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Herr von Ziemssen die Güte gehabt, weitere Verhandlungen zu pflegen, und ihm verdanken wir denn auch vor allen Dingen, dass wir bereits einen anderen Ort für die nächstjährige Naturforscher- und Aerzte-Versammlung vorschlagen können. Wir haben in der Vorstandssitzung am letzten Sonntag die Frage behandelt und sind nach dem Referat von Herrn von Ziemssen zu dem Beschlüsse gekommen, Frankfurt am Main als nächstjährigen Versammlungsort vorzuschlagen, vorausgesetzt, dass die höchste Autorität dort, der Herr Oberbürgermeister, sich damit einverstanden erklären würde. Aeusserungen etwa der dortigen medicinischen und naturwissenschaftlichen Kreise zu erbitten und zu erhalten, war nicht mehr möglich, ebenso war auch nicht die Zeit, uns noch zu einigen über Ihnen vorzuschlagende Geschäftsführer. Wir haben deshalb am Sonntag unmittelbar bei Herrn Oberbürgermeister Adickes telegraphisch angefragt, ob wir, wenn die heutige Versammlung es beschliessen sollte, in Frankfurt willkommen wären, und gleichzeitig gebeten, uns 2 Geschäftsführer vorzuschlagen. Ich denke, meine Herren, wenn das der Oberbürgermeister der Stadt besorgt, so ist dies die neutralste Stelle, von der aus das geschehen kann, und wird unliebsamen Erörterungen und Weiterungen dadurch am besten jeder Boden entzogen werden. Es ist uns nun die folgende Antwort geworden:
Telegramm
vom 16. September 1895 aus Frankfurt a/M.
An den Vorstand
der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte in Lübeck.
In Beantwortung der gefälligen gestrigen Anfrage und unter Bezug auf unsere Correspondenz mit Geh. Rath v. Ziemssen heissen wir nächstjährige Versammlung hierselbst herzlich willkommen. Namhaftmachung zweier Geschäftsführer wird baldthunlichst nachfolgen.
(Allgemeines Bravo.) Magistrat: Adickes.
So viel Ursache Frankfurt a. M. hat, congressmüde zu sein, und so sehr wir auch im Anfänge wirklich fürchten mussten, wir würden dieser Congressmüdigkeit in ganz entschiedenen Aeusserungen begegnen, so hat sich doch die dankenswerthe Thatsache herausgestellt, dass Frankfurt uns freundlich aufnehmen wird, und mehr wollen wir ja nicht. Wir wollen kein grosses Opfer von einer Stadt, sondern im Gegentheile möglichst wenig Opfer. Wir wollen geeignete Locale haben, wir wollen eine Organisation haben, die die localen Verhandlungen ermöglicht, und, verehrteste Herren, wir wollen freundliche Gesichter und freundliche Herzen vor uns haben. Dann sind wir mit Allem zufrieden. Und so erlaube ich mir, Ihnen im Namen des Vorstandes und Ausschusses in erster Linie als nächstjährigen Versammlungsort unserer Gesellschaft Frankfurt a. M. zu nennen. Ich frage an, ob ein anderer Vorschlag gemacht wird. (Pause.) Das ist nicht geschehen.
Damit wir in unserer heutigen telegraphischen Mittheilung des Beschlusses der Gesellschaft wo möglich Ihre Einstimmigkeit und Freudigkeit mit erwähnen können, ersuche ich diejenigen Herren, die für Frankfurt a./M. als nächstjährigen Versammlungsort sind, die Hände zu erheben. (Geschieht allseitig unter Zuruf.) Die Wahl Frankfurts ist einstimmig erfolgt.