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in den Mittel- und Hinterbau nur durch den Hof oder durch Krankensäle gelangen; der Raum zu den Ladeeinrichtungen und manchen häuslichen Erfordernissen ist allzu beengt; außer sür mehrere Pfründner giebt es im Haupthause keine Einzelzimmer, und nur dieser Umstand kann es entschuldigen, daß die noch erhaltenen baufälligen Häuschen in der ehemaligen Radgasse hierzu nothdürftig benutzt werden. Konnte den auf 3 gestiegenen Kröger'schen Pfründnern hier kaum noch eine erträgliche Wohnung eingeräumt werden, so wissen wir für eine Klingling'sche Pfründnerin, welche nächstens eintreten kann, durchaus keinen Raum.

Eine Abhülfe dieser täglich mehr und mehr hervortretenden Uebelstände kann nur ein Neubau des Hospitals nach bewährten Erfahrungen darbieten, und so bedenklich auch der Entschluß, nach diesem Nüttel zu greifen, aus vielen und gewichtigen Gründen uns erscheinen mußte, so hat sich in uns, nach gewissenhafter Prüfung und Erwägung aller Verhältnisse, doch schließlich die Ueberzeugung festgesetzt, daß der baldige Angrifs des Neubaues für die Do. Senckenberg'sche Stiftung eine Lebensfrage ist.

In dieser Ueberzeugung und da es unter allen Umständen erforderlich schien, einen festen Bau- «m. i. plan mit Kostenüberschlägen bereit zu halten, wurde ein Programm sorgfältig erwogen und ausgearbeitet und Ende Mai vorigen Jahres eine öffentliche Concurrenz eröffnet.

Die eingegangenen Pläne sind, wie Hohem Senate bekannt sein wird, von einer besonderen Commission, in welcher sich zwei in diesem Fache anerkannte auswärtige Baumeister, Herr Baurath Knoblauch aus Berlin und Herr Bau-Ingenieur von Zenetti aus München befanden, gründlich geprüft und begutachtet worden, und es gereicht uns zur Befriedigmrg, daß die Commission am Schluffe ihres Berichtes sagt:wir sind der festen Ueberzeugung, daß mit der Ausführung des von uns mit dem er- sten Preise gekrönten Entwurfes eine Krankenheilanstalt entstehen wird, welche durch die Zweckmäßigkeit und Schönheit ihrer Anlage vor den meisten solcher Anstalten sich rühmlichft auszeichnen wird."

Neben dieser also bezeichnten Arbeit des hiesigen Architekten Pichler (siehe den allgemeinen Anl. 2. Grundriß) bietet auch der mit dem zweiten Preis gekrönte Plan des hiesigen Architekten Burnitz viel Vorzügliches, ihm Eigenthümliches und Empfehlenswerthes dar, dessen Benutzung bei endlicher Feststellung des auszuführenden Planes diesem eine weitere Vervollkommnung gewähren wird.

Unsere Stiftung hat aber nicht bloß den Neubau des Hospitals und die dadurch bedingte Verän­derung und Herrichtung des alten Gebäudes in Aussicht zu nehmen, sondern auch das medicinische In­stitut, die wissenschaftliche Abtheilung des Senckenbergianum bedarf dringend eingehender Bauverän­derungen. Das Anatomiegebäude freilich ist bereits vor einigen Jahren ansehnlich vergrößert und neu hergerichtet worden; dagegen ist das noch ursprüngliche Gewächshaus so baufällig, daß es fast dem Ein-