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Dr. Knoblauch - Frankfurt a/M.

Hochverehrte Herren!

Als geborener Frankfurter und als Mitglied des ärztlichen Vereins möchte ich es nicht versäumen, Ihnen unsern herzlichsten Dank auszu­sprechen für den Beschluss, durch den Sie eben Frankfurt a/M. als Ort der nächstjährigen Versammlung gewählt haben. Wir haben mit grossem Bedauern die Verhältnisse in Darmstadt beobachtet und mit Schmerz er­fahren, dass der Darmstädter ärztliche Verein in einer derartigen Weise sich gegen die Abhaltung einer Versammlung dort ausgesprochen hat, aber daraus die schwache Hoffnung geschöpft, dass es uns vielleicht ver­gönnt sein möge, 1896 die hehre und erlauchte Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Frankfurts Mauern zu begrüssen. Seit nahezu drei Jahrzehnten war die Gesellschaft nicht mehr in Frankfurt. Wir haben es uns oft gewünscht, die Versammlung wieder bei uns begrüssen zu können, und jetzt stehen wir vor der Erfüllung unseres Wunsches. Seien Sie versichert, dass die wissenschaftlichen Kreise meiner Vaterstadt, die Senckenbergische naturforschende Gesellschaft in Frankfurt a/M. und der Aerzte-Verein Alles thun werden, um die nächstjährige Versammlung zu einer erspriessiichen zu machen. Dass Frankfurt Sie mit warmem Herzen aufnehmen wird, dessen brauche ich Sie nicht zu versichern.

(Lebhaftes Bravo.)

Geheimer Hofrath Prof. Dr. Wislicenus:

M. H.! Wir sind jetzt nicht in der Lage, die zweite Abstimmung, nämlich die über die Geschäftsführer, vornehmen zu können; denn wenn auch Herr Oberbürgermeister Adickes baldigst die Nennung der Namen verhiess, so ist diese bisher nicht eingetroffen. Es kann ja sein, dass, so lange wir hier zusammen sind, noch ein solcher Vorschlag erfolgt, aber wir sind auch nicht gerade absolut daran gebunden, diese Abstimmung gerade heute vorzunehmen; denn im Nothfalle hat der Vorstand das satzungsmässige Recht, sogar den Versammlungsort ändern zu dürfen, er muss nur vorher die Pflicht erfüllen, rechtzeitig den Beschluss im Reichs­anzeiger u. s« w. zu veröffentlichen. Ich denke, es wird das um so eher gehen in Bezug auf die Geschäftsführer, wenn die heutige Geschäfts­sitzung den Vorstand oder vielleicht einfacher das Präsidium ermächtigt, die beiden Geschäftsführer zu ernennen. Es handelt sich ja um keine Verhandlungen; es versteht sich von selbst, dass wir die vorgeschlagenen Namen, welche jedenfalls die ersten der Stadt nach beiden Richtungen hin sein werden, zu acceptiren haben. Ich stelle diese Frage zur Dis- cussion. (Pause.) Es scheint sich Niemand zum Worte zu melden. Wenn kein Widerspruch erfolgt, nehme ich den Beschluss als gefasst an. (Pause.) Er ist gefasst.

Das nächste und zwar das letzte Geschäft, welches die Geschäfts­sitzung zu erledigen hat, ist die Ergänzungswahl der Mitglieder des Vor­standes. Mit Schluss jedes Jahres scheidet der erste Vorsitzende aus dem Vorstand aus, und es muss deshalb ein neuer gewählt werden. Alljähr­lich erleiden ferner noch zwei andere bestimmte Vorstandsmitglieder das­selbe Schicksal. Diese zurücktretenden Vorstandsmitglieder sind für die Dauer von 3 Jahren nicht mehr wählbar, denn wir wollen diese Be­amtungen möglichst wandern lassen, um möglichst weite Kreise für die Gesellschaft zu interessiren. Die nöthigen Ersatzwahlen haben nach