Anno 1754- (XU Stück.) _ H-Junii .
Mit Römisch- Kaystrlicher Majestät allergnädigstcin
PRIVILEGIO.
Lrltlscher SAlpKt,
Oder:
Ein gelehrtes Wochm-Blat,
Worinnen alle merckwüedigste Begebenheiten aus dem Reiche der Wissenschaften mitgetheilet, und die darinnen zum Vorschein kommende Schriften einer gesunden Beurtheilung unterworfen werden.
Frankfurt am Mayn.
Frankfurt am Mapn-
reuet euch, ihr Tobacks- Brüderes ist abermals ein Dichter auf- erstanden, welcher die Blatter, bey denen ihr euch bisweilen selbst vergesset, entgeistert besungen ; &>r. £& »storch Ludewig pfeif# fer-, der Nechtsgelahrheit und schönen Wissenschaften Beflissener, hat nemlich ein Lied von 46. achtteiligen Strophen, von dieser Nahrung edler Geister gepfiffen, und solches zu wirren- derg bey Johann Friedrich Schlomach unter dem Titel abdrucken lassen: CZcherzhaftes Lodgsdichre auf den Rauch- und Knaster * T>dsck Der Herr Pfeiffer hat dieses Gedicht dem Hochwohlgcbohrnrn Herrn Hans Heinrich von Witzlebrn, Hochbestalltem Ereyß- Hauptmanne des Leipziger Creyßes, als einem grossen Liebhaber des Tobacks, zugeeiguet, und wir wünschen ihm vom Herzen, daß ihm diese Zuschrift wenigstens eine Rolle Knaster eintragen möge. In dem Vorbmchte an den Leser Dienstes.
entdecket er den, Anlaß seines Tobacks - Liedes 5 Leute, denen seine Gedichte auf den Thee und Eaffce, die er im vorigen Jahre zu Jena drucken lassen, haben ihn recht bey den Ermeln gezogen . auch den lieben Toback zu besingen ; er hat sich zwar lange nicht dazu verstehen wollen, bis ihm endlich zu einer verdrüßlichen Stunde ein ganz besonderer Appetit nach einer Pfeife Knaster angekommen; und siehe da, kaum hat Herr Pfeifer die Pfeife angezündet, so überfällt lhn eine poetische Hitze; er nimmt die Feder in die Hand, er schreibt rauchend einen Vers nach dem andern hin, und hat das Gedicht fertig, ehe noch die Pfeife ganz aus ist. ^ch, der ich dieses schreibe, muß es zu meiner Schande bekennen, daß ich in dem edlen Tobacks-Stu- dio von meinen Eltern unverantwortlich versäumet worden, denn ich werß nicht einmal, wie viel Zeit ein rechtschaffener Tobacksschmau- cher zu Ausleerung einer tüchtigen Pfeife braucht, und ob es nicht schon genug ist, wahrend dem Brande derselben, z 68 . Zeilen mit flüchtiger Hand niederzuschreiben, geschweige dann, dieselben mit dem Kopfe auszudenken, wie der Rechtsyklahrtheit und schönen Wissenschaften Befllsseur, Herr Christoph Ludewig Pfeiffer, es gethan. -
Iflgemtwn Yires Jfuperar.
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