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hen müssen , so hak er für gut befunden, seine Arbeit allen Weltwcisen Deutschlands zuzuelg- nen, deren Eifer um die Ehre eines der grösten Geister ihres Vaterlandes, ihm nur allzuwohl bekannt ist. Wir sind gewiß, daß sie diesen seinen vorläufigen Hösilichkeiten allen den Wehrt, der ihnen gebühret, dcyzulegen, und ihn selbst von denjenigen Gegnern ihres Helden zu unter­scheiden wissen werden, welche mehr die Eifer­sucht , als die Wahrheit dazu gemacht hat. Wenn sic in etwanigen Streitigkeiten die Mey- nungen des Herrn von Premontvals auch nicht annehmen sollten, beyher aber nur von ihm die Kunst, sich in den tiefstnnigsten Materien eben so-deutlich als angenehm auszudrücken, lernen könnten; so würde derNutzen für sie doch schon unendlich gros seyn.

Leipzig. Unter dieser Aufschrift ist in Pa­ris herausgekommen: Longuerüana, ou rccueil

de penfeesj de discours, & de convcrfations de feu M. Louis du Four de Longuerue, Abbe de Sept Fontaincs, & de Saint Jean du Jan], Prem. & Sec. Partie, i. Alphabet in gros 12. Der Abbe Longuerue ist den 22. Novemb. I 7 ZZ- zu Paris gestorben, und mau hntttt ihn uins seiner historisch - geographischen Beschreibung von Frankreich, welche ihm bis an seinen Tod ver- ,drüßlich gefallen, zur Gnüge. Aus seinem freuen und lebhaften Umgang, hat einer seiner Freunde gegenwärtige Ana gesammlet, welche .alles gute und schlechte von dergleichen Art Bü­chern an sich haben. Doch stnd viele witzige Deurcheilungen verschiedener Werke, und ihrer Autoren, viele wohl ausgesonncne Erklärun­gen und Verbesserungen von Schriftstellen der Alten, mit eingemischet, die man nicht ohne Vergnügen lesen wird. Hieher gehört zum E. was er vom Homer, vom Fiavio jofepho, von Eufebio, urthcilet. Man wird auch manche Anekdoten von grossen Familien, ingleichen von Gelehrten, und nicht wenig freue Urtheile über den Staat von Frankreich, in diesem Buche finden, man siehet auch durchgehends, daß der Abbe Longuerue keine Geheimnisse vor seine Freunde gehabt habe. Am Ende hat der unge­nannte Herausgeber auch etwas von seinen Ge­danken hinzugefügt, die den Wehrt des Buches eben nicht vermehren. Das angehangte Ver­zeichnis aller Schriften des Abbee, kann zum

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Beweis seiner weitlauftigen Kannlnis, und sei­nes unermüdeten Fleiffes, dienen : doch find die meisten davon entweder noch in Manuskript, oder doch unter einem falschen Namen heraus­gekommen.

Paris. Der Abt de la ssaille , welcher ohnlangst von dem Vorgebürge der guten Hoff­nung zurück gekommen ist, hat nicht nur astro­nomische Beobachtungen daselbst angestellet, von denen er in der öffentlichen Versammlung der Königlichen Akademie der Wissenschaften im abgewichenen November seinen Bericht erstat­tet; sondern er hat auch einen Theil seiner Be­mühungen darauf gewandt, die Beschreibung dieses Vorgebürges, und des dazu gehörigen, genauer zu bestimmen, welche sich aus die be­kannten Kolbischen Nachrichten gründet. Er ist Willens, kritische Anmerkungen über die Schnitzer, so von Kolben gemacht worden, der, obschon unter- dem Schein der Aufrichtigkeit, sich allzeit von der Wahrheit entfernet, in die Abhandlung der Akademie etnzugeben. Ge­dachter Abt, zu dessen Bequemlichkeit der dor­tige Gouverneur ein Observatorium in dcm Hofe eines dev vornehmsten Bürger erbauen lassen, hat zugleich das Vorhaben bewerkstelli­get , ein sehr ausführliches Verzeichnis von den zwischen dcm Süder-Pol am Himmel und dem Tropico Caprieorni enthaltenen Sternen zu verfertigen, woben er wegen ausserordentlicher Helligkeit desHimmels in diesen Gegenden grose Erleichterung gefunden. Er hat nehmlich sei­nen Quadranten in das Planum meridionale ge­bracht ,- und unter einer gewissen Höhe eine ganze Nacht hindurch alle Sterne beobachtet, wie sie nach und nach dein ? timo Mobil, gemäß, durch sein Fernglas paßiret. Die folgende Nacht hat er seinen Quadranten auf eine an­dere Höhe gerichtet, welche von der vorigen um 3 Grad unterschieden gewesen, und er hat die vorbeystreichenden Sterne auf eben diese Weise bemerket. Solchergestalt hat er unter veränderten Höhen zwischen diesem Pol und dem Tropico, und indem er nach den verschie­denen Iahrszciten die Arbeit wiederholet, mehr als 9800 Sterne in der Gegend bemerket. Unter dieser grossen Anzahl Sterne aber, wovon die meisten ungemein klein find, hat er 19;^ aus­gesucht, das vorhabendeVerzeichniszu verfassen.

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