Von Brest wird gemeldet, küß rz Schiffe von dek dortigen Flotte in $ Divisionen in See gegangen find, wovon eine nach America bestimmt seyn soll. In gedachtem Brest soll auch eine große Quantität Hol; entdeckt worden seyn. das sehr tauglich zum Schiffsbau ,st. Man hatte solches zur Zeit Ludwigs xiv. in den Fluß Bercheaume gesenkt; und jetzt wird man es gut gebrauchen können. Herr de la Mothe Piquet, welcher seit dem 26sten des vorigen Monats in der See kreuzet, hat 7 Englische Kauffahrteyschiffe und i Fregatte, welche diese Schiffe begleitete, nach Brest gesandt- Der Zephyr, eine Fregatte von 26 Kanonen, hat 2 Kaper, einen von 20, und den andern von 24 Kanonen, genommen. Der erste hatte sich hartnäckig vertheidigt, der andere aber sich gleich ergeben.
Durch die Kapereyen wird svwol die Französische als Englische Handlung zu Grunde gerichtet, und die Anzahl der Gefangenen vermehrt. In dem Departement von Brest sollen schon 7000 gefangene Englische Matrosen seyn. Wir haben nun überhaupt 20 Englische Kaper genommen, die auf Kosten des Königs wieder ausgerüstet werden, und worüber Officiers von der Kaufmanns-Marine das Cvmmandv erhalten sollen.
Alle Prinzen und Prinzeßinnen vom Geblüt werden sich den 2rsten nach Versailles begeben, um daselbst bis zm Niederkunft der Königinn zu verbleiben.
Künftigen Montag wird beym Chatelet eine außerordentliche Sache abgeurthelt werden. Man hat nämlich vor 3 Jahren in dem Walde von Compiegne ein taubes und stummes Kind gefunden, und TmnrTuta wt* deckt haben, baß dieses Kind, welches jetzt 13 Jahr alt ist, der Sohn des Grafen von Solare seyn soll. Sein Beschützer will ihn nicht anerkennen, obgleich sehr starke Beweisthümer vorhanden sind.
Pohlnische Grenze, vom ly November. ^
Don dem Marsch der Rußischen Truppen wird jetzt mehr als jemals gesprochen, besonders, da wieder neue Völker durch Litthauen im Anmarsch sind. Man versichert, daß der General Drewitz bereits mit 5000 Cosacken in Brody eingerückt ist.
Wien, den 18 November.
Man sagt, der Herr vonThugut, welcher neulich MDraunaumitdenPreußischenMinistern inNegociativ- neu gewesen, habe Befehl erhalten, sich ungesäumt nach Conßantinopel zu begeben, um daselbst einen wichtigen Auftrag ins Werk zu richten, dessen Gegenstand aber noch ein Geheimniß ist.
Ans Sachsen, vom 21 November.
In kurzem wird auch unser Chursürstlicher geheimer Cvnferenz-Minister, der Baron von Gutschmit, zu den in Breslau befindlichen Königl. Preußischen Staats-Ministern, Grafen von Finkenstein, und Herrn von Herzberg, abgehen. Man schöpft hieraus die Hoffnung, daß die gegenwärtigen Kriegs-Unruhen vielleicht noch in diesem Winter beygelegt werden könnten.
Oeffentliche und Privatnachrichten haben, wie man mit Verwunderung ersehen müssen, dasjenige, was in Ansehung der Winter-Quartiere der Preußen und Sachsen, und den damit verknüpften Lieferungen, in Unterhandlung gewesen, in gänzlicher Verunstaltung, ja mit offenbaren Unwahrheiten dargestrllet. Als die Höfe zu Berlin und Dresden, währender Versammlung der Chursöchsischen Stände, sich jn jener Absicht
mit einander besprachen, benutzte man den Zeitpunkt gedachter Versammlung, und befragte sich zugleich mit den Standen über die Mittel, die Preußischen Kriegs- Völker den Winter über mit Sächsischen Lebensmitteln zu versehen, um die beschwerlichen Zufuhren nach den Magazinen zu ersparen, als welche nirgends, als an der Elbe, angeleget werden könnten. Die Abgeordneten der Stände stimmten in allem überein, und der Vertrag wurde zwischen beyden Höfen zu beyderseitiger Befriedigung geschlossen. Das Vorgeben ist also sehr übel gegründet, als ob die Preußischen Minister genöthiget gewesen wären, ernsthafte Vorstellungen an die Sächsischen Stände zu thun, und daß diese hierauf in beschwerenden Ausdrücken geantwortet hätten.
Amsterdam, den 24 November- Man fleht wieder zwey Vorstellungen der Kaufleute, Rheder und Assuradeurs von der Börse zu Amsterdam. Die erste ist an die Generalstaaten der Vereinigten Niederlande gerichtet. Es wird darinn behauptet, daß die durch den Lord Suffolk im Namen Sr. Grvßbritanni- schen Majestät dem Grafen von Meldern gegebene und neulich von uns mitgetheilte Antwort dem buchstäblichen Inhalt des Tractats von 1674 widerspreche, als in welchem mit klaren Worten Schiffs-Materialien unter die Nicht-Contredande Maaren gerechnet würden. Die von dem Großbritannischen Hofe vorgeschkagene Unterhandlung zwischen dessen Ambassadeur im Haag und den Generalstaaten scheine bloß dahin abzuzielen, jetztge-
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darinn erlaubte freye Handlung mit Schiffs. Materialien zu vernichten. Deshalb sähen sich die Supplikanten genöthiget, sich über diese unbefriedigende Antwort zu beschweren; diese einseitige Abweichung von einem noch subfistirenden Traetat könne von gefährlichen Folgen seyn; man habe von unternehmungssiechen Ge- müthern alles zu befürchten, wenn man sich das gerinste an seinen wohlerworbenen Rechten nehmen lasse; die Suppttcantev hoffen daher, daß die Generalstaaten sich in keine solche Unterhandlung einlassen, sondern die genaueste Erfüllung vbbefagten Tractats reclamirev, und durch alle Efforts mainteniren, auch zu dem Ende die mit Schiffs-Materialien beftachteten Schiffe durch eine besondere Convoy beschützen würden. Die Resolution der Generalstaaten vom isten Oktober 1762., Schiffen, die mit Masten und anderm Schiffholz beladen wären, keine Convoy zu geben, sey den damals:» Umständen, da schon wirklich am Frieden gearbeitet worden, gemäß gewesen; jetzt aber wären eben erst die Feindseligkeiten ausgebrochen, und könne das Ende derselben nicht vorhergesehen werden. Es würde daher sehr nachtheilig seyn, sich eines beträchtlichen Handlungszweiges, wie der Schiffs-Materialien, freywillig zu berauben. Die Supplieanten verlangen deswegen,daß, ob sie gleich zu ihrem Leidwesen berichtet worden, daß die Generalstaaten die vorgeschlagene Unterhandlung schon in Ueber- legung gezogen hätten, die Aufrechthaltung obbesagten Tractats von ihnen dennoch um so viel «her werde maintenirt werden, da die Republik selbigen zu einer Zeit, wo sie von England wejt mehr zu fürchten gehabt, als gegenwärtig, erhalten, und dessen Erfüllung behauptet habe. Sie verlangen endlich, daß selbst!die- jenigen Schiffe, die wirklich mit Contrebande beladen