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Der Safft der Trauben mag in und an sich selb- sten so gut seyn als er immer wolle, so wird er dan- noch zu keinem wahren beständigen und guten Wein, er seye dann so beschaffen, daß er durch sein Weesen in die Wein - mäßige Jährung also gehe, daß die Jährung weder zu über­trieben , zu schnell, zu hesttig, oder zu wenig und zn gering seye, und sich also durch eine solche recht pro- porcionirte Jährung der vollkommen gesund und gu­te Wein formire, das Unreine langsam, doch ge­nugsam von sich absetze, und nach allen seinen rpiri- ^uolen-5u!pKurisch-t3rcarisch-und wässerichten rc.Thei- len, in einer mnrgen Mischung erhöhe, gesund und beständig werde.

Nun darf man mit gegründeter Gewißheit wohl sagen und versichern, daß die edle Rhein Weine m einer weit vollkommeneren und ungekünstelten Jäh­rung sich selbsten in eine propornonirt * reine Vollkommenheit setzen; da sonsten auch die besten Weine, in denen wärmesten Welt-Gegenden eine sol­che vollkommene Jährung nicht haben, sondern viele und mancherlei) Künsteleyen müssen angewendet wer­den, damit die allzuschnelle und übertriebene Jährung, die gute Wein-Art nicht gantz und gar umsturtze und verderbe Dahero es dann auch kommt, daß so viele Ausländische, wohl auch köstliche und starcke Weine sich gar nicht, oder nicht lange halten, und nicht klar sind, die edleste Eigenschafft des lieblichen und erqui­ckenden Wein - Geruchs und der reinen Durchsichtig­keit ermangeln, und also wegen ihren unausgekochte» und meistgekünstelten Weesen dem menschlichen Cör- A 4 per