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sschatteten Teil des Gesichts der Figur auf der rechten Seite !und unter deren Arm.
* Eine Sonnwendfeier auf dem Feldberg. Ter Alt. Wandervogel, Bund für I u g e n d w a n d e r u n. gen, beabsichtigt am kommenden Samstag auf dem Feld- D e r g eine Sommersonnenwendfeier %\x vcran- iftalten. Dank dem Entgegenkommen der Oberförftcrei Hom- Burg verspricht das Fest einen schönen Verlauf zu nehmen. »Die Teilnehmer versammeln sich am Samstag-Abend um J49 Llhr in der Vorhalle des Hauptb-ahnhofs zur Abfahrt nach Äronberg, wo sich die auswärtigen Wandervögel anschließen. Auf dem Feldberg findet eine bengalische Beleuchtung des Plateaus statt. Anmeldungen zur Feier sind für Frankfurter an C. Bock, Rhönstrahe 19, für auswärtige an die Geschäfts- .stelle des Alt-Wandervogels zu richten.
* Tie Hauptprobe. Gestern Abend fand im Saalbau unter 'Leitung von Dr. Frank Limbert eine Sänger -Haupt. Probe für das Turnfest statt, an der 300 Sänger der Zöundesvereine und 800 der Sängervereinigung sich be. heiligten.
* Rssidenz-Thealev. Dir erfolgreichen .Herren von Maxim" gelanqen nur noch einige Mal zur Aufführung. Für Dienstag ist die Premiere der Operette »Jungfernstlft" von Ernst iGuinot, Musik von Jean Gilbert angesetzt.
i * Knrematographische Aufnahme« bei der Regatta. Der Deutschen Tonbild-Theater^Gesellschaft wurde vom Regattaverein das Alleinrecht zu kinematographischen Aufnahmen auf dem Regattaplatz übertragen, i * Städtische Badeanstalten. Im Monat Mai wurden iBäder abgegeben: im S ch w i m m b a d 41,067, im Brausebad ans dem Merianplatz 4304, im Badehaus Bockenhetm 6927, 'im Badehaus Sachsenhausen 4520, in allen städtischen Badeanstalten zusammen 56,818 Bäder.
* Lebensmüde. Der vor einigen Tagen auf dem Bahn. Körper bei Hattersheim aufgefundene Mann wurde als der ifeit einigen Tagen vermißte Schutzmann Hugo Flustek ivon hier, Ottostratze 11, erkannt. Flustek gehörte zum 14. Polizeirevier und war seit anderthalb Jahren verheiratet. Mit feiner Frau bekam er oftmals Streit. Vor einigen Tagen sagte er zu ihr, er werde sich das Leben nehmen; !und entfernte sich in Zivilkleidung. Erst vor kurzer Zeit hat iein hiestger Schutzmann an derselben Stelle den Tod gesucht.
Aus der Nachbarschaft«
Die Gewerbebank in Neu-Isenburg hielt am ^Dienstag eine Hauptversammlung ab, die bis in die Frühe währte und einen recht stürmischen Verlauf nahm. Vorstand und Aufsichtsrat hatten zu ihrer Unterstützung den Rechts- Anwalt Bange! aus Offenbach mitgebracht, der aber auf Beschluß der Versammlung das Feld räumen mußte. Wählend der Verhandlungen wurde festgestcllt, daß die Nudel- sabrik — der nur ein Kredit von Mk. 12,000 eingeräumt war — Mk. 108,000 auf ihrem Konto hat. Von dieser Summe hat der Vorstand Mk. 03,000 zu decken oder dafür zu haften, der Rest steht zu Lasten des seitherigen Kassierers Waas, der aus eigener Initiative ohne Wissen des Vorstands kreditierte. Der Antrag, die Nudelfabrik solle von der Bank erworben werden, wurde ebenso abgelehnt wie der, das Aufsichtsratsmitglied Schreiner Ackermann zum Kassierer zu bestellen. Es wurde beschlossen, die Stelle auszuschreiben, und dem Vorstand aufgegeben, binnen kurzem sich zu äußern, wie er die Deckung der Beträge, für die er haftbar gemacht wird, leisten will.
Als ein „fetter" Konkurs ist der über das Vermögen des Kaufmanns Carl Haag in König st ein abgeschlossene zu betrachten. Nach der Schlutzverteilung betragen die Forderungen 8530 Mark, darunter 35 Mark bevorrechtete, denen 175 Mark als verfügbare Masse gegenüberstehen. Die Gläubiger erhalten sonach etwa 1,8 Pfg. auf die Mark ausgezahlt.
In Oberreisenberg brannte in der Montag-Nacht ein Schuppen, in dem Heu lagerte, nieder.
Die Zichorien- und Malzkaffee - Fabrik von Fr. Engelhardt in Rüsselsheim ging durch Kauf an die Magdeburger Zichorien- und Schokolade - Fa- £b r i I von Hauswaldt über. Sämtliche Arbeiter und An. gestellte, werden weiter beschäftigt.
Vorträge, Versammlungen «uv Vereine. " f ,
ffran kkurier Verkebrsverein, KailerKraße 50: erteilt allen Fremden kostenlos mündlich und schrifllich Auskunft über Frankfurt und Umgebung.
Unentgeltliche Stellenvermittlung iür israelitische Frauen und Mädchen durch den Verein „Weibliche Fürsorge". Svrechstunde Sonntags von 9% bis 11 und Mittwochs '.vn 3 bis 5 Uhr Langest?. 30 pt.
Aufenthalts- und Lefefaal iür Arbeiterinnen: Jeden Abend von 6 1 /? Uhr an geöffnet. Lanaestr. 16. Hinterhaus, erster Stock. Mittwochs und Donnerstags Schneroerabende. Samstags Ge- fanastunde. Flickarbeiten und Abendbrot mitbringen. Tee zu 5 Pfennig zu baden. Eine Dame zu Rat und Hilfe stets anwesend.
Verein Kinderschuh: Kostenloser Nachweis von Dflegestellen für Säuglinge. Beratung lediger Wöchnerinnen vor und nach der Entbindung. Auskunsterteilung in Erziehungsfragcn. Täglich von 10 bis 3 Uhr. Börsenstraße 20 I.
Pro gr es o: Montag und Mittwoch. 9 Uhr. Wcißsranensiraße 1, in der Städtischen Fortbildungsschule. Esperanto-Unterrichtskurse sii, Damen und Herren.
Unentgeltliche Stellenvermittlung für Dienstboten aller Art durch den Berein sÜr weiblicheHausan- Q e ft e Ute. Svrechstunde im Bureau, Stoltzcstraße 13U. Zimmer 27. von 4 bis 8 Nachmittags. Telefon 533t.
Verein für Hausbeamtinnen: Gemeinnützige Stellenvermittlung Kaiserhofstr. 14, parterre. Sprechzeit 11 bis 12 und 3 bis 6 Mr.
Rechtsschntzstelle fürFrauen: Großer Hirschgraben 11.11. rechts. Unentgeltliche Sprechstunden. Montag. Mittwoch. Freitag von *8—5 Uhr.
i Verein „Jugendfürsorge". Stoltzcstraße 241„ nn- entgeltliche Ledrstellenvermittlung für Knaben täglich von 9 bis 6 Uhr. für Mädchen Mittwochs und Samstags von 3Vsi bis 5Va Uhr.
Freies Deutsches Hoch st ist (Abteilung sür Geschichte): Freitag. 19. Juni. 8 Uhr. Sitzung im historischen Seminar der Akademie.
Ehemalige Neuner „Wrede": Freitag, 19. Juni, 9 Uhr, Monatsversammlung im Bäreneck.
Radsahrergesellschastder Vereinigung ehema- ligerKlingerschüler: Freitag. 19. Juni. Abcndtonr nach Sprendlingen (Restauration zur Stadt Isenburg). Abfahrt 6)6 Uhr Westeud- 'garten.
Ivatein.
* Eine neue Religion. In einer Dorfschule Ober- fcessens stellte der Lehrer die Schülerliste auf, in die auch ein Vermerk über die Konfession der Schüler gemacht werden muß. Als der Lehrer bereits die Protestanten und .'Katholiken eingeschrieben hatte, stellte er die Frage, ob | jemand noch einer andern Religion angehöre und welche ;Religion es noch im Dorfe gebe. Da antwortete ein Schüler: j„Es gibt noch Mucker“.
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= Mainz, 16. Juni. Ab 1. Juli wird ans der Eisenbahnstrccke Mainz-Bingen versuchsweise der Befehlsstab (wie solcher beispielsweise auf der Berliner Stadt- und Ringbahn existiert) zum Geben des Abfahrtsignals eingeführt. Das neue Verfahren bleibt lediglich auf den P e r s o n e n v e r k e h r beschränkt; sür Güterzüge bleibt die seitherige Einrichtung bestehen. Bei Abgabe der Erlaubnis zum Abfahren von Schnell- und Personenzügen wird der Befehlsstab von dem Stationsbcamten des äußeren Dienstes (rote Mühe) hochgehalten und die Breitseite der weißen, mit grünem Rand versehenen Scheibe' (Nachts eine weißlcuchtende Laterne) dem Lokomotivführer zugekehrt. Bei Abgabe des Befehls zur Abfahrt hat der Beamte eine „stramme, dien st licheHaltuug" anzunehmcn, wie die betr. Vorschrift lautet.
l»a Mainz. Bei dem G a u t u r n f e ft am 21. Juni auf Bastion Martin vor dem Gautor befinden sich die Teilnehmer auf der historischen Stätte, wo vor jetzt 50 Jahren die Pulver« explosian stattfand. Die Anlagen sind noch gut zu erkennen und bilden mit ihren Gräben und Wällen, von denen man einen herrlichen Rundblick genießt, eine hervorragende Sehenswürdigkeit. Der StadthallelommerS am Abend vorher bringt turnerische Ausführungen in mannigfaltigster Art in höchster Vollendung, darunter elektrische Keulenübungen stmger Turnerinnen, die Freiübungen für das deutsche Turnfest, akrobatische Vorführungen, Pyramiden, Neigen und am Reck eine Mustcrriegc der zwölf besten Turner aus Mainz und Zahlbach.
— Mombach, 18. Juni. In unserer Gemeinde befinden sich die katholischen Steuerzahler in einer gewissen Erregung, weil sie nahezu vierzehn Prozent mehr Kirchensteuer bezahlen müssen, als die katholischen Einwohner der Stadt Mainz, obwohl Mombach eingemeindet ist und inbezug auf Steuerentrichtuug mit Mainz gleich, gehalten werden soll. Nunmehr hat cs sich herausgestcllt, daß der katholische Kirchenvorstand von Mombach in das Budget der Kirchen- gemeinde einen Betrag von J6 4000 als Kirchenbaufonds eingestellt hat. Die Reklamationsfrist gegen diese Stcucrheranziehung ist abge- laufen, dafür soll im nächsten Jahre die Frage geprüft werden, ob cs berechtigt erscheint, in das Budget der Kirchcngemeinde einen Fonds für Kirchenbauien cinzustellen.
ui Darmstadt, 17. Juni. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den 28 Jahre alten Bildhauer Friedrich S t e i n w a n d von hier: wegen Mordversuchs. Er ist beschuldigt, am 7. April s e i n e F r a u in aufgeregtem Zu- stände durch Schüsse aus e i n e m Revolver schwer verletzt ru haben. Aus der Verbandluno ai»q hervor.
Die H'rinz Ksinnch-Knyrer in Zrrnnkfnrt
(Bilder vom Ziel an der Forsthausstratze.)
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daß die Frau in der neunmonatlichcn Abwesenheit ihres Mannes, der eine Gefängnisstrafe verbüßte, sehr unsittlich gelebt hat, geschlechtskrank wurde, auch in einigen Monaten einem freudigen Ereignis entgegcnsah. Die Verhandlung ergab ein sehr trauriges Familienbild und wurden dem Manne mildernde Umstände zugebilligt. Er wird wegen Körperverletzung in eine Gefängnisstrafe van f e. dj s 507 n « «i e n ■ • verurteilt. , ;
cf Wiesbaden, 16. Juni. Am letzten Sonntag wurde hier der Senior der n a s s a n s ch e N Lehrerschaft, der Lehrer a. D. Philipp P ul ch, zu Grabe geiragen. Er ist 63 Jahre alt geworden. Er hat sich um die Einführung der Stenographie in Nasiau — schon vor 50 Jahren erteilte er Unterricht in diesem Fache — große Verdienste erworben.
A Siw&Htfl, 16. Juni. Dem zwölfjährigen Knaben Peter KI e i n, der einen gleichalterigen Jungen vom Tode des Ertrinkens rettete, wurde vom Regierungspräsidenten ein Geldgeschenk von Jl 30 bewilligt. — InElz sind in der vergangenen Nacht wiederum zwei Scheunen abgebrannt, die Geschädigten heißen Müller und Michel. Es ist dies der dritte Brand feit kurzer Zeit; es liegt ohne allen Zweifel Brandstiftung vor.
,'A Ems, im Juni. Vom 1. Juli ab läßt das Blei- und S i lb erb er g w er ! wegen des sehr niedrigen Standes der Blei-, Zink- und Fcinsilberpreise eine allgemeine Herabsetzung der Arbeitslöhne (Gcding- und Schichtlöhne) um 10 Proz. eintrcten.
O Weilburg, 17. Juni. In der jüngsten Sitzung der vereinigten evangelisch-kirchlichen Gemeindeorgane teilte der Vorsitzende Dekan Grünschlag mit. daß die Umschreibung der Siadtkirche auf den Namen der Kirchenpemeinde nunmehr erfolgt sei. Die Eintragung der Kirche in das Stockbuch war in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts erfolgt, wahrscheinlich nach dem in den 30er Jahren angelegten Brandkataster, in welchem die Kirche, weil der Staat die Brandstcuer zu zahlen hat, als Eigentumdes S t n a t e 8 aufgefaßt war. Diese Auffassung war aber irrig, denn die Kirche hat niemals dem Staat gehört, sondern war von Anfang an — erbaut vom Grafen Johann Ernst in den Jahren von 1703 bis 1713— Eigentuum der lutherischen Gemeinde und so in dem Kircheninventar, wie es 1842 von der nassauischen Regierung festgesetzt und genehmigt war, ansgeführt. Der Umstand, daß der Staat die Baulast der Kirche übernahm, hat daran nichts geändert. Fürst Christian Karl wollte sich damit der lutherischen Gemeinde dankbar erzeigen sür die Einräumung der Kirche zu Gottesdiensten der Reformierten in der Stadt und den vier zu ihr gehörenden Dörfern. Ausdrücklich wirb in dem Aktenstück gesagt: „daß diese Verwillignng der lutherischen Gemeinde an ihrem alleinigen Eigentumsrecht unschädlich sein solle." Hiernach ist auch dir Besorgnis, als ob die Umschreibung der Kirche den Staat von seiner Berpflichtung, sie zu unterhalten, entbinde, durchaus grundlos. Dekan Grün sch lag hat durch gründliches Studium der Akten das günstige Resultat sür die evangelische Kirchcngemeinde erzielt. :
X AuS Rhcinhrffcn. 17. Juni. Nachdem in allen rhcinhcssifchen Städten und auch in den meisten Gemeinden eine Erhöhung des Honorars für ärztliche Behandlung eingetrclen ist, haben nunmehr auch die Aerzte in Alzey eine Erhöhung des Honorars beschlossen.
« Worms, 17. Juni. ^ Um die außerordentlich schlechten a k u st i s ch c n Verhältnisse unseres Festspielhauses zu verbessern, hat die Stadtverwaltung ein Gutachten des bekannten Sachverständigen in Fragen der Akustik, des Baurats U n g e r in Hannover, eingcholt. Dieser hat nunmehr auf Grund verschiedener van ihm vorge- nommcnen Experimente vorgcschlagcn, die Wände und die Decke des Thcatersaalcs mit Tuch zu bespannen. Infolge dieses Gutachtens werden voraussichtlich die ganzen Wandflächen mit Rupfen tapeziert und dadurch dem Theater auch wohl der kalte, nüchterne Eindruck, den es heute macht, genommen werden.
— Groß-Gerau. Unser Bahnhof soll eine. Erweiterung erfahren; statt der bisherigen vier Gleise sollen deren sechs über die Strecke gehen.
O Aus der Weiler«« Die Wetierau beginnt jetzt im Blumenschmuck zu prangen, nachdem die Kreisämter Friedberg und Büdingen sür diesen Sommer einen Wettbewerb für Blumenschmuck und für Gartcnanlagen an den Ortsdurchfahrten der Kreisstraßen in den Landgemeinden ausgeschrieben haben. Die drei Landorte, die den schönsten und reichsten Blumenflor aufwcisen. treten in den engeren Wettbewerb. In jedem dieser drei Orte erhalten die Besitzer der fünf bestgeschmückten Häuser Preise, ebenso die Besitzer der fünf am schönsten angelegten und gepflegten Haus- und Vorgärten.
» Koblenz, 16. Juni. Beim Trainbataillo n Nr. 8 ist eine TyphuSepidemie auszcbrochen.
b A«S dem Pfälzerwald. Auf 20 der höchsten Berggipfel des Haardtwaldes wird am 20. Juni» nachts 10 Uhr, das Johannis- oder Sonnwendfener abgebrannt. Dieser Brauch, der um 1500 in der Pfalz verboten wurde, jedoch noch bis 1330 bestand, ist nunmehr wieder zur Einführung gekommen. Besonders weithin sichtbar wird das Feuer aus dem ÄiSmcnckturm auf dem 500 Meter hohen Peterskopf in die Rheinebcne Kinaus- l«»chten.
II Klein-Steinheim, 17. Juni. Ter 25jährige Knecht Max S ch e u b l e i n, der vor einigen Tagen mit Mk. 1070 einkas- sicrten Kundcngeldern flüchtig ging, ist am Dienstag Abend in Basel verhaftet worden. Er hatte eine Postkarte und einen Einschreibebrief an einen Kollegen mit Angabe seiner Adresse Hcrher geschickt. Bei seiner Verhaftung hatte er noch tu>T! H-L (51aIS<sa Lei sich.
d Mannheim, 18. Juni. Eine Versammlung von Wirten in Mannheim und Umgebung beschloß die Gründung einer Genossens chaftsbrauerei.
i Kirchhain, 17. Juni. Heute wurde hier der Bahnwär- ter Drebes von der Lokomotive erfaßt und getötet.
R Alsenz, 15. Juni. Der Steinhauereibetrieb ist bei uns eben sehr flau, manche Meister haben den Betrieb eingestellt, viele Steinhauer wandern aus Alsenz aus. um anderweitig Arbeit zu suchen. — In Bayerfeld fiel ein kleines Kind in unbewachtem Augenblick von einer Bank und konnte von der Mutter nur als Leiche aufgehoben werden.
R Alsenz, 17. Juni. D:r frühere alte Postillon Joh. S t c i tz, der in letzter Zeit Diensiknecht auf dem Schmalfelderhof war, erlitt bei einem Unfall eine Gehirnerschütterung, an deren Folgen er heute Mittags st a r b.
mr Ans dev Pfalz. Beim Einladen von Backsteinen stürzte der in der Atüm'schen Ziegelei beschäftigte Jakob Klamm in Rein- gönheim kopfüber in den Rhein und ertrank. — In Venningen feierten die Eheleute Franz Münch goldene Hochzeit. Münch arbeitet noch Tag sür Tag in seiner Wcrkstätte. — Der Brunnenbauer S chm elzer in Imsweiler fand in einer Tiefe von 60 Zentimeter eins zwanzig Zentimeter hohe Urne, die mit Goldmünzen aus dem 13. Jahrhundert angesüllt war. — In S ch i e r s - selb geriet der 15jährige Diensiknecht des Landwirts Lorenz Jnng beim Kleemähen in die Maschine, die ihm ein Bein vollständig abjchnitt. — Der Scifensiedermelster Gustav Hach von P Irmas e n 8, der als Freiwilliger den Befreiungskrieg in Amerika mitgemacht hat, erhielt nach einem vor kurzem von ihm gestellten Gesuch um Pension JL 50 monatlich zugebilligt, außerdem wurden ihm die verfallenen Raten im 6-esamtbetrag von annähernd Jl 9000 nachbe« zahlt. — Die Straßenbahn von Ormesheim nach B r e b a ch ist gesichelt. Der Betrieb soll mit dem 1. April 1909 ausgenommen werden.
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* Preßkosaken. Vor einiger Zeit erschien in Mainzer Blättern eine Notiz, in der die mutige Tat eines Fuhr- k r e ch t s hcrvorgehoben wurde, der sich in Wiesbaden zpci durchgehenden Pferden entgegengeworfen und so eine F:au nebst einem Kind vor dem sicheren Tode bewahrt haben solte. Diese mutige Tat war aber erfunden und zwar zu dem Zveck, sich ein Zeilenhonorar von der Redaktion zu sichern, dcö denn auch mit 45 Pfg. bezahlt wurde. In dem Fuhrmann Aigust R. und dem Schlosser B. von Wiesbaden waren nun dii Schwindler unter der Anklage der Verübung von grobem llrfug vor das Mainzer Schöffengericht geladen. R. will von den nicht erschienenen B. verführt worden sein und kam mit drä Mark Geldstrafe davon, der andere wird wohl schwerer heeinfallcn.
Wiesbadener Strafkammer.^ Große Diebstähle (Schuhe unt Kleidungsstücke) führten mit der Diebin, dem Lehrmädchen Emmy S imo n, eine Anzahl Personen aus Wiesbaden wegen Hehlerei auf die Anklagebank. Außer den Pflegecltern der Simon, dem Laciercrgehilfen August Weckcrt und dessen Ehefrau, welch letztere von der jugendlichen Diebin beschuldigt wird, sie zum Stehlen von Schhen direkt angehalten zu haben, sind dies die Rcstaurations-Ehe- sra^ Lydia S t e i n, dir Milchhändlerin Lina Vogt Wwe., der Moiteur Josef Ki r sch und die Hausdieners-Ehefrau Seel, die allegestohtene Schuhe an sich gebracht haben sollen. Die Ehefrau Weoert machte sic-u. a, dadurch zuGeld, daß sie die gestohlenen Sachen aussem Pfandhaus versetzte. Die Hauptangeklagte Emmy Simon versil in fünf Monate Gefängnis, unter Anrechnung von drei Mo- natciUnteriuchungshast. die Ehefrau Weckcrt wegen gewcrbs- und gewanhcitsmäßiger Hehlerei in e i n I a h r Z u ch t h au s. Sie wuro sofort in Hast genommen. Alle übrigen Angeklagten wurden fkeigmrochcn. — Der Taglöhncr Christian Bastian aus Rieder» e m suchte eine Zeit lang seinen Erwerb darin, daß er Wagen stahl und st verkaufte. Eine Rolle, die er in Frankfurt gestohlen, verkaufie er sür^l 200 an den Fuhrmann Schauer zu Höchst, einen Prit- schenwgen, der aus Wiesbaden stammle, suchte er in Schwanheim an den Mnn zu bringen und wurde dabei verhaftet. Bastian wird zu zwei Ihren vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt, Schauer, der der Hehleri angellagt ist. freigcsprochen unter Belastung der Staatskasse auch nit den ihm entstandenen notwendige.. Auslagen.
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Die Prinz Heinrich-Fahrt.
* Frankfurt, 17. Juni. Abwarten.
Es kam zwar nicht anders, aber später, als man dachte. Eine grundsätzliche Aenderung des Programms war nicht zu erwarten, weil die Herren vom Automobilismus als ehrenwerte Männer halten, was sie verspreä)en; es dauerte nur dreieinhalb Stunden länger, bis die Verheißung erfüllet ward. Nicht etwa wegen der Unvollkommenheit der irdischen Dinge, im Gegenteil: die „Autoren" — so wollen wir die selbstfahrendcn Damen und Herren der Abkürzung
! >alber nennen — werden die großherzogliche Bewirtung, die ie in Darmstadt aushielt, sicherlid) den angenehmeren Veran- taltungen dieser Zeltliä)kcit beizählen. Für die vielen, die an: schöngefügten farbigen Ehrenbogen, der die Forsthausstraße beim Hippodrom überspannte, oer Prinz-Heinrich-Fahrer harrten, war es schließlich auch nicht allzu schlimm. Sie konnten sich, wenigstens auf der exklusiven Südseite, mit Bowle, Bier, Selters und Schinkenbrötchen für die Begeisterung stärken, so konnten sie ihre automobilschleierumflatterten, klub- abzeichengeschmückten, uniformumhüllten oder sonst irgendwie bemerkenswerten Mitmenschen studieren und sie konnten siä) vor allem weaen des prächtigen Wetters und der absoluten Staubsreiheit oer Straße glücklich preisen bei der Erinnerung an den Herkomer-Empfang im vergangenen Jahr draußen an den Niederhöfen. Und dann der Genuß, den man aus dem Warten selber schövft! Die freudige Erregung, wenn ein Wagen gesichtet wiro, die heitere Enttäuschung, wenn selbiger als simples Alltagsschnauferl zwischen den Menschenreihen durchfährt, die scharfsinnigen Vermutungen über die Gründe der Verspätung, die Neigung, gläubig die unverbürgte Nachricht hinzunehmen, wonach sich Wagen Nr. X beim Bergrennen in seine Bestandteile aufgelöst haben und Wagen Nr. Ä hinter Darmstadt durch eine oem Laien unverständliche Betriebsstörung auf der Strecke geblieben sein soll! Es wäre wirklich nicht halb so hübsch, wenn die Ankunft mit fahrplanmäßiger Pünktlichkeit erfolgte. Abwarten ist das einzig Wahre, Ausharren mit der lächelnden Geduld, wie sie als Vertreter oer hohen Obrigkeit Negierungspräsideiit v. M e i st e r und Polizeirat Scherenberg dem Publikum am Ziel z,u gefälliger Nachahmung vordemonstrieren.
Sie kommen!
Gegen sieben Uhr hatte die Gedulüsprobe die höchst zulässige Spannung erreicht. Weiter gings nicht mehr. Die Kletterkundigen und schwindelfreien Zuschauer waren auf dem „grünen Zweig" angelangt, der ihnen am frühen Nachmittag so unerreichbar und verlockend erschienen war. „Höher hinaus" konnten sie nicht mehr. Die vielen Photographen und Photographinnen lauerten immer noch vergeblich auf den günstigen „Moment". Mit jeder Minute und jedem untertauchenden Sonnenstrahl schwand auch ein Stücklein ihrer Hoffnung ins Meer der Vergangenheit. Da endlich ging wieder ein frischer Zug durch die lebendige Mauer. Die Damen mit den wehenden Automobilschleiern und den unmöglich großen Sonnenhüten streckten die Köpfe über die Schranken. Die Herren vom Automobilklub zogen die Stoppuhr und die Musik bereitete sich zu einem Tusch vor. Punkt 7 Uhr, — unpünktlich pünktlich — sauste im Eilzugstempo ein Wagen durchs Ziel. ' Aber ohne Nummer! Mit lächelnder Miene entstieg ihm der Etappenkommissar der Strecke Trier-Frankfurt, Eduard Engler, der Vorsitzende des Frankfurter Automobilklubs. Er brachte viel Neuigkeiten „von unterwegs" mit, von der Bergfahrt bei Bacharach, vom Gartenfest in Darinstadt und vom Gewitter, das die Prinz-Heinrich- Fahrer am Hunsrück überraschte und aufqehal- t e n hatte. Der Wagen war kaum aus der Schußkinie geschafft, als die erste Nummer herantöffte. Es war der Wagen Nr. 83, der — Ironie des Autoschicksals — infolge Maschinendefekts zurückgeblieben und disqualifiziert worden war. Dann wieder eine kurze Pause. Wenige Minuten nach 7 Uhr langten fast gleichzeitig an Nr. 1 (Ä. Stöwer jun.- Stettin, Stöwer) uno Nr. 2 (E. Stöwer-Stettin, Stöwer). Jetzt gab es keine Unterbrechung mehr. Wagen auf Wagen rollte vor, einer staubiger als der andere. Bald glich die Forsthausstraße einer mächtigen Dampfwolke, der die lieblichsten Gerüche entstiegen. Den ersten Wagen folgten: Nr. 6 (G. Langen-Köln, Deutz), 22 (Vluq. Euler-Frankfurt, Opel), 18 (K. Opel-Frankfurt, Opel), 44 (Poge-Chemnitz, Aierccdes), 43 (A. v. Lüde-Frnnkfurt, Mercedes),'31 (I. Beutler-Berlin, Martini), 13 (B. Brauda-Düsseldors-Darracq), 46 (M. Wild- Berlin, Mercedes), 48 (E. Soyter-München, N. A. G.), 25 (A. Tewes-Frankfurt, Adler), 24 (H. Richter-Chemnitz. Spa). 47 (A Rütgers-Berlin, N. A. G.) usw. Um %8 Uhr wurde die erste der drei Damen, welche die Fahrt als Lenkerinnen mitgemacht haben, gesichtet, die preußenfreundliche Miß D. L e w i t t-London auf ihrem Edae-Wagen. Eduard Engler überreichte der kühnen Automobilistin einen Strauß frischer Rosen (siehe unser Bild). Ge^en 8% Uhr hatten 112 Wagen das Ziel passiert. 116 waren m Trier gestartet. Die übrigen sind auf der Strecke geblieben.
» * *
Am Ziel.
So wäre also die Autokarawane am Ziel. Fast alle Wagen. die am 9. J-uni in Berlin starteten, haben Die Fahrt be- standen. Keine geringen Leistungen haben sie hinter sich. Am ersten Tage wurden 308 Kilometer von Berlin nach Stettin absolviert. Der zweite Tag brachte die längste Strecke, 389 Kilometer: von Stettin nach Kiel. Nach eintägiger Pause wurde dort Freitag früh nach Hamburg, 333 Kilometer, gestartet. Unterwegs war Schnelligkeitsprüfung in der Ebene hinter Hohenwestedt bei Nienjahn. In Hamburg wiederum ein Ruhetag, dann am Sonntag Fortsetzung der Fahrt nach Hannover, 314 Kilometer. Am Montag von Hannover nach Köln, 331 Kilomter, am Dienstag von Köln nach Trier. 2 5 Kilometer, und endlich gestern, am letzten Tag, mit kleiner Unterbrechung durch ein Bergrennen zwischen Steeg und Rheinböllen, Schlußfahrt von Trier nach Frankfurt, 289 Kilometer.
* * •
Die Wagen, die Anwartschaft auf einen der vielen Preise haben, wurden im Hippodrom in Reih und Glied ausgestellt. Mehrere Feuerwehrleute hielten während der Nacht Wache. Im Gänzen sind 23 zum Preisbewerb z u g e l a s s e n. Es sind :
Nummer:
Meldender:
Fahrer: Fabrikmarke;
26
Ladenburg-München
Besitzer
Benz
86
Dahmen-Köln
Besitzer
Dixi
41
Flinsch-Frankfurt
Besitzer
Mercedes
42
Jochems'Haag
Besitzer
Mercedes
44
Pöge-Chemnitz
Besitzer
Mercedes
45
Rendel-London
Besitzer
Mercedes
46
Wild-Berlin
Besitzer
Mercedes
66
H. Opel-Rüffelsheim
Besitzer
Opel
68
Erle-Mannheim
Besitzer
Benz
69
Prinz Alfons von Jsen<
> Prinz Karl
bürg - Langenselbold
von Isenburg
*
71
Spitznrr-Frankfurt
Heimstäot-Gera
Birstein
Besitzer
Benz
Benz
84
Besitzer
Adler
86
Löhr-Koblenz
Besitzer
Adler
87
Paul-Frankfurt
Geller-Frksrt. Adler
88
H. R. von Neufville« Frankfurt
Besitzer
Adler
89
Schmierer-Feuerbach
Besitzer
Adler
90
Wandeslcben-Stromb.
Neuhütte
Besitzer
Adler
108
Mehger-Diünchen
Besitzer
Metallurgiqu«
134
R. Benz-Mannheim
Besitzer
Benz
135
Zimmern-Mannheim
v. Lengerkc»
136
A. Horch-Zwickau
Wiesbaden
Besitzcr
Benz
Horch
137
Kathe-Halle
Besitzer
Horch
139
Dr. Stöß-Zwickau
* ' #
Besitzer
*
Horch.
Mittwoch Abend war gemütliche Zusammenkunft der Automobilisten und ihrer Freunde und Gönner im Heim des Frankfurter AutonwbilklubS. Heute Nachmittag ist Da)clbe[t eine Diner, an dem u. a. der Großherzog von Hessen, Prinz Heinrich von Preußen, Prinz Karl von Braganza, Prinz Friedrich Karl von Hessen, Herzog von Ratibor, Oberbürgermeister Adickes, Polizeipräsioent Scherenberg und der kommandierende General v. Eichhorn teilnehmen werden. Die offizielle Preisverteilung wird Donnerstaa Abend um 6 Uhr im Frankfurter Hof während des Banketts vorgenommen.