von Oranien die Prinzessin Vikrorie heirathen und bemerkt, nur ein englischer Prinz werde der Gemahl dieser Prinzessin werden.
— Das in Gent Statt gefundene (und von uns gemeldete) Duell, wobei ein Lanzierofsizier geblieben, ist nach dem »Moniteur« Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung geworden.
Großbritannien.
In Irland scheint die Gahrung furchtbar zu seyn; so daß ein Rechtsgelehrtrr, Namens Foore, ein Greis von 70 Jahren, zu Neu-Roß auf einem Feldwege zu Tode gesteinigt wurde! Aber auch auf 3Der andern Seite welch ein furchtbares Gemälde stellt das Gefecht zu Ralh- cormac dar, wo um die Erhebung von ivcniger als 5 Pfund für Zehnten Srröme Blutes vergossen worden und 13 Menschen das Leben verloren und zwar in Gegenwart des Geistlichen, welcher N8 Schillinge von dieser elenden Summe zu fordern halte. Die Untersuchung dieser unftligcu Begebenheit harte beim Abgang der letzten Post schon 8 Tage gedauert, und noch waren nicht alle Zeugen auf der Seite der Bauern abgchört worden. Das Zeugmß der Wittwe, welche gepfändet werden sollte, und deren Sohn dabei das Leben verloren, ist wahrhaft herzzerreißend und muß im Lande selbst Millro- nen Herzen mit bitterem Ingrimm erfüllen. Nachdem das Schießen angefangen und sie mehre Personen fallen fah, rief sie händeringend den Geistlichen welcher mir dem Exekutivnözug gekommen war; in diesem Augenblick war ihr Sohn schon erschossen, ohne daß sie es noch wußte; der Geistliche aber, der auf ihr Geschrei hcrbnkam, mußte, wie sie versicherte, die Leiche desselben auf dem Wege zu rhr gesehen haben; dennoch hatte der Harle Mann auf ihr Flehen, dem Blutbade und der Zerstörung ihres Eigenthums ein Ende zu machen, kein anderes Wort für sie, als: Meinen Zehnten! ich geh nicht von der Stelle, bis ich meinen Zehnten habe! »Oh!« seufzte die Unglückliche im Gerichtshöfe, »mußte Hr. Ryder (so heißt nämlich der Geistliche) um der Kleinigkeit willen mir meinen Sohn erschlagen !«r Ohne Zweifel hatten die Bauern ungesetzlichen Widerstand gclerstet, und die Soldaten rhaten nicht mehr, als zur Seldstvertherdigung nothwendig war — aber ist ein Zustand nicht schrecklich, wo dergleichen geschehen muß, um das Ansehen der Gesetze zu behaupte», und - die Diener der Kirche Christi zu erhalten? Die irländischen Verwalter haben es nun in ihrer Macht, diesen Urbeln schnell ein Ende zu machen, und sie sind vor Gott und der Welt für jeden Blu.lLropfen verantwortlich, der noch in diesem unseligen Streite'vergossen w;rd; wenn auch diejenigen mit an "der Verantwortlichkeit Theil haben, die den natürlichen Widerwillen des Volkes gegen diese Abgaben zur Erhaltung einer fremden Kirche bis zur Raserei entstammt haben und noch entflammen. (Pr.St.Zrg.)
Portugal.
(Lissabon, 26 . Dec.) Die Sitzungen der außerordentlichen Kortts sind vertagt worden, und in der Rede, welche die junge Königin bei dieser Veranlassung adlas, wurde öen- selben ganz unumwunden der Vorwurf ausgesprochen, daß sie die wichtigsten Beralhungsgegenftä'ndc vernachlässigt halten; und die Hoffnung ausgedrückt, daß sie künftig mehr Eifer für.das össemliche Beste zeigen, und die Nation günstigere Resultate von der Weisheit und Ausöamer ihrer Repräsentanten ernten würde. — Eine solche Etckiaruug der ausübenden Gewalt ist zuverlässig ein sehr ernste t Schritt, und die Folge wird lehren, ob die Kammern von der ihnen so unumwunden ertheilien Lektion prostlircn werden, oder ob nicht etwa daraus nur eine vermehrte Gereiztheit vc >n Seiten derselben
>er mMfangene Beobachter muß allerdings eiuBMun/^daß der von der Regierung gegen die Kordes ausgesprochene Vorwurf keinesweges unbegründet ist, und daß im Allgemeinen eine alles Maaß überschreitende Redseligkeit, verbunden mit einem lciderischaftlichen Reactionsgeift'e,i gegen die besiegte Partei einerseits und einem Systeme von Persönlichkeiten gegen die Regierung bildenden Männer andererseits, ihre Verhandlungen charakterisirte. Und diese Erscheinung überrascht eben nicht, wenn man die den Portugiesen eigcnthüm- liche Neigung zu persönlichen Jntrigucn in Betracht zieht, und daneben erwägt, daß, während der Emigration, unter der jetzt herrschenden Partei, wie das im Unglücke gewöhnlich der Fall ist, schroffe Parteiungen und bittere Feindschaften entstanden, und manche Hoffnungen und Ansprüche nach dem Siege unbefriedigt bleiben ‘ mußten. Ob übrigens von Seiten' der Regierung nicht auch manches geschehen ist, was zur Vermehrung der Gereiztheit der Opposition beitragen konnte, muß dahingestellt bleiben. In' der Milte eines heftigen Parteikampfcs und in Gegenwart nicht allzu freundlich gesinnter Kammern müssen die Regierenden den Schein zu schonen und gewisse Neigungen zu zügeln wissen. — Die Civilliste, wenn man zur Dotation ber* Königin die Apanagen des Herzogs von Leuchtenberg, der Herzogin von Braganza und der Jnfantinnen hinzurechnet, betragt volle 500 Contos jährlich oder ungefähr ein Eilftel der wirklichen reinen Staatseinnahme, angenommen, daß, was zuverlässig der Fall ist, die jetzige Staatseinnahme nicht diejenige des Jahres 1827 übersteigt. Allerdings kostete in den früheren Jahrhunderten und im Anfänge des jetzigen die Hofhaltung in Portugal bedeutend mehr, und in dieser Beziehung liegt gewissermaßen etwas Wahres in den emphatischen Lobsprüchen, die mitunter der Sparsamkeit des jetzigen Hofes gespendet werden. Dessenungeachtet aber wäre es vielleicht politisch gewesen, unter den jetzigen Umstanden, dem Beispiele Ludwig xvui. von Frankreich unmittelbar nach dem Jahre 1815 zu folgen, und für ein Paar Jahre einen Theil der normalmäßigen Civilliste dem Staarsbedürfnisse zum Opfer zu bringen. Es würden dadurch die ärgerlichen Diskussionen in der Depurircenkammer bei Gelegenheit der Festsetzung der Civilliste, so wie die Einflüsterung der Uebel- gesinnren vermieden worden seyn, daß jene Ermahnungen zur Sparsamkeit wesentlich mit zu. der gereizten Sprache irr der königl. Schlußrede beigetragen hatten. — Die Herzogin von Braganza hat. in Bezug aus ihre eigene Person jenes Verhaltniß sehr richtig beurtheilt, indem sie sogleich den zwanzigsten Theil ihrer Apanage auf immer dem Jnvalidenhause zu Runa überwieß, welches Invaliden, die unter ihrem verstorbenen Gemahle gefochten, aufzunehmcn bestimmt ist.
(Pr. St. Z.)
[ 106 ] An die verehrten Mitglieder des Frankfurter Kunstvereins.
Bei der Abstimmung über die Beibehaltung der alten oder die Einführung einer neuen Vcrloosungs-Art, haben bis heute 97 verehrte Mitglieder abgeftimmt. Da nun nach dem §. 21 . des Statuts bei Veränderungen in demselben wenigstens die Hälfte der Vermrsglieder gestimmt haben muß, wenn ein Tüttigcr Beschluß gefaßt werden soll, so ersucht die Dircction die verehrten Vereinsglieder, welche noch nicht gestimmt haben, ihre Stimmen gefälligst im Locale des Stadelischcn Instituts bis Mittag 1 Uhr des is. d. abzugeben, »eck in Ermangelung ihrer Abstimmungen die an demselben Tage Nachmittags vorzunehmcnde Verloosung auf die bisherige zeitraubende Weise vorgenommen werden müßte.
Frankfurt den ;6. Januar 1835.
Die Direktion des Kunst Vereins.