ohnvermnthet, bei) dem mächtigen damals gewe- beten Wind, von einer heftigen und schnell überhand nehmenden Feuers-Flamme ergriffen worden, also, daß ohngeachtet aller ersinnüchm Gegenwehr, wo das hohe GnbermumunddieGene- ralität zugegen waren, und die Löschung ange- führet, dieser abseitig und ent,ernter Ort doch seiner ausserlichen Zierde und Deckung der Kirche, samt dem einen Theil der Canonia: und Glocken- Thurn ist beraubet; das daselbstigeGuaden-Bild U.L. Frauen aber, nebst allen Altären und der innerlichen Zierde der Kirche, bey der schon in die Kirche eingedrnngenen Feuers-Wuth, durch gute Veranstaltung in Sicherheit gebracht, und nicht im mindesten beschädiget, wie auch der gegen die Stadt zu liegende Flügel der Canoni* > oder die sogenannte Prälatur, gleichfalls gerettet, da die anderseits schon brennende Balken von Civil- und Militair- Zimmerleuten abgehaucn und abgeworfen, mithin vom Feuer abgesondert worden. Das Haupt-Feuer wäre bey einer Stunde gelöschet, allein noch späten Abends muste man abermals, die Sturm-Glocke läuten, Massen, ohnerachtet aller gemachten Veranstaltung, das inwendige Holzwerk aufs neue die Glut fastete und in Flammen geriethe, daß also erst den rzsten alle Gefahr vorüber, und diese schone Kirche an ihren Gewölbern n. der inner« Zierde nebst der Pralaturgerettetwa- re. In denen hiesigen Quartieren ist es dermalen still und von keinem Marsch etwas zu hören, wohl aber sagt man, daß zu seiner Zeit das gewöhnliche Capement bey Kollin wieder formiret werden solle, welches die Zeit lehrewmuß. Sonsten werden viele Montirungs-Sorten von hier nach denen Staabs- Quartierenabgeführet, undesheisset, daßeinige Kayserl. König!. Regimenter würden neu monti- ret werden. Die Herren Ober-Officiers gehen anjetzo stark ab-und zu. Einige derselben sind auch nach Wien abgegangen.
München, den 2.9. April.
Zufolg Nachrichten von Freysingen, sind Se. Höchfürstl. Durchlaucht und Eminenz, der Cardinal von Bayern, am verwichenen Samstag daselbst glücklich angelanget. Gleich nach Dero Ankunft haben Se. Durch!. Eminenz, Se. Excellenz Herrn Grafen von Trauner, hieher an unseren Durch!. Landes-Vater mit dieser höchsterfteulichen Nachricht abgefertigtt, nebst dem Vermelden, daß Höchst-crwehnte Se. Durch!. Eminenz nächster Tagen unfern Durch!. Hofmit Dero höchsten Gegenwart veglückseligen wolle. Gestern, in aller Fmhe, erhoben sich Se. Ehurfürstl. Durchlaucht
nach dem Grainger Moos , nächst Dachau, und sperseten des Mittags zu Schleißheim, nach aufgehobener Tafel, begaben sich Höchst- gedachte Se. Churrürstl. Durchlaucht nach Freysingen, um Dero Dmfchl. Herrn Oncle ganz ohnvermnthet, gleichsam überfallend, zu bewillkommen.
Ans dem Haag , den 2.9. Aprst.
Die Groß-Britannische Ministres, desgleichen sehr viele Personen, so sich hier befinden, haben sich bereits gestern nach Hellevoeksluys begeben, um daselbst Ihro Groß-Briknmische Majestät zu erwarten. Und da der Wind gestern sehr günstig gewesen, so glaubt man, daß Ihro Majestät diesen Abend zu Hellevoetslnys anlangen, und sich sogleich ans Land begeben werden.
Brüssel, den r-. April.
Die Officiers, derjenigen Regimenter, welche in den Niederlanden in Besatzung liegen, haben Befehl erhalten, ihre Zelten und andere Bagage zurecht zu machen, weil man ein Lust-Lagerzu for- miren, den Schluß gefasset. Dieses Lust-Lager wird in der Gegend von Vilvoorden diesen Sommer formiret werden.
Donau-Strom, den 3 o. April.
Aus Wien wird berichtet, daß wegen des Abet- glanbens von den Vampiers nachstehendes durch den Druck bekannt gemacht worden: Nachdenle durch die aus Ober-Schlesien Dero eingelangte Nachrichten der Ruf ausgevreitet worden, als ob dortigen Landes zu Herrinsdorf einige sogenannte Vampiers oder Blut-Sauger sich spüren Hessen, und derowegen von denen dortigen Einwohnern, diewürklicheAusgrabuug und Verbrennung einiger bey ihnen in Verdacht gefallenen Cörpern vorgenommen worden wäre; so haben Ihro Kayserl. König!. Majestät zu gründlicher Erforschung der Sache, eine eigene Commißion von erfahrnen und dem Werk gewachsenen Männern all locum abge- ordnet, von welchen nach genauester Untersuchung aller Umständen befunden worden ist, daß dieser Vorgeben blos von der durch die seit vielen Jahren her eingewurzelte betrügliche Vorurtheile, und einen sträflichen Aberglauben, verderbten Einbjl- dungs-Kraft derer dortigen Bauers-Leuten herrühre, folglich auch alles, was davon in verschiedenen Zeitungs-Blättern ausgestreuet worden, grundfalsch, und diese greuliche Exemtion einzig und allein aus eigenem Antrieb der dortigen Einwohner , ohne Vorwiffen dcr gehörigen Landsstelle vollzogen worden seye, welches ärgerliche Beginnen Ihro Majestät nicht nur alle diejenige, welche hieran Theil genommen, scharf geahndet,, son-