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eiu angemessenes Spiel und eine angenehme Stimme, nur keine eigentliche Tenor-, sondern mehr Baritonstimme, die kaum bis ins Fis geht. Die Höhe zu ersetzen, bedient er sich des Falsetö, das ihm jedoch so wenig mit der Bruststimme zu verbinden gelingt, daß sein Gesang immer etwas Zerrissenes hat. Mehrere für uns neue Stücke als: der beste Ton und Nehmt ein Exem- pel daran, von Töpfer, der Schleichhändler, von Raupach, Maria, Oper von Herold, gefielen allgemein, wie man denn auch in ihnen ein Zusammenspiel fand; die Stücke: F iorella, mit Musik von Auber, und Meister Martin der Kusu er, eins der schwächsten Producte von Holbein, das nur durch ein vortreffliches Arrangement und reiche Ausstattung wirken kann, welches beides hier fehlte, gefielen so wenig, daß sie nicht wiederholt wurden, wie man denn in ihnen wie überhaupt in größeren Stücken, als Löwe von Kurdistan und Hamlet ein Zusammeugreifeu und reges Leben vermißte. Hamlet war unter 44 Vorstellungen das einzige Trauerspiel, so wie außer diesem und Minna von Barnhelm etwas Klassisches im rezitirenden Schauspiele nicht erschien. Im Hamlet war uns Hr. Devrient in der Titelrolle neu. Eine so angenehme und stets willkommene Erscheinung Hr. Devrient im Fache der jugendlichen Liebhaber, auch hochkomischen Rollen, ist, so wenig konnte er doch dem Kenner in dieser allerdings schwierigen Rolle genügen. In den beiden ersten Akten, in denen wir den Hamlet schwermüthig und von seinem Mißgeschick niedergedrückt sehen, war er zu kräftig uud übernahm sich in Stimme und Geberde. Als Beleg dazu diene nur das Eine, daß er, als er den Geist erblickt, nicht wie Wolf und Mehrere in die Kniee sinkt, sondern ganz auf die Erde fallt. Im dritten Acte trat die Maske des Wahnsinns nicht klar genug hervor, so wie denn der wesentliche Bestandtheil dieser Rolle, der Humor, beinahe ganz fehlte. Ein sich oft wiederholendes Repertoir und eine Menge von Absetzungen, wie wir sie früher nie gehabt, schadeten der Kaffe, deren Ertrag den früheren Meßeinnahmen und den Erwartungen der Magdeburger Direction keinesweges entsprochen haben soll. Zm Ganzen war man jedoch mit dem Besuch der Magdeburger Gesellschaft wohl zufrieden und gewährte ihr die freundlichste Aufnahme. Jetzt steht das Theater wieder leer. Für den Winter hatte der Magistrat mit dem Aachner Director, Hrn. Bethmann, kon- trahirt, dessen Unternehmung jedoch im August nach kurzer Dauer zu Ende ging. Der Rath, der auf die Aachner Gesellschaft und die besonders mit derselben verbundene gute Oper gerechnet, wollte die ihm gegebene Eorr- cession wieder zurücknehmen, welches jedoch der sehr unbestimmt abgrfaßte Kontract nicht erlaubt, Hr. Brth- mann wird demnach mit einer Gesellschaft, die er hauptsächlich aus der Plock'schen, die in Altenburg, Weißenfels und Gera spielt, zusammengesetzt und mit andern Mitgliedern vermehrt hat, Anfang December hier begin
nen. Die Erwartungen von dieser Gesellschaft, die Hr. Bethmann nur schnell zusammenraffen konnte, sind nicht groß und man zweifelt, daß sie sich halten- könne. Was das weitere Schicksal der hiesigen Bühne betrifft, so scheint dieß nach langer Unbestimmtheit xost rot discrimina rerum endlich entschieden zu sein. Noch vor kurzem glaubte und hoffte man, daß Hofrath Küstner, sei eS für eigene Rechnung oder für einen Actienverein, daS Theater wieder übernehmen würde, entweder jedoch reiften diese Pläne nicht, oder, wie man sagt, lehnte Hr. Hofrath Küstner alle weitere Theilnahme ab. In Folge dessen und da kein anderer annehmbarer Unternehmer sich fand, auch das Begehren des Publikums nach dem Wiederbesitze eines guten Theaters immer lauter wurde, so entschloß sich der Rath, den schon früher von der Ge- neraldirection der Hoftheater in Dresden entworfenen Plan, auf den er jedoch damals nicht eingegangen war, nämlich Leipzig mit einem Hoftheater zu versehen, wieder in Anregung zu bringen und dem gemäß soll gegen Michaelis 1829, bis wohin wir noch darben müssen, für Rechnung des Hofes in Leipzig eine eigene Opern - und Schauspielergesellschaft aufgestellt werden. Auf den Vorschlag des Hrn. Kammerrath Grüner soll zu deren artistischem Vorstand und Regisseur unter unmittelbarer Aufsicht des Hrn. Intendanten von Lüttichau Hr. Genast gewählt worden sein, von deren beiderseitigen Bemühungen und Einsichten sonach das Gedeihen der künftigen Bühne abhängt. Diese Gesellschaft soll in Leipzig fortwährend bleiben, und sonach nicht ein Wechsel der Gesellschaften zwischen Dresden und Leipzig, wie er früher projectirt, statt haben, wohl aber sollen einzelne Schauspieler in Dresden und Leipzig wechseln. Die deßhalbi- gen Meinungen und Erwartungen sind bei dem vielköpfigen Publikum natürlich auch vielseitig und verschieden. Manche glauben, und wohl mit Grund, daß der Hof nur etwas Gutes und gewiß dem früheren Theater nicht Nachstehendes aufstellen wird, befürchten nur, daß dieß Hvftheater, welches seiner Natur nach und nach seinem Verhältniß zum Publikum stets mehr als eine der Stadt angehörende Privatunternehmung kostet, ohne Zuschuß nicht auskommen und bestehen werde, welches denn freilich nach drei Jahren, auf welche Zeit der Hof das Theater übernommen haben soll, das Ende dieses Theaters wieder herbeiführen würde. Andere glauben, daß das Hoftheater in Leipzig stets dem in Dresden nachstehen wird und wünschen, daß das städtische Leipziger Theater mit' einigen geringen Opfern von Seiten des Rathes und einer Unterstützung von Seiten der dazu bereitwilligen Bewohner erhalten worden wäre. Auf jeden Fall dürfte es nun mit dem eigenen stehenden Theater in Leipzig, mit so vielen und langjährigen Bemühungen errungen, für immer aus sein. Die Erfahrung wird ruhig und parteilos entscheiden, welche Meinung die richtigere ist.
— l.
& Vköfl wee'schs Bnchdruckerei At. X Nr. 14L großer Kommarkt.