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Zn demselben Tropfen Wasser findet man noch viele andere sehr merkwürdige Thiere, deren genaue Beschreibung mehrere Bände ausfüllen würde, dem Naturforscher aber ein weites Feld zu Untersuchungen öffnet.
Jedoch kann ich mich nicht erwehren, noch von einem Thiere zu sprechen, das in ftillftehendem Wasser lebt. Es iss wahrscheinlich die Nimpfe oder Larve einer Ephemere , welche mich beim ersten Blick so srappirte, daß ich mir nicht die Zeit nahm, sse weiter zu besehen, sondern in einem Sprung meinen Wirthen, den Professor Hrn. Dumoulin, rief, um meine Freude zu theilen. Dieses wunderbare Thierchen zeigt seine artigen Fühlfäden von 12 bis 20 Fuß Länge, und wenigstens aus 200 Gelenken bestehend. Der majestätische Kopf, die großen Kinnbacken und Zähne, die 2 schönen Augen, die durchscheinenden Beine, das Auf- und Absteigen des Blutes in den kleinen Adern und die lebenden Blutkügelchen; das Alles macht einen erstaunlichen Eindruck auf den Zuschauer. Dieses merkwürdige Thier hat 18 Schwimmflossenoder Ruder, 9 an jeder Seite, und'alle auf das wunderbarste gebildet. Man unterscheidet in seinem Innern den vollkommensten Mechanismus der Theile. Doch das seltsamste ist der Schwanz in Form einer dreizackigen Gabel, dessen Achnlichkeit man unter den Thieren vergebens sucht. Dieser Schwanz hat eine Länge von 12 bis 30 Fuß, nach Verschiedenheit der Größe und Stärke des Thiers. Der mittlere Schwanz ist von tausend Härchen gefiedert; die zwei zur Seite stehenden sind so schön gefärbt, wie die Prächtigsten afrikanischen Vogel.
Während ich dieses schrieb 29. Aug. d. I., brachte mir ein Naturfreund in Gegenwart dreier Personen eine aus Pilzen gezogene Fliege, welche mit Insekten wie gepflastert war. Die Fliege selbst konnte schon 8 Tage todt sein, und allem Vermuthen nach, auch diese Parasiten; Doch i fingen sie, die Sonnenwärme spürend, unter dem Mikroskop au zu