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schäften vor, die seine Verdienste so sehr ehrte, daß sie ihm die Rumford'sche Medaille zuerkannte. — Samuel Clegg von Manchester hat nach Murdoch das größte Verdienst um die Gasbeleuchtung, und nach seinen Verbesserungen wird größtentheils noch jetzt verfahren; 1808 legte er der polytechnischen Gesellschaft in London seinen Plan, ein Manufacturgebäude zur Bereitung des Gaslichtes in dieser Stadt zu errichten, vör, und erhielt die silberne Denkmünze. Den ersten öffentlichen Beweis feiner Fähigkeiten legte er durch Einrichtung des Gasapparats ab, den unser Landsmann, der Kunsthändler Ackermann. im Strand in London errichten ließ. Dieser fiel fo gut aus, daß die Sache mehr Beifall und häufigere Nachahmer fand, ja man überzeugte sich nun so /ehr von der Nützlichkeit der Sache, daß sich Aktiengesellschaften verbanden, um sie in das Große zu betreiben , die auch von dem Parlamente genehmigt wurden. Die erste dieser Gesellschaften, die logenannte Westminfter-Gesellschaft in London, erwählte Samuel Clegg zu ihrem Werkmeister. Unter seiner Leitung wurde die erste Rvhrenleitung in den Straßen in London vorgenommen, und er brachte die Gasbeleuchtung auf den Stand, worauf sie jetzt noch steht. Neuerungssucht verleiteten mehrere Nachfolger an den Apparaten unbedeutende Abänderungen zu machen. 1816 machten die Gebrüder T. und P. Taylor in dem Journal of Sciences and arts die Gewinnung der brennbaren Luft aus Pflanzen und thierischem Oel bekannt. Sie haben schon mehrere Fabriken der Art in London errichtet, und ihre Leistungen haben allgemeinen Beifall. In demselben Jahr erleuchtete der Vorsteher des polytechnischen Institutes in Wien Prechtel auf kaiserlichen Befehl einige Straßen in Wien, und gab ein äußerst faßliches Werk über Gasbeleuchtung mit Steiukohlengas heraus. Durch diese Vorgänge aufgemuutert wurde nun in Dresden, Berlin, Leipzig, Hamburg, Hessen-Cassel, Coblenz, größere und kleinere Anlagen gemacht, meistens um Ma- nufacturgebäude, Gast- und Kaffeehäuser zu beleuchten. Vorzüglich verdienen die von Hrn. Christian Becker in Mannheim herrührende Anlagen, die mit besonderer Einsicht und Dauerhaftigkeit ausgeführt find, Erwähnung. Die erste Anlage machte er in einem Casseehause in Mannheim , die zweite weit bedeutendere führte er in Oberrad bei Frankfurt a. M. aus. Die Dritte Hauptanlage von ihm ist zu Seelbach bei Lahr im Breisgau bei Straßburg, wo eine große Baumwolleuzeug-Manufaktur nicht bloß erleuchtet, sondern auch durch Waf- serdämpfe erwärmt wird. Die polytechnische Gesellschaft in Frankfurt a. M. machte im Jahr 1819 einen Ver- M) mit Ctekükohlengas, und erleuchtete damit eiuigr Zeit ihr Local damals im Senkenbcrgifchen Stift. — In England wird nun seit 10 Jahren fast in jeder Stadt von einiger Bedeutung Gaslicht gebrannt, und in London brannten zu Ende 1819 bereits über 51,000 Gaslichter; die Länge aller Hauptröhrsn betrug in gra- der Richtung gemessen 188 englische Meilen oder 931.552 Fuß. Der Bestand der Gasbeleuchtung in London feit ihrer Erfindung laßt demnach auf ihre an
erkannte und erprobte Nützlichkeit schließen. In Frankfurt a. M. brannte im Sept. 1828 auf den Straßen und in den Hausern das erste aus Oel erzeugte Gaslicht. (Fortsetzung folgt.)
Chronik der Frankfurter Schaubühne.
Samstag den 15. Nov. Nehmt ein Exempr! dran, Lustspiel in 1 Act von Töpfer; — Fidelio, Oper in 2 Acten von Beethoven. Die kleine Bluette, welche heute als angenehme Zugabe der Oper voranging, behandelt zwar das uralte aus dem Paradies stammende Thema: — daß verbotene Frucht am besten schmeckt und man den Frauen (auch mitunter den Männern) nur etwas untersagen muß, wenn man gewiß sein will, daß sie es thun; — allein die Variation darüber ist artig genug, um, wenn sie gut executirt wird, das Publicum in muntre Laune zu versetzen. Ein eifersüchtiger (40jährlger!) Ehemann (Hr. Löwe) besorgt, seine Frau (Dem. Lindner)möge eine Herzensangelegenheit mit einem Andern haben, öffnet dem Oheim (Hr. Otto) sein Her; und beschwört Liesen, der Nichte zu befehlen, daß sie besagten Andern, wenn er sie besuchen wolle, nicht annehme. Der Oheim, der die Weiber kennt — der Mann von 40 Jahren hätte wohl auch Zeit gehabt, sie zu studiren, scheint aber schwerbegriffig gewesen zu sein und ist nun überdies verliebt und argwöhnisch, also blind — statt ihr den Anbeter zu verbieten, bindet ihr auf, der Mann untersage ihr — Taback zu rauchen. Die Frau ist so gutmüthig, dies Absurde zu glauben (sonst wäre das Lustspiel verloren), folgt ihrer Evanatur und thüt, nach einigen Bedenklichkeiten, die sie mit geschickter Sophistik entfernt, was ihr verboten war. Die Seltenheit, rin liebliches Frauenzimmer mit dem Ranchapparat beschäftigt, und zuletzt in der Action des Tabackdampfens zu sehen, erregt im Publikum Lachen und Applaus. Die theatralischen Mittel, diese Wirkung zu unterhalten, zu steigern, sind verständig benutzt. Der von dem Mann gefürchtete Dritte läßt sich melden, während die Eva dir Pfeife stopft, wird nicht angenommen, -lebt einr Karte ab, und diese dient als Fidibus. Der Gatte kommt, dir Dame versteckt die angebrannte Pfeife in einen Wandschrank, ein doppelsinniger rascher Dialog entspinut sich, wobei sie, ihre Sünde reuig gestehend, immer von dem Pfeifenkopf spricht, er den Nebenbuhler im Sinn hat. Daß hier der Schlagwitz nahe lag, kann Rirmandei; entgehen: er ist glücklich angebracht und fand lauten Beifall, besonders als Dem. Lin du er in ihrer Herzensangst beichtete, sie habe ihn (den Pfeifenkopf) iw den Schrank versteckt und nun Hr. Löwe wahrhaft löwenzornig diesen aufreißt und die köstlichen Bestand- theile der Damentoilette herauswirft, um den Verruchten zu finden, an dem er zum Arzt seiner Ehre werden will. Daß der Oheim mitten in dies Chaos tritt und das Wort des Räthsels- arisfpricht;. daß der Mann beschämt, die Frau liebreizend dasteht; daß die Bluette mit der au die Herren der Schöpfuug in Parterre usd Lsgerr