Von den Landleuten, dir oft zu Hunderten auf der Koppe sich einsinden, hatte der Apparat durch muthwilli- ges Betasten viel zu leiden, und den Isten September meldete der Coffetier Siebenhaar des Hospizes, daß der Wind, wahrscheinlich in Folge der vorhergegangenen Beschädigungen, die Inklinations-Fahnen, welche geflissentlich ganz leicht gearbeitet sind, abgerissen habe. Sie und der Windmesser haben daher wieder hierher geschickt werden müssen, um erstere wieder in Stand zu setzen, und Nn dem zweiten den Sperrkegel so einzurichten, daß er weniger in die Augen fallt, mithin nicht so leicht jedem Unbefugten als Spielwerk dienen kann.
Die Zusammensetzung und Aufstellung des Apparats im nächsten Frühling wird hoffentlich der Königl. Oberlehrer Herr End er in Hirschberg, seinem gegebenen Versprechen gemäß, gütigst übernehmen. Eine Dosen- Libelle hat Herr Pinzgec dem Coffetier Sicbenhaar zu diesem Zweck, als zu dem Apparat gehörig, übergeben.
Sehr verpflichtet ist die Section Sr. Excellenz dem Herrn Reichsgrafen von Schaffgotsch, der, nach Herrn Pinzgec's Bericht, zu der ersten Aufstellung dieses Apparats mit bekannter Freigebigkeit die nölhigen Arbeiter und Hüifsmittel gütigst hat stellen und verabreichen lassen.
Auch Herr Pinzger hat sich um dieses Unternehmen sehr verdient gemacht, indem er blos die bei dessen Ausführung gehabten Selbstkosten, welche 71 Thlr. 28 Sgr. 9 Pf, betragen, aber nichts für seine eigne Arbeit, Zeit- Versäumnisse und Reise-Ausgaben, in Rechnung gebracht hat.
Noch ist zu bemerken, daß bei Eingrabung der eichenen Säulen, zur Aufstellung obigen Apparats, unter den oberflächlichen, losen Gestein-Trümmern, eben so wie früher beim Einlegen der Endstangen des Blitzableiters nahe am Koppenhäuschen, bei 1 bis 3 Fuß Tiefe, ein lehmiger Boden gefunden wurde, dessen einzelne eingemischte kleine Fragmente von Glimmerschiefer seine Entstehung aus dieser Gebirgsmasse durch Einwirkung der Witterung bestätigen.
Was den Blitzableiter des Koppenhäuschens betrifft, so hat er, nach den Aussagen des Coffetier Siebenhaars, im vergangenen Jahr seinen Dienst mehrmals verrichtet. Da indeß einmal ein zwar nicht bedeutender Strahl durch das eiserne Rauchrohr in das Innere der Kapelle gefahren und von dem eisernen Ofen seitwärts durch die Mauer nach dex Erde gegangen, wie di- Spuren zeigen, ohne jedoch weitern Schaden anzurichten: so wurde, um alles mögliche Unglück zu verhüten, in Verathung gezogen, welche Verwahrungsmittel wohl noch cwzuwenden sevn dürften. Unter den hierzu von Herrn Pinzger gemachten Vorschlägen, soll der künftiges Jahr ausgeführt werden, daß von dem Bügel des kreisförmigen Ringes, welcher Über das äußere Ende deß Rauchrohrs weageht, neben
oder vor dem Rauchrohre, gleichlaufend mit diesem, eine Leitung zur Erde angebracht wird, damit dem Strahl, in der Gegend, wo durch daS stets erwärmte Rauchrohr ein Abspringen von der Leitung veranlaßt worden ist, sich eine nähere, und besonders eine mit der Erde in Berührung gebrachte Leitung darbiete. Zweckdienlich dürfte es auch seyn, wenn an dem eisernen Rauchrohr innerhalb dem Raum der Kapelle ein thönernes Rohr als Mittelstück eingesetzt werden könnte.
Für die Glaubhaftigkeit der vom Coffetier Siebenhaar gegebenen Nachricht, daß einmal der an der Ableitung heruntergefahrene Blitz viele von den Steinen fortgeschleudert habe, — womit die Stelle bedeckt worden, wo die Endstange in die Erde eingegraben ist, — führte Here Oberst v. Lebauld de NanS an, wie ein in ein Keller- Gewölbe zu Torgau eingeschlagener Blitz große Mauerstücke weit fvrtgeschleudert hat.
Herr Professor Franke »heim lieferte den 24- November das Resultat seiner Prüfung der mehrjährigen, vom Coffetier Siebrnhaar auf der Schnrekoppe angestell» ten und eingeschickten Witterungs-Beobachtungen, wonach sich dieselben als verlaßbar beweisen, und stellte die Ausschlüsse dar, die sich aus ihnen über die klimatischen Verhältnisse dieses erhabenen Punktes ergeben, deren Bekanntmachung dann erfolgen soll, wenn sie mit den ans mehrjährigen WitteruugS-Beobachtungen am Fuß des Riesengebirges gezogenen Folgerungen werden zusammerv gestellt werden können. Auch wurde auf den Antrag des Herrn Professors dem Coffetier Siebenhaar zur Anerker^ nung seiner verdienstlichen Mühwaltungen in dieser Angelegenheit ein Douceur bewilligt, das leider nach dem geringen Kaffenbestand der Section «ur 10 Thaler betragen konnte.
Herr Or. in. ©Sppert reichte ein Stück Kohken- schiefer aus der Gegend von Bautzen ein, auf dem außer andern bekannten Abdrücken sich ein höchst merkwürdiger, noch nicht bestimmter befindet, der am meisten einer sechS- blätterigen Blumenkrone gleicht.
Herr Oberst von Lebauld de Nans beschrieb den Berg« bohrer und das Verfahren, wie man mit ihm zu Sömmerda bei Erfurth bis zu einer Liese von 1800 Fuß, und zwar mit großem Erfolg, auf Salzquellen gebohrt hat. Diese Mittheilung war wegen den jetzt in mehren Ländern Nufkommenden so nützlichen artesischen Brunnen, zu deren Anlegung in Schlesien bis jetzt noch kein Versuch bekannt ist, sehr willkommen.
Herr Mechanikus Pinzger zeigte eine neue, an Astrolabien rc. zu benutzende, von ihm ersonnene, Verbesserung der Nußgewinde vor, die allgemeinen Beifall fand.
Den 8ten December referirte Herr Prof. Eh-, H irisch el, mit geschichtlichen und kritischen Bemerkungen begleitet, 1) die in per Isis bekannt gemachten Entdrk»