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der Puls noch sehr voll, geschwind, das abge- lassene Blut entzündet, und die Schmerzen halten noch eben so stark an, so muß man nach -r. Stunden wieder auf dem Arm zur Ader lassen, und 6. bis 9. Unzen Blut wcglassen, ja, man darf sich nicht fürchten/ wenn die Umstände an- halten, auch zum drittenmal die Aderlässe zu widerholen. Wahrend dieser Zeit gebraucht man öfters Clnstier, und laßt warmen Rheinwein mit Campfer- und Theriacalspiritus, vermittelst wollener Tücher über den Unterleib schlagen, und wenn zugleich der Urin wegen dem Blascnkrampf nicht wohl fort will, so ko» chet man Althnawurzel, Camillenblumen, Flü- derblumen und Leinsaamcn mit Milch zu einem Brey, bestreuet die Seite wo man auflegen will, mit kleingestossenen Safran und Campher, so in Zucker aufgelößt worden, und leget solches auf die rc^icinem pubis & perinad. Aus eben diesen Krautern können auch die Clnstier bestehen, woben man entweder bie obige Ptisanne, oder dünne Habergrütze mit Eitronscheibcn, oder einen Krauterlhee aus Schaafgarbenspitzen, Camillenblumen, frischen Pommeranzenschaalen und Fenchelsaamen, oder auch nur Theeboy trinken laßt.
Wenn die Schmerzen gar zu heftig, oder ein unaufhörliches Brechen dabev lst, so darf man wohl, redoch mit der größten Behutsamkeit ein gelindes annodynum dazwischen gebrauchen. Es können io. bis 20. Tropfen von dem Laudano Liquido Sydenhami schon genug fehlt. Doch
darf man solches auch nicht viel und oft gebrauchen. Wenn aber eine solche Hamorrhoi- dal'Colik zugleich etwas podagrisches, oderar- thritischcs zum Grunde hat, so muß die Ader- ; lasse allezeit am Fus geschehen. Man kann als- denn auch Blasen an die Waden setzen, und obiges Laudanum mit eben so viel Spiritus Be- zoardid Busfii vermischen. Wenn die Colik vorüber, so muß eine gute Diät gehalten, wenig gegessen, und ein Elixier 2. bis;mal zur Stärkung des Magens genommen werden.
Leidet es des Kranken Gelegenheit, so läßt man in hämorrhoidalischen Umständen einen Brunnen in gehöriger Ordnung im Frühiahr trinken, wozu der Egerische Brunnen den Vorzug verdienet, welchem ich aber das Embser Bad
noch bevfüge, vornemlich bey denjenigen Patienten, welche sich in unfern Gegenden befinden. Sonst aber kann man die Molken, mlt dem Saft von frischen Kräutern, oder obige Ptisanne nebst dem Elixier, Abführungen und Pulvern, einen Monatlang zur Frühlings.Euc anwenden.
Goreh.
Berlin. In I. C. Klüters Verlage ist auf lo Octavbogen in Druck erschienen - DuHazard
fous 1*Empire de la Providence, pour iervir de prefervatif contrc la Do&rine du Eatalismc moderne par Mr. de Premontval. Der Herr VON premontval, dessen Ticfsinnigkeit die WM nun schon.aus mehr als einer Schrift kennet, fangt in der gegenwärtigen an, einen grossen Thetl derjenigen Zweifel anfzulöfen, die er selbst wider dieJreyheit vorgetragen hat. Wenn die nachdrückliche Art, mit welcher er sie vortrug, einigen christlichphilosophischen Zärtlingen verdächtig scherncn konnte, so wird eben diese nachdrückliche Art, mit welcher er sie nicht blos zu verkleistern, sondern aus dem Grunde zu heben sucht, ihr Gewissen mit einem Manne wieder aussöhnen können, dessen lautere Absichttn ihm weder eine Stelle unter den Zweiflern noch unter den Fatalisten verdienen: Und zu zeigen, was für einen Einfluß die rcchtverstandene Lehre vomOhngefehr besonders auf die Lehre von der Sittlichkeit unsrer Handlungen haben könne, muste der Herr von Premontval nothwendig erst zeigen, daß es ein Ohngefehr gebe. Und dieses thut er in der gegenwärtigen Abhandlung, die jetzt gleichsam nur die Helfte ihres Titels Gnüge thut. Er beweiset die Würklichkeit des Ohngefehrs mit Voraussetzung einer höchst gütigen und höchst weisen Vorsehung, ja er bttvei- set Ne durch diese Voraussetzung selbst, und erhärtet, daß im Grunde alle Philosophen sie zugeben müssen , so sehr sie sich auch entweder blos wider den Namen, oder gar wider die Idee desselben sträuben. Die Wirkungen dieses Ohngefehrs, besonders nach den Einschränkungen einer ewigen Weisheit, wird er in vcr- schiednen andern Abhandlungen betrachten, welche in seinen schon angezeigten Proretlacions
& Declarations philofophiques erscheinen sollen.
Da seine schärfsten Angriffe, wie man leicht sehen kann, wider die Leibnitzische Philosophie gehen