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Anno 17 g g- (XIX. g<M.) * 7.Manii.
Mit Römisch- Kaystrlichcr Majestät allergnäbigstem P R I V I L E G I O.
Lrittschcr SslpHe,
-Oder:
Ein gelchrtes Wochcn-Biat,
Worilinen alle merckwürdigste Begebenheiten aus dein Reiche der Wissenschaften mitgecheilek, und die darinnen zum Vorschein kommeiwe Schriften einer gesunden Beurcheilung unterworfen werden«
Frankfurt am Mayn.
Lortseyvttg
der Militärischen Arzeney-Verordnung Sr. KönigL. PreA Majestät.
ach dieser Theorie werden nunmehr» auch die üble Zufalle erkläret/ welche sich bey der goldnen Ader einfin- den, wenn solche nicht zmn Ausfluß kommt.
Diese bestehen in unaufhörlichen Krampfungen im Unrerleibe, in Auftreibung des Magens, des Grimdarms unter denen kurzen Rippen, Beklemmungen ums Herz mit Bangigkeiten , schwerein Athemholen und Angstschweisen. Es überfällt sie ein Schwindel und Düsterheit des Haupts. Oesters bekommen sie auch die fürchterlichste Vorstellungen. Es überfallt sie eine Kalte über den ganzen Leib, worauf eine stte- gende Hitze erfolgt. Der Apppetit ist gemer- niglich mehr als zu stark, wobey sie aber meh- rentheils mit Blähungen, gespannten Unkerlelb und Verstopfungen geplagt sind. Hauptfach- Fre^cag.
lich aber gicbt es Krampf-Colicken, welche nicht fetten mit einem Blasenkrampf verknüpft sind, und welche oftmals zugleich von einer archrtti-- schen, podagrischen, venerischen, oder ander» schürfen Materie, welche fvnit durch die Ausdunstung aus dem Körper sollte geschaft werden, unterhallen und ernähret wird. Desgleichen findet sich auch oftmals kurzer Athem» Husten, Blrrtspeyen oder Hüftweh dabey ein. Wenn man nun mit diesen Umstanden lang genug gequält worden, so erfolgt doch oft nichts weiter, als ein häufiger Schleim, welcher durch den Stuhlgang und Urin abgehet, und welches man die weiffe oder schleimige goldne Ader nennet. Diese bringen dem Kranken zwar nicht viel Erleichterung, wenn sie aber vor etwa- anders angesehen und gestopft werden, so bringen sie unsäglichen Schaden; wie denn überhaupt die allerharmackigsten und gefährlichsten Zufalle von einer verkehrten, qewatthätigen Und tumultuarischen Cur der goldnen Ader, entstehen, ob gleich des Patienten übles Verhalten auch öfters die besten Euren zu schänden macht.
Mau betrugt sich aber gewaltig, wenn man glaubt, daß man durch den goldnen Aderfiuß allezeit die oben beschriebene beschwerliche Zufälle heben könne, und dahero blindlings darauf
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