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Gefliessenheit in der Chymie den Spiritum von dem Wein abdeftilliret/ hernach aber solchen wiederum völ­lig mit dem zurückgebliebenen zusammen mischet, so ist alles dennoch so verändert, daß man von dem vorigen Wein keine Gleichheit mehr zu finden vermag; daß also die Chymische Untersuchung zwar wohl und deut­lich genug zeigen kan, daß in diesem oder jenem Wein mehr Spiritus, Tartarus, Erde und dergleichen ob- handen seye, da man aber hingegen durch diesen Weg die vorzügliche, gesunde und gute Beschaffenheit eines Weins vor dem andern mit hinlänglich gewisser Deur- lichkeits und Überzeugung ohnmöglich darzulegen und zu behaupten vermag.

So viel aber bleibet dennoch auch bey Chymische» Untersuchung des Rhein-Weins deutlich und gewiß, daß der Rhein-Wein vor allen anderen einen weit sub­tileren und lieblicheren Spiritum und Schwefel-Wee­sen , ja einen gar viel reineren und unvermengteren Tartarum (Weinstein) als alle andere Weine, in sich enthalte, und das alles in dem Rhein-Wein zur Be­ständigkeit und Gesundheit besser gemifcher, reiner und vollkommener, als in anderen Weinen auffyeschlostei, seye, wannenhero es auch gewiß und in der Erfahrung mehr als hinlänglich bestätiget ist, daß die wahre Rhein-Weine am Geruch auch gar viel lieblicher, als kein anderer Wein in der Welt sich offenbare, und daß man allein durch den so kräfftig und lieblichen Geruch eines guten Rhein Weins vorzüglich erquicket und aufgemuntert werde, da man vergeblich auch an de­nen besten anderen Weinen in der Welt eine solche Erquickung von dem Geruch derselben suchet und hof­fet. Der