bekmgeftichek, daß man sich von denen Winter- Früchten wenig, von denen Sommer-Früchten aber noch weniger, ja fast gar keinen Nutzen mehr versprechen kan; auch wurden die Brach-Felder an sehr vielen Orten durch das Gewässer zerrissen, und das Gras in Wiesen und Weyden so zerschla­gen, überschwemmt und ruiniret, daß man auch vor das arme Vieh kein Futter mehr zu honen hat, anbey ist das Kraut und Hanf völlig Grund gegangen, und das Laub an denen Bau­men gänzlich abgeschlagen. Desgleichen haben dieCommunen zu Aldingen und Ober-Baldingen an dem nemlichenTag, Nachmittags um r. Uhr, Schaden gelitten, indem diesen Amts-ungehörigen ebenfalls nicht nur der Hanf, sondern auch ein Distrikt des Winter-und Sommer-Oesches theils völlig, theils dieHelfte, theils ein Drittheil und ein Viertheil durch die gefallene Schlossen, wel­che in der Grösse einer Baum-Nuß gleich waren , und die Früchte von dem Wind und denen Stei­nen sehr durcheinander geschlagen worden, und nun zu erwarten stehet, was sich wieder erholen kan. Gleichfalls ist den 8ten dieses, des Abends, zu Tuttlingen ein sehr starkes Donner-und Hagel- Wetter mit heftigem Blitzen entstanden, welches bis gegen ro. Uhrdes Nachts ungehalten, in wel­cher Zeit die Brach-Felder, Hanf und Flachs ziem­lich, die Saamen-Felder aber nur in etwas be­schädiget worden. Fünf auf der Weyde gelaufe­ne Pferde wurden zu Boden geschlagen, eins da­von muste sogleich aufdem Platz durch den Schwe­fel-Dampf das Leben einbussen, die übrigen vier aber konnten sich in einer kleinen Frist, nebst dem * auf einem solchen Pferd gesessenen Knaben, ohne Zuziehung einiger Verletzung wieder erholen.

London, dern s.Jun.

Die 9. Kriegs-Schiffe, welche der Herr von Macnemara wieder zurück gebracht, sind de»4ten dieses, aus dem Haven zu Brest wieder in die See gelaufen, nachdem sie sich wieder mit aller­hand Nothwendigkeiten versehen haben. Es com- mandiret aber diese Schiffe nicht der Hr. von Mac­nemara, sondern der Herr Graf von Guay,weil her Herr von Macnemara sehr unpäßlich worden, und dahero ru Brest noch sehr krank darnieder­lieget. ^ .

Ein anders aus Paris, den i-.Iun.

Es haben Ihro Majestät, der König, den Herrn la Briffe von Amilly, und den Herrn von Momoil, ernennet, daß deiselbe die beyde Fre­

gatten commandiren sollen, welche?ebens-Nokß-- wendigkeiten auf4. bis s. Monaten, M Bock) genommen, um mit demselben aus dem Haven zu Brest auszulaufen. Aus dem Haven Orient sind zwey Schiffe nach Pondichery unter Segel gegangen.

Wesel, den 10. Iunii.

Ihro Majestät, der König in Preussen, sind den i?ten dieses hier angelanget, und haben an eben diesem Tage die Regimenter von Dessau und vonIungheim besichtiget, und dieselbe dieKrieM Uebungen machen lassen. Hierauf haben Ihro Majestät dem Herrn Baron von Asseburg, Chur- Fürstl. Eöllnischen Minister, Audienz ercheilet. Der Herr Froulay, Malthesischer Ambassadeur am Französischen Hofe, und der Herr von Knipp­hausen, so als unser Minister an besagtem Fran­zösischen Hose stehet, itzo aber mit dem Herrn von Froulay aus Paris hier angelangt sind, ha­ben gleichfalls Ihrer Majestät, dem König, ihre Aufwartung gemacht. Es haben auch der König das Regiment von Wied die Musterung paßiren lassen. Höchst-Dieselben sind mit dem Prinzen Ferdinand von Braunschweig, und mit dem Odrist-Lieutenant von Balbi, nach dem Schloss Meilan, so r. Meilen von Cleve lieget, abge- reiset.

Ein anders aus Stuttgard, den 10 . Iunii.

An verwichenem Montag sind sämtliche Hoch- Fürstl. Trouppen, sowol Cavallerie als Infanterie in das ausgesteckte Lager, welches sich von Lud­wigsburg bis nach Osweil erstrecket, eingerückt. Des regierenden Herrn Herzogs Hochfurstliche Durchlaucht besuchen selbiges alltäglich verschie­dene mal, speiseten auch zuweilen Mittags und vor ordinari alle Abend daselbst an einer Tafel von L4-Couverts, außer welcher noch eineMar- schalls-Tafel zu *8. Couverts serviret wird. In nächstkommender Woche solle, dem Det'nehmen nach, mit denen gnädigst angeordnetenManoeu- vres der Anfang gemacht werden.

Hannover, den 1 3. Iunii.

Ihro König!. Hoheit, die Frau Erb-Prinzessin von Hessen-Cassel, sind nebst Dero Durchlauchten dreyen Prinzen am Sonnabend gegen^i.uhr, des Morgens, zu Herrenhausen in erwünschter Gesundheit angelanget, Ihro Majestät, der Kö­nig, haben Ihro König!. Hoheit, Dero Durch­lauchten Frau Tochter, wie auch Dero Durch- lauchte Herren Enkel, mitganz ausserordentlicher