fett, und vollkommen glücklich zu senn, indem sie eines andern Glückseligkeit zu befördern sucht. Daher ist ihre Wohnung fo einladend, ihr Umgang so angenehm , ihre Zufriedenheit so beständig, und ihre Glückseligkeit so vollkommen.
Manley hat einen feinen Verstand und richtige Grundsätze, und keinen andern Fehler, als eine übereilte Empfindlichkeit, die aus dem feurigen Temperamente entsteht, welcher oft mit einem guten Herzen verbunden zu seyn pflegt. Er ist aufrichtig, ohne Verstellung und edelmüthig, aber laßt sich durch Beleidigungen lercht aufbringen, und ist geneigt, sie zu dachen. Seine Zuneigung ist feurig, seine Aufrichtigkeit groß, seine Haushaltung vernünftig, seine Freygebigkeit erstreckt sich sehr weit, und seine Dankbarkeit hat keine Grenzen. Er gehört zu den edlen Characteren^der würdigen Männer, die Horatio in Rowens schöner Bußfertigen (kack pemtent) schildert: Rechtschaffne fliehen nie das Licht. Gerecht Ist was sie denken, ihre Neigungen Sind nie versteckt. Freymüthig lieben sie,
Frey ist ihr Haß und ohne Hülle. Stets Wirst du sie sehn vorm heitern Angesicht Des Tages wandeln. GOtt und Menschen sind Die Richter ihres Tduns.
Dis, mit allen seinen vermischten Vollkommenheiten und Fehlern, ist der Characrer eines rechtschaffenen Mannes. Seine grossen Pflichten im gemeinen, sesellschaftlichen und häuslichen Leben verursachen ihm Unzählige Mühe, Sorge, Kummer, Verdruß, Unruhe, und fehlgeschlageue Hofnungen. Die verschiedenen Eindrücke, welche diese Nachlassen, erfordern die mildernde Gefälligkeit und Zärtlichkeit einer reizenden vertraulichen Freundin, wozu eine liebenswürdige Frau vom Himmel geschaffen worden.
Wie das Starke und Sanfte mit einander verwischt, die schönste Harmonie der Töne verursacht; so geben auch hie Starke des männlichen Geistes und Herzens, verernt mit der sanften Zärtlichkeit desweib- tichen Edaracters einander die Vollkommenheit, woraus allein eine beyderseitige Glückseligkeit entstehen kän. 'Jedeb hctt eine Wohlthat zu empfangen und rnitzutye-len. Der Mann giebt sichern Schutz und Unterhalt; die Frau erleichternde Gefälligkeit, und «ufmumerndes Ergötzen; er/ die Mittel zum gemeinschaftlichen Vergnügen, sie, die Mittel, es vollkommen-zm machen.
EWomdcn alle Tugenden.des Manley wirklich zur Erlangung der Glückseligkeit unzulänglich seyn, und- alle liebenswürdigen EigMschafM der Amanbe wurden unausgeübt dreiden-f. wenn nicht die eheliche Verbindung ihnen die Mittel an die Hand gäbe, sie gleich Mt zu zeigen. DiefeWirkungen ihrer verschiedenen Vollkommenheiten, fragm zu ihrem semeischaftlichen
Glücke alles bey; und ihre Glückseligkeit wächst mit der liebreizenden Betrachtung einer aufwachsenden Nachkommenschaft, die ihren Segen immerwährend macht.
Von solcher Wichtigkeit sind die verschiedenen Eigenschaften beyder Geschlechter, daß sie gemeinschaftlich die wahre Glückseligkeit der Menschen ausmachen- welche man nie ohne eine glückliche Mischung der feurigen und edlen Tugenden eines Manley, mit den sanften und liebreizenden Tugenden einer Amanda- erfahren w rd. Sie mußte durch Gehorsam herrschen, seine Gemüthsart mußte weicher werden, um glückt lich zu seyn. Hätte nur von einer Seite eineTugend wirklich gefehlt, so wäre diese gute Wirkung gehem- met worden, Weh und Elend würden sie statt Glückseligkeit empfunden haben.
NB. Allen Liebhabern von neuen medicinischen Untersuchungen wird hiermit bekant gemacht, daß in Johann Georg Flei chers Buchhandlung zu Frankfurt am Mayn folgendes ganz neue Buchzu haben: Herrn Daniel Wilhelm Trillers geprüfte Pocken Inokulation ein Physikalisch und Moralisches Gedicht mit nöthigen Anmerkungen und Zusätzen erläutert. 410.1766. iss. Da nun bishero über diese neuerfundene Kunst so viele Zweifel und Streitigkeiten erreget worben so zeigst der Herr Verfasser nächst einer gründlichen Untersuchung in sehr vielen Exemplen wie unrichtich und unsicher drese neue Methode zu achten und wie wenig dieselbe so wohl nach den Pflichten der Religion als auch nach den Reglen der Medicru bestehen könne, daher defonders Eltern Die in diesem Stück noch zweifelhaft in Vorgesetzten Tractar einen hinlänglichen Unterricht erlangen können.
NB. Bey Endes benahmten sind von der ejrtra fa- vorabel eingerichteten Zten Carlsruher Lotterie 2W* Claffe, welche den i7ten Mart. 1766. gezogen wird, annoch wenige Kauf-Loose 245fr. die Plans aber gratis zu haben. Die Herren Liebhadere belieben also die Einlage zu beschleunigen, nebst 4kr. EimchreiZ- Gcld an Unterschriebenen franco zu senden, dagegen sich aller prompt und accuralen Bedienung zu gcwäc- Ligen. FranklMH am Mayn, den 24ten Fcbr. 1766.
Heinricck Remigius Hardt*
wohnhafft auf der Friedburger-Straß neben denen drey Schwedischen Cronen Lär.c^ Nro* 24 » .
Extraordinaire EmopLi'sche ZeitUNg. Den 8. MekZ. 1766. Num. ZZ. Mit Römisch-Kayserl. Majestät allergnädigstem ?k.lVI^LQ!0.
Eonstantinopel, den i 6 . Jan.
Die! Sultanin, von deren bevorstehenden Niederkunft unlängst Erwähnung geschehen, ist am 13. dieses von einer Prinzeßin entbunden worden, welcher der Großherr den Namen Begh Schagh beyge- jegt hat. Diese Geburt ward alsobald durch eine drey- fache Abfeuerung des groben Geschützes verkündigt, sodann folgenden Tages durch die Herolden und öffentlichen Ausrufer ferner kund gemacht. Die zurVer- herrlichung dieser Entbindung veranstalteten dreytä- gigen Freudens - Bezeugungen und Beleuchtung haben gestern angefangen, und werden heute und morgen fortgesetzet werden.
Seit vielen Jahren ist in hiesiger Residenz und in dem Inneren des Türckischen Reichs die Zufriedenheit nicht so allgemein gewesen, als unter der jezi- gen Regierung. Der Großherr verwendet alle seine Sorgen, um uus bey der immer blühenden Ruhe zu erhalten , und zu diesem gesegneten Endzwecke trägt der Großvezier aus allen seinen Kräften bey. Ihr wachsames Auge weis in die öffentlichen Verwaltungen einzudringen; den eingeschlkchenen Mißbrauchen abzuhelfen.
Rom, den 15. Febr.
Das Staats- Secretaria« har allen auswärtigen Höfen von dem Betragen des Päpstlichen Stuhls gegen den Prinzen Eduard Nachricht ertheilt. Der Courier Urienghi den erfagter Prinz abgefertiget hatte um bey den Höfen von Frankreich und Spanien um ihre Vermittelung bey dem Papst anzi'halten, damit er von Sr. Heil, vor einen König von Engelland möge erkannt werden, ist zwar wieder zurückgekommen; die Antwort mnß aber nicht günstig ausgefallen seyu, weil man sie sehr sorgfältig geheim hält.
Genua, den 15. Febr.
Aus Corsica meldet man; die Paolitten hatten einen Versuch gerhanBonifacio zu überrumpplen, zu welchem Endzweck dieselbe e»ne gute Anzahl Truppen zu Valinco auf 4 Fahrzeugen cingeschift. Da aber eins davon auf einen Felsen geratven, so seye dadurch der ganze Anschlag in Unordnung gebracht worden, und der Commandant in Bonifacio hadei Zeit bekommen, sich in guten Verrheidigungs-Stand zu setzen.
Mayland, den 19. Febr.
Am abgewichencn Mittwoch legten Jhro Durchl. der Herzog v. Modena,lals von Jhro Kays. Mm. dazu ernannter Commiffarius, dem General- Commandan- ten der Truppen in der Oesterreichischen Lombardie, Graf von Serbeüoni, die Ordenszeichen des goldenen
Vlieffes, in Gegenwart der Prinzeßin von Este uns der anwesenden Rittern, in der Capelle drs Herzogk. Palastes, mit denen gewöhnlichen Feyerlichkeiken an, worauf Se. Durchs, den neuen Ordensritter herrlich bewtrtheten. Das prächtige Gebäude der Iesuittea vor ihre öffentliche Schulen, ist auf Befehl des Hofs der in hiesiger Hauptstadt gestifteten Marien Ttiere- sien Universität angewiesen worden, welches «sagte Patres sehr schmerzet.
Londen, den 25. Febr.
Der Herzog und die Herzogin von Richmond langte an dem abgewichenen Montag aus.Paris hier an. Der Herr Leroi, Englischer Ingenieur, ist ebenfalls von Dünkirchen angekommen und har dem Ministe-' rio von dem Fortgang derNiederreissung der Festungs- Werker dieses Platzes, Bericht erstattet.
Londen, den 28. Febr.
Man hat an alle Handlungs-Plätze des Königreichs E-preffen mit der Nachricht von dem glücklichen Ausschlag der Americanifchen Angelegenheiten in dem Parlament, abgefertiget. Von diesem Patriotischen Verfahren ist dieses schon eine glückliche Folge, daß d»e hiesige Capitalisten der Regierung die zum Aufwand dieses Jahres erforderlichen Summen unter denen von Unterer vorzuschlagenden Bedingungenan- angeboten haben. Dem Prinzen von Wallis sollen die Kinderblattern ehester Tagen eingepropfet werden.
Zu Gibraltar ist nach einem Schreiben vom 11. huf. am 3°. Januar, einer der entsetzlichsten Stürmen gewesen: Der Schnee und Hagell ist da bey 7 biß 14 Fuß hoch gefallen. Viele Versöhnen ja so gar ganze Familien sind ums Leben gekommen. Die FestungS Wercke sind sehr beschädiget und durch die entstandenen Wafferfiüthen Stücke von 18 und 24 Pfündigm Salibet^ortgerissen worden. Man rechnet den Schaden überhaupt auf 8000c Pf. Stert.
Paris, den 28. Febr.
Den 25/en dieses ging die betrübte Nachricht ein, daß der König von Pohlen, Herzog von Lothringen und Baar, mit Tode abgegangen. Man schmeichelte sich anfangs mit der angenehmen Hofnung, daß die Wunden, welche Dieselbe, durch den am 6ten Dieses Sie betroffenen Zufall, erhalten, sich leicht heilen würden; allein, da die Suppuration und das Fieber sich sehr verstärkten, so wurde der Zustand Sr. Pohl- nischen Majestät täglich schlimmer. Nach sehr hcffti- gen ausgesrandenen Schmerzen, welche Dies-lben, mit einer Ihrer Frömmig und Hcrzhaftigfritswürdi- gen Ergebung in den Willen EOttes, emuge.., empfingen Sie den 22ten ans denen Händen desrCardi-
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