gewesen/ von den Engländern aus dem Grunde wieder freygrgeben werde«/ weil nach dem eigenen Geständ­nisse des Lord Sussolk in dessen Antwort, die Feindse­ligkeiten so unvermuthet ausgebrochen, daß die Absen­der von sülchen Waaren nicht anders glauben können, als daß es noch vollkommen Friedenszeit wäre.

Die zweyte Bittschrift ist an die Staaten von Hol­land und Westfriesland gerichtet, worinn dieselben ge­beten werden, jene erste bey den Generalstaaten zu un­terstützen, und dadurch die genaueste Erfüllung des Traktats von 1674 aufs nachdrücklichste und promteste bewirken zu helfen.

Endlich 3) sieht man eine sehr flehentliche an die Generalstaaten gerichtete Bittschrift von Schiffern, welche anführen, daß sie nicht nur durch das Aufhal­ten ihrer Schiffe in England tief in Schulden gerie- then; daß sie nicht nur von den Engländern feindlich behandelt würden, wie denn der Schiffer Jean Schildt auf seinem eigenen Verdeck erschossen sey; sondern auch, daß, da sie bey diesen Umständen keine Fracht mehr be­kommen könnten, für sich selbst mit ihren Weibern und Kindern in gänzliche Armuth, die Holländische Schiff­fahrt selbst aber in gänzlichen Verfall, und dadurch so viel tausend Handwerker und Arbeitsleute in Mangel und Elend gerathen würden.

Haag, den 24 November.

Besondere Briefe aus Boston melden, der Graf von Estaing habe daselbst mit seiner Flotte eine so gute Lage genommen, daß sie vor allem Angriff Mer sey. In­dessen fehle es der Flotte an Lebensmitteln und Tau­werk, weshalb sie wohl den Winter über daselbst nicht werde bleiben können.

Nach unserer gestrigen Gazette »st zu Frankfurt am Mayn eine Anleihe für Ihro Kayserl. Majestät eröffnet worden.

Lopenhagen, den 24 November.

Es ist ein Commando Recruten für die hiesige Gar­nison aus Holstein angekommen.

Ein Dragvrisches Schiff hat 1000 Tonnen Maga­zin-Rogken von Lronevburg anhero gebracht.

Unterm i4ten Oktober ist eine König!. Verordnung wegen Abstellung der bey Hochzeiten, Kindtaufen, Be­gräbnissen, u. s. f. auf dem Lande vorgehenden Ueppig- keiten, wie auch wiederholtes Verbot der Hochzeit- und Gevatter-Geschenke, für das Herzogthum Holstein, die Herrschaft Piuneberg und Grafschaft Ranzau ergangen.

Der am hiesigen König!. Hofe zeither accreditirte Rußisch -Kayferliche Gesandte, Herr von Sacken, wird mit dem ehesten von hier nach Petersburg abgehen. Nach der Abreise des Herrn Gesandten wird der Con- seiller hvnnoraire Crekalevski die Angelegenheiten des Rußisch-Kayserlichen Hofes allhtrr wahrnehmen.

Seit kurzem sind die Kornpreise gestiegen.

Der Lieutenant Meyer ist mit einem Commando von io Untervfficiers, r Tambour und 100 Mann Infan­terie nach Fühnen detaschirrt.

Es ist ein Courier bey dem Kayserl. Minister ange­kommen, und ein anderer Courier, Namens Ritttr, ist nach Stockholm hier auspaßiret.

So ist auch der Rußische Courier Zaget von hier nach Petersburg abgesandt worden.

( Die Englischen Briefe vom I 7 ten und rosten die- fts find susgehliehen.)

Von gelehrten Sachen.

"Nene Geschichte des Französischen Afnca, mit "neuen Charten sowol, als geographischen, astrono­mischen und andern Beobachtungen über die Ge­bräuche, Sitten, Religion und den Handel dieser Ge­igenden. Vom Abt Demaner, ehemaligen Mißio- "nair in Africa. Aus dem Französischen übersetzt. "Erster Band. Zweiter Band. Mit gnädigster Frcy- "heit. .Leipzig, in der Weygandschen Buchhandlung, 1778."

Obgleich der Abt Demaner verschiedenes in diese neue Geschichte des Französischen Africa ausgenommen, was bereits andere Reisebeschreiber davon gemeldet haben, so unterscheidet sich dennoch das Werk durch verschiedene neue Beschreibungen und Beobachtungen, die man nirgends antrifft, sehr zu seinem Vortheile. Der Kaufmann, der Statistiker und auch der Philosoph, der an dem Studio des Menschen sein Vergnügen hat, wird in dieser neuen Geschichte vieles antreffen, wel­ches Stoff zu Spekulationen und nützlichen Betrach­tungen geben wird. Der erste Band hat 8 Kapitel. Das iste enthält eine allgemeine Beschreibung von Africa; das 2te die Beschreibung der bewohnten 2 t* fein, die zu Africa gehören; und das Zte die Beschrei­bung des Französischen Africa, und zwar -) der Inset Arguin und des Forts Portendick, nebst Beobachtung über ihren Handel, b) Beobachtung über den Gummi- Handel, und Beschreibung der 3 Wälder, die es er­zeugen: Vorschläge, diesen Handel wieder in Aufnahme zu bringen; c) Beschreibung des Senegal, und der Kö­nigreiche, die an diesem Flusse liegen, d) Beschreibung des Departement von Gvree, vom grünen Vorgebürge an bis an den Gambia. Das 4te Kapitel beschreibt den Fluß Gambia und die daran liegende Königreiche; das Ae den Fluß Salüm, oderBursalüm, als einen neuen Hauptweg zu den Goldminen, und den Handel im Inu- ren von Africa; das 6 te den Fluß Kassamande, als den zweyten neuen Weg dazu; das ?te die Insel les Bisseaux, die benachbarte» Königreiche, Flüsse, Inseln und ihren Handel; das 8 te liefert Beobachtungen über den ganzen Handel des Französischen Africa, a) über ben Sklavenhandel, über die dazu erforderlichen Waa­ren, und über die Mittel, ihn mit Dortheil zu führen, b) Preis solcher Waaren nach dem Tarif des Maga­zins zu Goree, c) unterschied der Barren am Gambia von denen an der Afrikanischen Küste.

Der 2te Band hat 6 Kapitel: 1) Von den Sitten und der Religion der Negern; 2) Beobachtung über ihre Gebräuche; 3) Bemerkungen über die Natur- Produkte in Africa; 4) Beobachtungen über dieThiere in Africa; c 5) über die wohlriechenden und Gewürz- Bäume, über das Bauholz, über die verschiedenen nützlichen Pflanzen, die Africa hervorbringt; 6 ) Be­obachtungen über die Mittel, Africa für den Staat und für die Religion gleich nützlich und wichtig zu machen.

Die historisch-physischen Abhandlungen, welche die­sem Bande beygefügt sind, enthalten Betrachtungen über verschiedene Naturerscheinungen, über den Ur­sprung der Negern und die physischen Ursachen ihrer Farbe. (Das neueste und beste, was hierüber gesagt werden kann.') Widerlegungen der verschiedene« Sm strme anderer Schriftsteller über den Ursprung der Ne-