Also auch in hitzigen Kranckbeiten wird nicht Min das dicke entzündte Geblüth durch den Ge­brauch alles Eßig-säuerlichtes also bald verdünnet, sondern vielmehr werden dessen öhligt-saltzigteund andere wesentliche Geblüths - Theile, wann sie schon durch die allzugroße innerliche Hitz flüchtig geworden, und sich würcklich durch verschiedene Ausschläg äusseren wollen, hierdurch widerum gantz/est ineinander gebunden, und also dasgantze Geblüth,wie auch alle übrige Saffte,in ihrem nas türkichen Weßen und Umlauff erhalten werden. -

wie dieses die Natur bey dergleichen hitzigen Kranckheiten ftlbsten beweißet: da nemlich allen solchen Krancken das Fleisch, und was nur nach Fleisch riechet, von weithem schon durch den Ge-, ruch mit gröstem Eckel zuwider ist, hingegen seuff- zen sie nach dem, was nur Eßig-Sauer ist, und reicht man ihnen dergleichen, so genießen sie solches mit gröster Begierd und Hertzens Erquickung Dieses alles siehet man täglich mit Augen; und' gewiß! können solche verschiedene Würckungm von dem scharpften oder gantz schlecht mit Wasser auch sonst vermischten Eßig Herkommen ?

Wie viel mehr wird jene von der Natur hierzu gemäßigte und gantz gelinde Säuere deren Rhein­weinen in dergleichm Kranckheiten würcken? sie muß gewiß das dicke entzündte Geblüth viel ge­schwinder verdünnen, wie auch dasselbe in seinem

* natür-