194

207

® O ®

wobey ein Amphitheatrum und botanischer Garten rc. rc. 2) aus einem Burger - und Beysaffen - Hospital bestehet, und welche ihrem Stifter, dem Hochfürstl. Hessen-Casi Mischen Hofrath und £eth*Medico, Herrn v. Johann Lhrrstran Senkenberg, da­hiesigen ph/lico Ordinario zum unsterblichen Ruhm gereichet, hat in Betracht der Armen­pflege kranker und preßhafter Personen, etwas ähnliches mit dem grossen, berühmten und blos imVertrauen aufGott errichteten Hospi­tale

Herrn v. Philipp BernhardPettmann,

Pbyf. Ord.

Johann Christian Kißner Johann Adolph Berends Friedrich Sigirmund Müller;

dar Burger- und Beysaffen-Hospital hingegen wird auch von wohlersagtemHerrn Stifterund nach beniemten Personen aus Löbl. Bürgerschaft verwaltet:

Herrn Heinrich Remigius Brönner, Seeger Münch,

Johann Jacob Salzwedel, Gottfried Schubart.

Der gleich baar ausgesetzte Fond zu dieser Stif­tung , und welcher noch ansehnlich vermehret werden soll, bestehet aus füaf und neunzig tau­send Gulden guten alten Geldes; ein Fond, der von einer einzelnen Privatperson überaus be­trächtlich, und von einer großmüthig und edel­denkenden Seele zeuget, somit den anfänglichen Fond der P. Baudoviuischen Stiftung unendlich weit übersteiget.

« o B

zur Beyhülfe in der Küche, oder bey der Wasche, theils zum Holzsagen, Hackenund Tragen gebraucht, je nachdem es die Jahrs­zeit und übrige Umstände mit sich bringen. Den Schwachem werden allerhand für sie schickliche Handarbeiten vorgegeben. Um 7 Uhr wird zur Messe iu den grossen Saal geläutet, wobey alle Arme zusammen kommen, und theils singen, theilt beten. Nach der Messe spricht der Priester mit ihnen den Mor- gensegen- Darauf wird erst das Frühstück ausgetheilt. Sobald dieses eingenommen ist, gehet jedes wieder an seine ihm angewie­sene Arbeit, bis zum Mittage; und nach dem Mittagsmasmahl wieder, bis zumAbendessen. Und so wird es alle Werktage gehalten.

An den Feyertagen werden, nachdem sie sämmtlich aufgestanden und angekleidet sind, verschiedne erbauliche Gesänge und Litaneyen^ abgesungen. Um 8 Uhr geht es zur Messe; darauf wird gepredigt, wobey aufein gegebe­nes Zeichen mit der grossen Glocke, alle Ein­wohner des Hospitals, auch die Kranken, welche noch gehen können, die Knaben und Mädchen, die Säugammen, das Gesinde und die Soldaten erscheinen müssen. Nach­mittags um 2 Uhr wird für alle diese Perso­nen ein Katechismusexamen gehalten.

m

2V6 ® o $

Die Erwachsenen werden dreymal gespei- set. Zum Frühstücke bekommen die Gesun­den Barszez mit Brod, die Kranken oder Al­ten und Schwächer», Biersuppe. Zum Mit­tagessen haben sie wöchentlich dreymal Sup­pe, (Rosol) mit Fleisch und grüne Kräuter; an den übrigen Tagen, wenn Rindsfüsse, Knochen und Eingeweide da sind, eine Suppe davon mit Brey, in deren Ermangelung aber ein Gerichte von Kraut und das andere von Hülsenfrüchten. Zum Abendessen wer­den ihnen gleichfalls Hülsenfrüchte, wohl gesalzen und geschmälzt, auf verschiedene Weise zubereitet. Brod und Bier wird je­desmal vor der Mittags - und Abendmahl­zeit ausgetheilt. Auch haben Kranke und Schwache, nach Beschaffenheit ihrer und des Hauses Umstände, auch bisweilen eine aus­serordentliche Erquickung zu gewarten.

6) Allgemeine Vorschrift derjenigen Ordnung, die sonderlich in den Armen- salerr, m Lest-und Werktagen, zu halten ist.

Me, die Kranken ausgenommen, müssen zu einer bestimmten Stunde aufstehen, und nachdem sie sich angekleidst und ein kurzes Gebet verrichtet haben, an die Arbeit gehen. Die Stärkern werden theils zum Kehren und Scheuern, theils indem Garten, theils

zur

» 0 & 195

late des Pater Baudovin in Warschau, wovon folgende Nachrichtbekanntgeworden:

1 ) Geschichte der Stiftung.

Ein gewisser Pater von der Mißionscon- gregation, NamensBaudovin, hatte schon vor dem Jahre 1758, mit Königt. Erlaub­nis, zu Warschau ein Hospital für Findel­kinder angelegt, und nachmals auch andere Arme und Kranke darein ausgenommen. Mit diesem wurde das neue grosse Hospital Vereiniget; und zur Unterhaltung dieser weit- läuftigen Anstalt sollten, ausser einer jährli­chen aus dem Königl. Schatze zu reichenden Geldsumme von 2000 Ducaten, auch die Ein­künfte einiger kleinen Hofpitäle verwendet werden. Die erwehnte Geldsumme, von 2000 Ducaten, ward auch schon 1758 durch ein Kö­nigl. Rescript auf die Salzbergwerke zu Wie- liczka, wirklich angewiesen; wegen der dazu zu­ziehenden kleinen Hospitäler aber ereigneten sich so viele Schwierigkeiten, daßman dieses Vorhaben einstweilen fahren ließ. Und weil der bestimmte Fond, wie leicht zu erachten, zu einem so grossen Unternehmen nicht hin­reichen konnte; so ward dasselbe in dem un­term 21 May 1761. ausgefertigten Königl. Stiftungsbriefe, besonders den Herrschaften, Klöster und reichen Einwohnern der Stadt N 2 War-