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bey ihrem Werck die Einstimmung dieser Böhmischen Brüder schrifftlich gesucher, worauf diese so gar etliche derJhrigen an Lutherum gefeinte um sich mit ihm wegen derKirchen-kelormattonzu besprechen. Jedoch hat sich besagte Brüderschafft weder mit einer, noch mit der andern von diesen beyden Religionen jemals vermischet, sondern sich bey deren innerlichen Spaltung unpartheyisch verhalten, und jede derselben bey ihrer Einrichtung beruhen taffen; wo- bey sie selbige geliebet und geehret, und sich zu denen gehalten, unter welchen sie gelebet; wie solches ihr Gesang-Buch, welches im Jahr i/66. dem Hayser Maximiliane zu in andern mahl überreichet worden, deutlich bezeuget. Es hatte auch ihr damaliges Glaubens-Bekanntniß eine so grosse Gleichförmigkeit mit dem Syftemate der Evangelischen Protestantischen Gemeine, daß die Universität zu Wittenberg eine öffentliche Genehmhaltung für selbiges ausgesteller.
Welchergestalt nun diese Gemeine nachderZeit wiederum von neuem verfolget, und die Brüder zum Theit nach Mähren, polen und Böhmen zu fliehen genöthiget worden, isigleichfals ausgeschriebenen Nachrichten gnugsam zu ersehen.
Gleichwie aber das Häuflein des HERRN jederzeit zwar gedrücket und verfolget, niemals aber unterdrücket und ausgerottet worden, noch werden soll, wovor JESUS demselben alle Furcht benommen, wenn er Luc. n, 32. die tröstliche Worte gebrauchet: Fürchte dich nicht, du kleine Heerde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch
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