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arbeitet, ftlbkgw rn wegen zu bringen. Denn dieser Fluß hebt keinesweges dieVerstopfungm in der Leber, Mikz, Gekröse und Gekrösdrüfe; sondern er erleichtert nur derselben Cur. Ein ganz anders aber ist es, wenn sich dergleichen Verstopfungen erst zu erzeugen anfangen, und die Gefasst vom Blut voll geschöpft sind, als- denn kann es seyn, daß sie der Fluß der gold- mn Ader auf einmal hebet.

Was die Euren anbelanget, so kommt es hauptsächlich bey solchen Zufällen darauf an, daß man nichts gewaltsames vornehme, nicht unmäßig zur Aderlässe, die Arzneyen, welche dik golbne Ader befördern, mit vieler Behut- Hmkeit und Mäßigung anwende. Daß man weder Brechmittel noch starke Purgirungen, vtelweniger aber hitzige, flüchtige und alonkifche Tintturen in Gebrauch ziehe.' Denn man kann Versichert ftyn, daß man hiermit niemals ge. rvinnrn, wohl aber den Patienten unheilbar machen werde. Das nöthigste hierbey ist, daß man den Kranken niemals mit Arzneyen über­häufe , und noch viclwcniger alles unordentlich untereinander gebrauche. Man muß ihn vielmehr rur Geduld verweisen, und zu einem guten Verhalten vermahnen. Dieses bestehet darin­nen, daß man weder zu viel esse noch trinke, vornehmlich aber die hitzige und zusammenzie­hende Weine vermeide. Daß man sich mäßig bewege, für heftigen Gcmüthsbewegnngen und Erkaltungen, auch vor der Vielheit der blehen- dm, Hanen, fetten, geräucherten, eingefalze- «en, stark gewürzten oder hoch goutirten Spei­sen hüten, und ein leichtes Getränk, vornehm­lich rein Wasser erwähle, oder an dessen Stelle, wenn daran ein Mangel wäre, einePtisanne ans Queckenwurze!, Scorzoner, FenchU, Ci­chorien und Süßholzwurzet, mit etwas Dassa- frasholz und Citronfcheiben versetzt. Alsdenn kann lmm alle r.Monath am Fus zur Ader las­sen, und wenn der Leib verstopft sollte seyn, emPülver nehmen, welches aus 2obis;c>Gran Rhabarber aus ic»Gran von dem nuiaami- jooniaro , und. § Gran gerekliigtem Salpeter und Alanttvirrzel bestehet. Ist es aber ein hi­tziges Temprament, so wird dieser Zweck am Kesten durch ein halb Loil) c^remc-ris tacrari mit 40 Gpan Clzeefachari foenicnli oder cirrati und

.Mchm Grau Salpeter versetzt, erhalten. Wenn

aber stärkere Abführungen nöthig sind, so sind die Laxier-Trankger aus Manna, aus dem Mark von der Caßia, und Tamarinden mit Rhabarber oder bereitetem Weinsteinsalz ver­setzt, von bcsonderm Nutzen. Oder man kann auch Abends vor Schlafengehen, i; bis 20 Stück Pillen von denen Becherischen, Städtischen, oder PolychrcstPillen nehmen lassen, oder auch das

LxrraAum macrocvtticum. worauf Man des fol­genden Morgens ein halb yder ganz Lolh Sed- kitzer Salz, in Fenchelwasser aufgclößt, zu sich nimmt.

(Das übrige folgt künftig.)

Frankfurt. Seit dem Anfänge des itzsgm Jahres giebt der hiesige Buchhändler 3 August Hafpe wöchentlich emcn Bogen unter dem Titel heraus: Wöchentliche F-ankfur- tefche Ldhanvlungen ; Dieses periodische Werk macht seinen Verfassern, wie dem Verle­ger Ehre, denn es enthalt nicht nach dem ge­meinen Schlage unsrer itzigen Wochenfchriftm zusammen geraste Aufsatze schriftstellerischer Schüler, sondern solche Abhandlungen, welche beweisen, daß ihre Urheber Männer sind, die Erfahrung besitzen, die di: grosse Welt kennen, und die mit der angenehmen Munterkeit des Geistes alle Starke der Geleh samkeit verbinden. Ihre Abhandlungen sind abwechselnd, und kön­nen daher den Leser nicht anders, als vergnü­gen. Zehn Stücke haben bis itzo die Presse ver­lassen und man glaubet, das Verlangen des Publici nach diesen Blattern durch nichts mehr aureitzcn zu können, als daß man ihm eine kurze Anzeige thut was in den gemeldkcn rv Bogen schon schönes gesagt worden. Sie enthalten -- 1.) Gedanken über den dermaligen Zustand -- des Münzwesens in Teutschland, dessen vor- -» habende Verbesserung und die damit verbun- >, dene Schwierigkeiten.« In den Hambur­ger freyen Urtheilen findet man diese Gedanken von Work zu Wort, und in den bekannten Er- langische» Zeitungen gröstrntheils nachqedruckt, welches einen Beweis von ihrer Vortrefflichkeik ablegen kann. 2 ) » Patriotische Gedanken » von der Staatsfreygeisterey.« In dicsm schöner der Verfasser auch die Ordensbänder nicht, wenn er bey ihnen das Laster antrift, welches er aus das geschickteste zu bekämpfen