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allen Anklagen des Gesetzes frey machen kan. Ich ringe erst nach einem kindlichen Hertzen, das Abba ruffen kan und nach dem Geist des Glau­bens , der uns von dem Gesetz frey macht, daß wir dem HErrn JEsu mit freudigem Geiste le­ben können. Ich dachte offt, darzu wäre der Weg, in die Stille und Einsamkeit zu gehen; aber nun sehe ich auch, daß man es annehmen solle, wie es der HErr gibt, der gemeiniglich auf einen ausgehaltenen Kampff oder Sturm wieder eine Erquickung und Ruhe kommen läßt und kan man hernach erst auch die Ruhe recht gebrauchen. Die Früchten, welche auf dem Felde wachsen, seynd geschmacker als die in dem Gewächshaus; doch darffen Kinder und Krancke auch nicht zu früh in die freye Lufft gehen. Der HErr ist ge­treue. Ihme sey Ehre! Amen!

Tun»

N.N.

IX.

Nachrichten von erbaulichen geist­

liche« teutschen Büchern.

I.

Udoviei Dunte Übung des wahren Christen­thums, bestehend in rechtschaffenem Glauben,

gotts

geistlichen teutschen Büchern. 89

gottseeligen Leben und seeligen Sterben. Der Amor war Prediger zu Reval. Das Buch käme erstmals um das Jahr 1629. oder 1630. und zum Drittenmal A. 1706. zu Wittenberg in 8. heraus. Es bestehet in 7. Büchern.

1. Buch. i. Cap. Daß die rechte Übung des Christenthums bestehe in gottseeligem Leben. 2. Was da seye ein gottseeliges Leben? 3. Von de­nen Hülffs - Mitteln, dadurch ein Christ das gottseelige Leben glücklich kan anfangen und da­rinn fortschreiten. 4. Von den Hindernissen und Einwürffen , so einen Christen auf dem Weg der Gottseeligkeit können verhindern und stutzig machen. 5. Von den beweglichen Ursa­chen, so GOttes Wort darreichet, die einen je­den Menschen zum gottseeligen Leben ermuntern und antreiben sollen.

2. Buch. i. Cap. Daß die Christen verbunden seyen, den Sonntag zu feyern. 2. Bewegungs- Ursachen, die einen Christen treiben sollen, den Sabbath zu feyren. 3. Welcher gestalten ein rechtschaffener Liebhaber der Gottseeligkeit den Sonntag feyern und heiligen könne?

3. Buch. i. Cap. Wie einer Christlich und gottseelig alle Tage in der Wochen solle anfangen mit dem lieben Gebet. 2. Wie ein Christ seine Beruffs-Arbeit, daß sie GOTT gefallen möge, soll richten und schicken den gantzen Tag über. 3.

Fs Wie

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wann er mercket, daß die Kranckheit überhand nimmt und tödtlich wird? 4. Wie ein Christ in seinem Absterben sich verhalten solle, wann er nun bald die Welt geseegnen und von hinnen scheiden will und in den letzten Zügen ligt?

Ein erfahrener Mann hält dieses für ein nützli­ches und erbauliches Buch. Einigen möchte es zwar scheinen, nicht geistreich genug zu seyn und nicht genug auf das innere Leben zu tringen, wie sie es haben wollen: Alleine mögen diese es nicht gebrauchen, so seye es doch sehr nützlich und folid zum allgemeinen Gebrauch des grösseren Hauft fens.

2.

H>Je Würtembergische Tabea oder das Merck- würdige äussereund innere Leben und seelige Sterben der weiland gottseeligen Jungfrauen, Beata Sturmin, welche den n. Jan. 1730. zu Stuttgardt im Hertzogthum Würtemberg durch einen seeligen Tod ist vollendet worden. Aus eigenem Umgang und Erfahrung wahrge­nommen und mitgetheilt von etlichen der Seeli­gen wohlbekannten Freunden. Zweyte Aufiag. Stuttgardt 1732.8.

Diese zweyte Auflage, so der ersten in gar kur- tzer Zeit gefolgt, ist von der letzt benahmsten Edi­tion darinn unterschieden, daß in jener etliche Stellen geändert worden, hingegen ihr Bild, neue Nachrichten, und einige Noten, so dasjenige erläutern, was einige nicht genug fassen können, hinzugekommen, hinwiederum aber ein Carmen,

r. Pree

Allerley erbauliche Brieffe. 85

Tafel geschlagen wär. - - Hast du unterdes­sen brav um unsertwillen zu leiden gehabt? ES ist dir eine Ehre. Was machen deine Kinder? Fahren sie fort ernstlich zu seyn ? Ich sencke sie diesen Augenblick in das Hertze und Wunden JEsu? Was machen die liebe Schwestern - - dencken sie noch an mich? Ich gedencke viel an sie;grüsse sie, wie auch - - . Lebewohl. JE- sus seegne dich. Ich aber ersterbe

Meiner allerliebsten Schwester

Unwürdigste Schwester.

z.

Schreiben eines Candidati Mini«? fterü an den andern.

Das Haupt und der Eckstein JEsus fasse uns mit seiner Krafft, daß wir, als lebendige Stei­ne,uns selbst je länger je mehr aufihn gründen und aus seiner Fülle nehmen mögen, hinan zu wachsen zum männlichen Alter und als gute Reben viele Früchten zu bringen. Amen!

Auf diesen Grund und in ihme hertzlich geliebter Bruder - -

c^CH dancke hertzlich vor ihre Liebe zu mir, daß sie mir ihren Hertzens - Zustand so deutlich und aufrichtig haben eröffnen und nach diesem auch die Gnade, so Ihnen der liebe Heyland darauf geschencket, gegen Herrn - : nicht ver- F z schwer-