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Mit welchem püttifdjcn Schwünge fangt tv seine Ode nicht an, m deren Initial-Slöckgm er sich mir einer Pfeife Toback in Studenten- Kleidern in Hol; stechen lassen?
Itzt, da mich Sorg und Kummer qualm Und Schmer; und Traurigkeit umringt,
Itzt soll der Knaster mich beseelen,
Der mir so offt ein Labsal bringt !
Itzt will ich seine Kraft probieren ,
Vielleicht kann sich bey seiner Glut,
Die Schwermut!) auch bey mir verlieren,
Da Günther damit Wunder thnk.
Einige poetische Klngdunckler werden zwar an dieser unvergleichlichen Strophe verschiedenes erinnern wollen, und z. E sagen ; cs miiife in der -reu Zeile umringen heissen; die Worte so osft, werden ihnen als ein zu Harrer Anstoß zweycr gleichlautenden Vokal n verkommen, und dem Worte prodiren, versagen sie wohl gar das deutsche Bürgerrecht, da es doch auf allen Weinmärktrn recipiret ist; allein, wenn sie auf solche Kleinigkeiten sehen wollten, dürfte- kein ehrlicher Biedermann, dem die Verse, wie Honig, aus dem Munde fliessen, mehr an das Versmachen gedenken. Herr Pfeifer thut sich etwas daraufzu gute, daß er einer von den geschwinden Dichtern ist, die im Stande sind, Ohn ein Bein zu strecken, Drev Bogen voller Nichts mit Jauchzen auszuhccken.
Er giebt dahero den langsamen Poeten ihr Theil in einer Strophe, die den leiten Beweis von seiner Dichl-Art geben mag: wer die Ode ganz zu leftn verlanget, kann sie allhier beu dem Buchhändler, Johann Tlugust Raspe, auf dem Pfarr - Eisen bekommen.
Herr Großmaul, der bey seiner Flöte, Wie schwangre Faun gebahrend grcißt,
Bleibt doch ein hinkender Pocke,
So sehr er auch den Kiel zerbeißt.
O gebt dem armen Meistersauger,
O gebt ihm Knaster und Coffee,
So'martert sich sein Witz nicht langer,
Den ich für Wut schon rasen fth.
Paris. Die Frau Gräfin vonvoisenon, die wegen der Lebhaftigkeit ihres Geistes und der Einsichten, womit sie denselben auszuzieren gewußt hat, nicht weniger, als wegen der reitzen»
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den Annehmlichkeiten, die ihr die Natur mitge- rheilt hat, berühmt ist, hat dir Stelle einer Pra> sidcntin der hiesigen medicinischen Fakultät angenommen , und ist in dieser Qualität mit einem allgemeinen Beyfalle darinn ausgenommen worden. Bey dieser Gelegenheit hat sie die zierlichste Rede gehalten, die die Herren Doctores jemals in ihren Schulen gehöret haben; und daher wird es der Mühe werth ftyn, sie hier mitzutheilen:
Meine -Aeeren!
Es ist die Eigenschaft grosser Männer, großmüthig und wohlthatig zu seyn. Der Rang, den Sic mir unter Ihnen cingeraumrt haben, ist ein Beweis hiervon. Sie hatten bey den mülssamen Beschäftigungen einer eben so edlen, als nützlichen Kunst eine Vergnügung vonnöthen, und dieses, was nur ein blosses Spiel Ihres Geistes ist, hat den meinigen bey nahe hintergangen. Ich glaube in der That, schon Einsichten zu besitzen, seit ich ein Recht auf Ihre Gelehrsamkeit habe. Empfangen Sie also, meine Herren, die Zeugnisse meiner Er- känntlichkeit. Je näher Sie die Schwachheiten der Menschlichkeit zu sehen gewohnt sind, desto mehr darf ich mir Ihre Nachsicht versprechen. »
Diese Begebenheit, welche der Fakultät mehr Ehre macht, als ihrer Vorsteherin, ist von einigen der besten französischen Dichter gefeyert worden. Wir wollen hier nur die leiten Verse mittheilen, welche bey dieser Gelegenheit von einem Verfasser verfertiget worden sind, der die glückliche Gabe besitzt, seine Dichtkunst mit einer sanften Anmuthigkeit, und besonders mit derjenigen feinen Galanterie auszuschmücken, wodurch er in den Gesellschaften, deren Vergnügen er ist, sich so viele Ehre erwirbt, und die man im Deutschen auszudrücken versucht hat:
Wer ist die neue Göttin hier,
Die mein bezaubert Aug erfüllt mit Trefflichkeiten ?
Ich fth die Gratien bey ihr,
Die Liebes-Götter ihr zur Seiten.
Jedoch, ihr Glanz zeigt mir der Venus Pracht und Schein,
Der Schönheit Königin. Wir sollen ihre Lehren
Im Tempel der Gesundheit hören,
Und uns an ftlbisrn erfreun.