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möglich war, unsere Pflegerinnen auch in der unentgeltlichen Armen­pflege zu beschäftigen, was eigentlich die schönste Ausgabe unseres Vereins in Friedenszeiten sein würde. Die größeste Schwierigkeit bietet in Bezug auf die weitere Entwicklung der Pflegerinnen-Jnstitute noch die Ausbildung der Pflegerinnen dar. Auch bei den gründlichen Verhandlungen auf dem Nürnberger Vereinstag über diesen Punkt wurde allgemein anerkannt, daß die Ausbildung der Pflegerinnen in den gewöhnlichen städtischen oder sonstigen Hospitälern, die nur sehr aus­nahmsweise die geeigneten Verhältnisse dazu darbieten, kaum zu einem befriedigenden Ergebnisse führen dürste. Es würde deshalb von einer Seite beantragt, ein jeder deutscher Staat sollte eine oder die andere Musterheilanstalt errichten, die allen heutigen Anforderungen der öffent­lichen Gesundheitspflege entspräche, und damit zugleich eine Bildungs­schule für Krankenpflegerinnen verbinden. Ein anderer Antrag wollte, daß in jeder einzelnen Provinz, ähnlich den daselbst bestehenden Heb­ammenschulen, eine Bildungsschule für Krankenpflegerinnen von Staats­wegen gegründet würde, mit der denn auch ein, wenn auch weniger umfangreiches, doch um so mehr den Anforderungen der Gesundheits­pflege entsprechendes Krankenhaus, zugleich aber auch ein Asyl für altersschwache oder sonst dienstunfähige Pflegerinnen zu verbinden, die aber vor Allem als Unterrichtsanstalt mit allem Röthigen auszustatten wäre, und in die dann auch die einzelnen Vereine geeignete Personen zur Ausbildung hinschicken könnten. Wir müssen es dahingestellt sein lassen, ob überhaupt, in wie weit und wie bald diese jedenfalls wohl­begründeten Wünsche eine Erfüllung hoffen dürfen. Jedenfalls erhellt zur Genüge daraus, wie allgemein das Bedürfniß nach tüchtigen, wohlgeschulten Krankenpflegerinnen überall gefühlt wird, und daß es keine übertriebene Forderung ist, wenn man selbst für jedes Dorf, das einen eigenen Arzt hat, auch eine wohlgeschulte Krankenpflegerin bean­sprucht. Vorerst jedoch dürfte es zweckmäßig sein, wenn unsere Vereine nicht auf die Staatshülfe warten, sondern nach Kräften selbst die Hand anlegen an dem, was ihnen Noth thut. In der That aber sollte es auch, wenn nur unsere Hülfsvereine sich einer einigermaßen regen Theilnahme erfreuen, nicht allzuschwer sein, wenigstens in jeder größeren Stadt mit den daselbst bestehenden Pflegerinnen-Jnstituten auch kleine Krankenanstalten zu verbinden, die gerade wegen ihrer nur mäßigen Ausdehnung um so mehr in ihrer Einrichtung und Verwaltung etwas Mustergültiges darstellen, und damit auch die beste Gelegenheit darbieten würden zur allseitigen Ausbildung guter Pflegerinnen. Dahin zu ge­langen muß auch unser Ziel und Streben sein.

Als zweite Hauptaufgabe für die Friedensthätigkeit der Hülfs-