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Lungen Ehrenbeeg's üher Infusorien und ihre Organe. Die meisten Infusorien sind nicht Schleimklümpchen, sondern wohlorganisirte Thiere, und zwar gilt dies von Morias, Cyclidium, Enchelys, Vibrio, Kolpoda, Paramecium, Vorticella, Trichoda; in allen untersuchten Arten fand sich, daß sie nämlich wenigstens einen Mund und inneren Magen besten. Sie sind polyga- strica, und haben oft mehr als 50 Magensäcke, welche sie alle einzeln nach Willkür füllen und leeren können, wie man dies besonders leicht bei Koipoda cucullus und Cyclidium glaucoma sieht, wenn man Indigo, oder einen andern Farbestoff in den Tropfen thut. Man hat diese Magensäcke sonst für Eier gehalten. — Bei einigen der niedrigsten Infusorien ist ein Gebären eines netzförmigen, die Magensäcke umhüllenden Eierstockes beobachtet worden. Die Bacillacien-Formen haben gegen das Ende ihres Körpers auf beiden Seiten kleine Papillen, die ihnen als Füße zum Fortschreiten dienen. — Alle Brachionen, und eine ganze Gruppe der gewimperten (nicht roti- renden) Furkularien, haben 1 bis 12 Augen. Die Struktur der größeren, zusammengesetzteren Infusorien gleicht nicht der der Ascidien, sondern der Mund ist vorn und die Exkremente entleeren sich an der Schwanzwurzel oderhinten. — Die Gattungen Ecelissa, Sehr.-, Ri- nella, Urceolaria, Kerobalama und Craterina Bory, sind nur besondere Lebenszustände der gestielten Borticellen verschiedener Art.
2) Grant's Beobachtungen über die selbstständige Bewegung der Eier mehrerer Zoophyten. Ellis sah 1755 die-Eier der Campanularia dichotoma sich selbstständig bewegen, und bei ihrer Entwickelung schienen sie ihm unmittelbar junge Polypen zu seyn, welche die von ihrem Kopf ausgehenden Fangarme strahlig ausbreiteten. Allein die sich bewegenden Eier waren nicht die polypenähnlichen Körper selbst, sondern aus ihnen gefallen. Die polypenartigen Körper sind nur die Kapseln der Eier, haben durch die kleinen harten Spitzen an ihrem Ende blos das Ansehn eines Polypen, und sind unbeweglich. Um die Eier hingegen zeigt sich der eigenthümliche, vibrirende Gürtel, den man immer bei wimperigen Oberflächen bemerkt. Solche Wimpern hat Grant auch an den Eiern der Spongien und der Plumularia falcata bemerkt. Bei den Spongien ist aber die Bewegung der Wimpern, die auf den geringsten Reiz eines anstoßenden Körpers erfolgt, und wodurch sie Strömungen im Wasser bewirken und ihr Herumschwimmen beschleunigen, nicht mit Formänderung, wie bei der Plumularia und Gorgonia verrucosa, verbunden. Wenn sich diese Eier an der Oberfläche eines Gefäßes anfetzen, so werden sie platt und kreisförmig, und die innern dunkeln Theile erhalten ein strahliges Anfehn, so dafl sie als graue Sterne erscheinen, bei welchen die Zwischenräume der Strahlen mit einer durchsichtigen,
ungefärbten Materie, die jedoch sich hornartig zu verhärten scheint, angefüllt sind. Die graue Masse schwillt am Vereinigungspunkte der Strahlen an und erhebt sich senkrecht, umgeben von der hornigen, durchsichtigen Substanz. Auf solche Weise entwickelt sich der Stamm eines jungen Zoophyten, dessen Wurzel die zuerst gebildeten Strahlen sind; dann kommt der Stengel, bei dessen Erscheinen jedoch noch kein Polyp sichtbar ist. Die erste Bildung bei diesen Zoophyten sind folglich nicht die Polypen, sondern Wurzel und Stengel; jene folgen erst viel, spater, wie die Blatter und Blumen einer Pflanze.
Z) Quoy und Gaimard's Bemerkungen über die Polypen mit steinigen und biegsamen Stammen. In den Meandrinen nehmen die Thiere den Grund der Furchen ein, sind verschiedentlich gefärbt und bilden häutige Ausbreitungen über den Lamellen. Sie sondern sehr viel Schleim ab, so daß er bei Umkehrung des ganzen Stammes wie Eiweiß abfließt. Dies thun auch die Agaricien und Pavonien, deren Thierehen außerordentlich klein sind. Das Ausfließen von Schlesin. findet in noch höherem Grade bei den Madreporen statt, wenn die Stamme zerbrochen werden.
Die Mitteporen haben die Eigenschaft, daß ihre Polypen wie die Physalren und gewisse Meduse» nesseln. Nach , ihrer Berührung juckt die Haut unerträglich und röchet sich. Die Nosetten mehrerer lamellöser Gattungen stehen in keiner Verbindung unter sich; jede enthalt ihren eigenen Polypen. "Quoy und Gaimard erklären sich daher gegen Schweigger's Annahme der Gemeinsamkeit ihrer Stamme. Da aber bei den Meandrinen sehr oft die Furchen in einander übergehen und viele Thiere sich an ihren Rändern berühren, so bedarf es oft blos der Bewegung eines Einzelnen, um die Bewegung Allöc zu veranlassen, wonach die Annahme eines lebendigen Zusammenhanges, unnöthig wird.
Von den vom Herrn Baron v. Ko ttrv i tz in Nimptsch gemachten und eingeschickten interessanten Beobachtungen und Erfahrungen über Pflanzen-Kultur, die der botanischen und ökonomischen Section, als für ihr Forum gehörig, zu weiterer Bekanntmachung zugestellt worden, wird hier nur als bemerkenswerth angeführt, daß einige Gehölze der jungen Pflanzungen des Herrn Barons, namentlich Lonicera tatarica, Colutea arborescens, Ptelea trifoliata und Sambucus racemosa, schon den 13. December a. p. zu treiben angefangen haben.
Den 22. December zeigte Herr Prof. Frankenheim, nach einer Durchsicht aller seit. 1821 eingegangenen meteorologischen Tabellen, die Menge der Arbeiten, die mit ihnen vorzunehmen sind, um sie ihrer Bestimmung gemäß zu Folgerungen für die Witterungskunde zu benutzen, und die Nothwendigkeit einer Verbindung mehrerer Mitglieder zur Ausführung dieses Geschäfts an, indem er zugleich 2