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sanier. Man sieht zuweilen den Saub oder Pollen tief in d e Röhre desselben durch die feinsten Gefäße und Äderchen zum Fruchtboden hinabziehen. Die Narbe des Pistills ist zum Auffangen des feinen Pollens bestimmt und weislich vom Schöpfer dazu eingerichtet. Sie hat entweder einen Wald von Haaren, Borsten, Wolle, klebrigen Drüsen, oder einen schleimigen Saft, worin dieselben hangen bleiben.
Wie Mancher hat ein Rosen- oder anderes Blatt Ln die Hände genommen , und kennt noch nicht seine merkwürdige Bildung! Eine Menge Stahlfedern durchziehen die Adern und Rippen derselben, um sie elastisch zu machen. Wozu diese natürliche Elastik? —
Die Härchen an den Staubfäden der Tradescantia erscheinen durchs Mikroskop gleich den schönsten amethistenen Perlschnüren aus rundlichen Korallen gereiht.
Der Pollen einer Azalia ist dreieckig und jeder ist vermittelst eines Fädchens mit dem andern verbunden. Dasselbe erblickt man an der Nachtkerze (Ocnothei-a).
Der Pollen der großen Gartenmalve scheint dem Kammrade einer Uhr zu gleichen; der vom Mohne ist eliptisch; der der Lilie zugespit. Die Georgine oder Dahlia, wie fast alle Pflanzen dieser Klasse, hat runde höckerige Pollen.
Der Stachel einer Biene, Wespe oder Hummel wie deren Flügel sind fürs Mikroskop gleichfalls sehr schön.
Eben so findet man kleine Wasserkäfer und Wasserwanzen, deren Flügeldecken den schönsten Tieger - und Unzenfellen gleichen.
Die Flügel der Schmetterlinge endlich tragen Federn und Schuppen, welche von der verschiedensten Form, Farbe und Größe sind. Gleich Dachziegeln liegen die Stäubchen aufeinander, alle mit einem Stielchen befestigt. Sie erscheinen von der Größe einer Schreibfedcr, eines Dolches und eines Spatens.