Friedens und für den Frieden! Das gemeinschaftliche Auftreteri för­dert in diesem Augeitblicke die gemeinsame Ausgabe nicht. Die Kammern und Parlamente vor Allem sind die Stätten, wo sich die Stimmen aller entschiedenen Freunde der Freiheit und des Friedens vott denen bei civilisirten Völkern Keines ohne das Andere aus die Dauer bestehen kann hören lassen müssen. Hier gilt es, den Haß, das Mißtrauen der Völker gegeneinander, ihre nationale Eitelkeit, den Ehrgeiz und die Machtsucht zu bekämpfen und große gemeinsame Culturziele ihnen vor die Augen zu stel­len, denen sie in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte zuzuwenden haben. Am sichersten gelangt man dazu, indem man sich müht, Institutionen in das Leben zu rufen, welche in der Förderung der Volksbildung und in der Scmction der Volksrechte im Innern zugleich die gegenseitige Rechtsachiung in die internationalen Beziehungen emsühren, durch Anerkennung des

Spanische Pass. 2!. j JllinoissCisenb.) 76%. |

Course beim Aorsenschluß stetig.

London, 29. Juli. ... . ^

Heintischer Weizen blieb heute größtentheils tittvcrkatist, m fremdem fanden nur DctatlgesKäfte zu leüten Montagspreisen Statt. Die Stimmung war matt. Mahlgerste 6 P. höher. Russischer Hafer 6 P. niedriger, bei größeren Zufuhren. Schwimmende Reißladungen gefragt. Wetter: schön.

«mtbos?. 29. ftsuli.

Die heutigen Preise sind: bis 4 S. iu P-, Schweine

Hornvieh 4 S. 3'S. bis 4 S.,

Auslande ivaren wie gewöhnlich.

4 P. bis 5 S., Schafe 4 S. 4 P per 8 Lst.

Hüll, 29. Juli.

Leinöl matter, Geschäft ruhig, loco 38, Juli 38 B., Aug.-Dec. 37 G. Southampton, 29. Juli.

Der bremer Dampfer Northern Light, von New-Iork komntend, ist heute hier eittgetroffen. _ 9

Hmrdels-NachrLchtem

Berlin, 29. Juli.

44% Fr. St.-Aul. - bz. 5% St.-A. 1859 1024 bz. 44% 54 55A. 57 97 bz. St.-A. 1859 97 bz.

(Nach dem Coursbericht.) Preußische Fond-

44% St.-A. 1856 97 bz.

* 1864 97 bz.

4% 59/52 89^ bz.

lß53 89Zbz. .

Prenß. und ausländ. Bank-Actien uns Fonds. Preuß.Bank-Ant. 146, G. Geraer Bank-A. 101 B. Italienische Rente 494 G.

. St.-A. 1862 % Staats-Sch. Prm.-A. 5o

893 bz. 834 bz. 119 bz.

Nheiit.u.westf.Ntbr. 921 B.

Braunschw. Bank 914 G. Dannstädter Bank 764 B. Disc.-Coinmdt.-A.100L bz.

In- und ausländ, Aachm-Mastrichter 32 G. Altona-Kiel, neue 125 bz. Amsterd.-Rotterd. 96 bz.

Berg.-Märkische 1381 bz. Berun-Anhalter 214 G. Berlin-Hamburg. 156 bz. Berl.-Ptsd.-Mgd. 210 G. Berlin-Stettin 1354 bz.

Weitnarer Bank Oesterr. 5% Di et. 5% Nation.-Attl.

87 G. Kurhessische Loose 521B. 444 bz. Bad. 35-Fl.-Loose 291G.

531 bz. Amen 1882 St.-A. 764 bz.

Köln-Mudener 1354 bz Ludtv.-Berbacher 147 G. Magdeb.-Halberst. 180 B. Mainz-Ludwigsh. 118 bz. Mecklenburger 72 bz. Nordbahn-Actien 89 bz.

Rheinische E.-A. 1111 bz.

Prior.-St. G. Nhein-Nahebahn 27 bz. Südost.Stsb.(Lb.) 971 bz. Thüringer St.-A. 1274 G. Wilh.(Cos.-Odbgr).584 bz.

In- und ausländische Eisenbahn-Prior.-Actien.

Aach.-Düsseld. 4% G.

- 4% II.®.- bz. 44% m.®. B.

Aach.-Mastr. 44% 68 G.

5% bz.

Berg.-Mrk. 44% bz. II. S. - G.

- 34% III. S. 76 B.

* B. 76 B. 44 % IV. S. 94 B. V.S.904bz.

do. (düss.-elberf.) 8^ bz. (dortm.-soest.) 83 B. II. S. G.

Köl>t-Mind. 440 % bz. 5% II. E. 101193.

- bz.

bz. 931 bz. 81 bz. 80 G. 90 B.

» 4% II. E.

, III. E.

44% ui. e.

4% IV.®.

'? V- (§.

'L>chlesivlger 44%

v .. . 2 /o i,

Jnduzirre-Actien. Berl. Handelsges. 102 bz. > Magdeb. F.-B. Darmst-Zettelbank 941B. / Stettiner

Genfer Credit 26 G.' Aach.Nückvcrf.-A. 550 B 'Dresd. 135 B.

Oest.-Franz. 3% 244 93. Oe,t.-Südl. 3 % 2134 bj. Rhein. 4% priv. bz. » 34% gar. 77 G.

44%IIl. E. 924 bz.

- v.E^(-24bz.

onrant. 964 bz.

Rhein-Nahe 44% 93 bz. Nuhrort-Cref. 44% B. 4% II.©. - 65 .

44%in.©.- G.

vz.

Luxemburg. Bank 84 23. Oesterreich. Credit 701 bz. Aach.-M.F.-Vers.l60v G. Colonia 1620B. ;

Elbcrfelder,, 610 93,

Köln. 96 G,

Magdeb. 132 B.

Köln.Hagelvs.-A. 105 G.

Union, Alla. D. 109 B. lAgrippina-Actieit 130 B.

Die Börse eröffnete in fester Haltung und mit theilweise besseren Cotm'en' es trafen aber im Laufe des Geschäftes zahlreiche Verkauf-Ordres ein, welche wieder einet: Rückgang herbeiführten. Einige SpeculatimtS-Effecteit, namentlich Eisenbahn-Actieit, stellten sich besser, Fonds und Prioritäten größtenicheilS

790 b-. 1 DreSd.Allg.B.-G. 23V G. 1/24 23.1 Concordia(i.Köln) 400 93. Minerva, Äergw. 31 93. Phönix, Sit. A. 100 bz. Hörd. Hütte,wer. 1074 93. De ff. Gas-Actien 150 93. Prenß. Ht)p.-Bers. 109 93.

»(Sevtific. 101 iBielefld.Spinn.-A.125

25 93.

Silber in Barren und Sorten per Ä!, fein 93ankpreis 29 S4 25 Sac. Wien kurz M/s bz., lang 78^ bz.

Frankfurt, 29. Juli. Die wiederholten Beruhigungsartikel des Moniteur setzten d:c Börse in be,sere Stintmung, tvelche sich zunächst in den Speculations- papieren äußerte, während alle zu Anlagen diettende Effecten ztrrückblieben und noch mehr angeboten als bisher waren. Das Privatpublicum scheint ntithin noch unter dem Eindruck der Besorgnisse zu stehen, welche sich während der leb­ten Tage verbreitet hatten. Der Umsatz mar bedeutend, und die Tendenz iin Allgemeinen fest. Auf ben Cours der L>peculationspapiere wirkte außerdem der Bedarf für die bevorstehetrde Liquidation güitstig ein. Natiottal hVio be; 69 3 /- 1 /2 bez., Steuerfreie 45/ 8 -46 bez., engl. Metall. 59 G., Credit 1653/. Ba­dische 9 l/i bez., andere Süddeutsche osserirt. Berner 4V 2 % in Posten ;u 921'« bez. Staatsbahn 210^-212 bez., Ostbahn 113» 4 bez. Äicuh Frankfurter Bank zeigte sich Nachfrage zu höheren Course,:. Prioritäten flau, namentlich italie­nische, Livorneser 291/4 bez. Wechsel fest. London 1I9V«, Paris 943% Wien 923 . 21/2 Uhr: Credit 165%, Staatsbahn 212, Americaner,6%.(Effecten-Societät i 6 % Uhr Abends. Credit 1651 / 2 - 1/4 bez., 1860er Loose 693; 8 -5/ 8 -i/ 2 V, Steuerfreie 46%ß bez., Staatsbahn 212% bz., Amerikaner 76%8-%-3/' bz. '

* Rotterdam, 29. Juli. Weizen 18, Roggen 9, Hafer 6 Fl. per Last liöber Buchweizen aalt Fl. 2Go, Rapssaat 63-64 £ per Saft ' J ^ *

Lüttich, 29. Juli. (Per Telegramm.) Inländischer Weizen steigend, 40% ftr. per 103 Kilo, fremder Fr. per 100 Kilo. Roggen 28% Fr. Gerste Fr perM Kilo. Hafer Fr. 38-39 per 150 Kilo. Geschäft belebt. Wetter' Gewitterregetr

Midi-Actien 547.50. 6% americ. Anl. 82.

Paris, 29. Juli. (Kr Telegrmnm.) Rüböl behatiptet, per Juli Fr. 98 50 Aug.-Sept. Fr. 98.50, Sept.-Dec. Fr. 98.50, Jan.-April 1868 98.00. Hebl fest, 6 Diarien per Juli Fr. 75.00, Aug.-Sept. Fr. 75.00, Sept.-Dec Fr 71.50. Spiritus flau, per Juli Fr. 63.50, Aug.-Sept. Fr. 63.50, Äevt- Dec. Fr. 63.00. Rübenrohzucker unverändert, compt. Fr. 28.50.