letzten Krieges, im Jahre 1869, nach ähnlichen Vorgängen in Karlsruhe, Dresden und Darmstadt, ein solches Institut weltlicher Krankenpflegerinnen gegründet. Unser Ansang war klein, den damaligen Verhältniflen unseres Vereins entsprechend, aber nach jeder Seite hin ermuthigend. In der letzten Generalversammlung konnten wir Ihnen nicht nur über eine Erweiterung, sondern auch über eine festere Begründung unseres Pflegerinnen-Jnstituts berichten, das seit dem 1. Juli vorigen Jahres in einer eigenen Wohnung sich befindet und unter der Leitung einer in der Krankenpflege selbst erfahrenen, tüchtigen Oberin sich eines eigenen Haushalts erfreut. Heute haben wir Ihnen mitzu- theilen, daß in unserem Institute außer der Oberin sich 8 Pflegerinnen befinden, von denen 5 vertragsmäßig als wirkliche Vereinsschwestern in der Krankenpflege thätig find, während die übrigen 3 zwar auch von den Aerzten unseres Comitö's bereits geprüft und als tüchtig befunden worden sind, aber noch als Probeschwestern dem Verein angehören.
Ueber den Umfang der Thätigkeit unseres Instituts gibt die folgende Tabelle nähere Auskunft, wobei nur noch zu bemerken ist, daß erst Anfangs Oktober die letzten unserer Pflegerinnen aus dem Garnisons- Hospital zurückgezogen und nun auch in der Privatpflege verwendet werden konnten.
Es haben vom 1. Juli bis 31. December 1871 unsere.Pflegerinnen gepflegt:
Juli. August. Septbr. Octbr. Novbr. Decbr. Summa.
1 .
Volle Tage (Tag und Nacht) 86
132
115
151
169
194
847
2.
Nur am Tage ....
. 43
--
34
19
30
32
158
3.
Nur während der Nacht .
. —
8
4
12
—
—
24
129
140
153
182
199
226
3029
Trotz dieser verhältnißmäßig umfangreichen Thätigkeit unserer Pflegerinnen jedoch, die dadurch zuweilen selbst mehr angestrengt wurden, als wir im Jnterefie ihrer eigenen Gesundheit wünschen durften, haben wir nicht entfernt dem vorhandenen Bedürfnisse genügen können, denn allzuoft sind wir in der Lage gewesen, an uns ergehende Anforderungen nach Pflegerinnen unbefriedigt lassen zu müsien. Andererseits erhellt aber auch daraus, daß die Leistungen unserer Pflegerinnen sich einer immer wachsenden Anerkennung erfreuen, und beides kann uns nur ein Antrieb sein, unser Pflegerinnen-Jnstitut nicht nur sorgsam zu erhalten und immer mehr zu vervollkommnen, sondern auch nach Kräften noch mehr zu erweitern. Letzteres wäre insbesondere auch deshalb sehr wünschenswerth, damit wir in den Stand gesetzt würden, in noch ausgedehnterem Maße, als dies bisher bei den steten Nachfragen