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specifffches Gewicht, einige sind schwerer, andere leichter als die atmosphärische Luft, und der leichteste aller be­kannten Naturkvrper ist die brennbare Luft, daS Waffer­stoffgas. Cavendish entdeckte dieses 1781, als es ihm gelang, das Wasser zn zerlegen; er. machte seine Ent­deckung 1784 im 56ten Band der losopliical Trans- nctioas bekannt, und nannte dieses Gas'brennbare Suff. Er ha't den grösnen Tbeil der Eigenschaften desselben ausgemiltelt; fetue Versuche wurden von Priestley, Scheele, Seuebier und Volta wiederholt, welche zur genauen Kenutulß desselben wesentlich beitrugen. Von Kirwan wurde es Phlogiston genannt, und Girtanner, Prof, zu Güttingen, gab der brennbaren Luft den Namen Wasser­stoffgas, Hydrogene. Die Entdeckung von Cavendish gab um dieselbe Zeit Gelegenheit zur Erfindung der elek­trischen Lampe, der sogenannten Lichtmaschine, die neuer­dings von Doebereiner durch Erfindung der Platin­schwämmchen noch mehr vereinfacht wurde. Nun hatte man einen wissenschaftlichen Weg gefunden, brennbare Llift zu erzeugen, und von der Lichtmaschine bis zur Gasbeleuchtung war nur noch ein kleiner Weg zu machen.

Zn der Natur kommt das Wasserstoffgas nicht rein, wie man durch Zersetzung des Wassers bereitet, vor, sondern ist mit Kohlenstoff verbunden, heißt dann ge­kohltes Wafferstoffgas, gas hydrogene carbure, wqs sich auch bei Zersetzung der Steinkohle, des Holzes und der rhierifchen sowohl als der Pflanzenöle, überhaupt aller verbrennlicher Körper außer dem Schwefel und Phosphor, in verschlossenen Räumen bildet zur Beleuch­tung gebraucht wird und man jetzt mit dem einfachen Beiworte Gas bezeichnet. Es ist nur l / 3 leichter wie die atmosphärische Luft und wird deshalb schwere brenn­bare Luft genannt, da das reine Wafferstoffgas 13 mal leichter als die atmosphärische Luft ist. Das reine so wie das gekohlte Wasserstoffgas brennt ohne Rauch zu geben. Das gekohlte Wafferstoffgas spielt bei den Flammenansbrüchen der Vulkane, bei der Wasserzersez» zung im Großen eine Hauptrolle, wie die Luftoulcane in Sicilieu, der vou Terrapilata und der Macalubba bei Girgenti beweisen, die mit zischendem Geräusch gekohl- tes Wasserstoffgas ausstoßen, was man bei den Aus­brüchen anzünden kann. Der berühmte Naturforscher D. Gregorio Barnaba La Via hat einen Ausbruch des Luftvulcans von Terrapilata am 5. März 1823 um 5 Uhr 25 Minuten Nachmittags beobachtet. Als man eine Fackel an einen der zischenden Kegel brachte, erhöh sich sogleich eine azurblaue Flamme 5 Fuß hoch in die Luft, deren Höhersteigen der Abendwind verhinderte. Dolomieu und Breislak haben den Macalubba in Sici- lien beschriebe«. Es dringt ferner in den Bergöl- oder Naphthaquellen aus der Erde, und perlt ans dem Boden Verschiedener Bäche und Sümpfe als f. g. brennbare Sumpsluft bervor; in den Bergwerken, besonders den Steinkohlenbergwerken, war e« schon lange vorher unter dem Namen der bösen Wetter, des feurigen Schwaden gefürchtet,. und seine Detonation nannte man. Gewitter

unter der Erde; es bildet sich ferner bei der Fäulniß sowohl vegetabilischer als thierischer Körper in den Kloaken.

Die älteste Gasbeleuchtung, die vor dritthalbtaufend Jahren bereits brannte und noch brennt, den Vortherl hat, daß keine Fabrik sie zu erzeugen braucht, ist

Das heilige Feuer in Persien.

Pallas erzählt in feiner Reise davon folgendes: Die Gegend von Baku, dem Hanptorte eines Chanats der persischen Provinz Schirwan, mit einem Hafen an der Westseite des easpifchen Meeres, ist durch mehrere Naturwunder merkwürdig. In der Nähe dieses Ortes lag auf einem Berge das Pyräum, oder der Heerd des ewigen Feuers der Gebern, dieser Feuer anbetenden Ma­gier und Nachfolger des persischen Propheten Zoroaster, dessen Geburtsort C'his in dem Landstrich Adderbidjan (Fenerland) war. Das ewige Feuer brannte und brenur noch jetzt in einer 20 Klafter langen, 2 Klafter tiefen Grube, deren Grundfläche Felsen ist. Die Flamme lo­dert 3 Klafter hoch himmelanwärts, und wird hurch die Naphtha genährt, die reichlich aus der Erde quillt. Auch in einiger Entfernung von hier befinden sich mehrere Quellen, woraus man die Naphtha zu gewissen Zeiten schöpft. Diese verbreitet aber beim Brennen einen schwar­zen dichten Rauch und unangenehmen Geruch; das heilige Feuer hingegen gibt weder Rauch noch einen Geruch von sich, und dient den Gebern zum Kochen, zum Erwär­men und zur Erleuchtung. üm die letztere hervorzn- bitnsen, befefttgen sie in der Erde ein Schilfrohr mit >i* nem Lehm Überzüge, und halten ein brennendes Licht an das obere Ende desselben, dann entzündet sich das durch das Rohr aufsteigende Gas und brennt gleich einem Wachsstock. Mehrere Werste rund um das heilige Feuer her ist die Erde ganz mit Naphtha geschwängert. Ueberall, wo man ein Loch in den Boden macht, entzündet sich, wenn man Feuer nahe bringt, eine Flamme, die von selbst nicht erlischt.

Der brennende Berg in Persien

gehört ebenfalls hieher. 1758 entzündete der Blitz am Fuße des Berges Kargufch Kugischtan bei dem Flecken Sulpa in Persien eine Eiche, von welcher auch die Wurf zeln verbrannten. Dadurch fing der Berg selbst Feuer, brannte theilweise aus, und bekam mehrere Spalten und Risse, aus welchen seitdem beständig eine Hitze und ein feiner Dunst emporsteigt, der in den Sonnenstrahlen zittert.

In stürmischen dunkeln Nächten erscheint die Aus­strömung dieser Risse als röthliche Flamme, an welcher Pallas am 26. Mai 1770 trockene Birkenfpäne anzüu- dete, gleichwohk merkt mau auf dem ganzen Gebirge keinen Schwefelgeruch.

Man kann in den Berg tiefeingraben; jedoch kommt man bisweilen auf so heiße Steine, daß etwas auf sie gxgoffeaeö Wasser augerMcklich mit- einem Geräusch vcr-