%o I. Letzte Stunden
^Je grosse Barmhertzigkeit seines GOttes hak, ^ wie im gantzen Leben, also insonderheit in den letzten Tagen erfahren der seel. Herr Johann FriderichGmelin J.U.Cand. Derselbe wäre in diese Welt gebohren den 17. J* n * Ao * 1690. zu Aug- spurg. Sein seel. Herr Vatter war weyland Hr.Joh. Georg Gmehlin, Do&. Rath, und Leib - Medicus Jhro Hochfürstl. Durchleucht in Würtemberg, und zuletzt bey Churfürst Johann Georg iv. zu Sachsen: Seine seel. Frau Mutter aber Anna Sabina, gebohrne Sattlerin. Von diesen seinen lieben Eltern ist er nicht nur nach seiner sündlichen Geburth zur Heil.Tauff befördert, sondern auch hernach so wobl in der Gottesfurcht, als auch in andern nöthigenWis- senschafften treulich unterwiesen, und zu solchem Ende in das Hallische Paedagogimti Regium von ihnen geschickt worden, allwo er von dem nun- mehro seel. Herrn Prof. Francken und anderen Herren Vorgesetzten nebst vieler Liebe und Treue manche gute Überzeugungen und Funcken eines rechtschaffenen Wesens empfangen zu haben, bezeuget hat. Nach Verflieffung zweyer Jahren hat er das 5mdium Juridicum auf der Universität daselbsien angetretten, und weilen er bey denen Herren ?rofelloribu§ wegen seiner schönen (^usli- räten beliebt, und mit schönen Teftimoniis von denenselben versehen worden, hat ihn Herr General Winckler zu einem 5ecrersr!o und Audircur angenommen; als sich aber des Herrn General« Umstände bald geändert, wurde er anfänglich von Herrn Hof-Marschall von lumxling, und
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Jo. $rib. Gmelins/ U. C. 29 viele tausend seinesgleichen zu allen Zeiten und an allen Orten bewiesen. Und hier kam man ihm mit tauglichen Exempeln zu Hülffe. z.) Auf seine Sorgfalt, die er nicht nur für ein Zeichen der Gnade GOttes, wie ihn solche zrr sich ziehen wollte, zu achten, sondern je danck- begreriger er solche Sorgfalt als eine Gnade GOttes beyzuhalten und zu erlangen werde beflissen seyn, je mehr werde an ihm die Göttliche Verheissung nachdrücklich erfüllet werden. Psalm 50. v. 24. Er solle bedencken, ob jemahls eine Seele ihm bekannt worden, die umsonst für ihre Sünden gesorget, und in dieser Sorgfalt unerhört, Christum als ihren Artzt angeruffen hatte? In diesem Fall müsse JEsus vornemlich seine Ehre retten, und dessen Vatter Ihn, als einen Heyland aller Menschen, verklären. Das Geben, das aus solcher Ticffe ausgestossen, und im Nahmen JEsu Christi vor den Vatter gebracht werde, seye vornemlich Joh. 15. v. 13.14.15. ge« meynt.
** n.) (1.) Er solle nur in dieser seiner Sorgfalt und Armuth des Geistes fortfahren, und wohlgelaffen aushalten, er werde sich sodann aus eigener Erfahrung gar bald die beste Antwort geben können: Die ihre Missethat an- zeigen, und mit Ernst für ihre Sünden sorgen, die mögen getrost zuletzt sagen: Ich harre HErr auf dich, du HErr mein GOtt! wirst mich erhören. Psalm. z8. v. 16.19.22.2z.
(2.)