Furcht unseres grossen GOttes / als auch die Bcsorgnus der solchen Falles gantz gewiß zu gewarten habenden Ungnade Euer Königlichen Majestät ob / etwas zu schreiben / was auch nur den Schein einer die Sache selbsten übersteigenden Erhebung derselben haben könnte; ich würde aber so wohl gegen GOtt (dessen Merck man ja herrlich preisen solle /) als Euer Kö­nigliche Majestät injtmos ftyn / wann ich weniger sagen wollte/ als dieses: Der jetzige Königlich Dänische Hof/ und ins besondere Euer Königliche Maje­stät / scven ein Wunder unserer Zeiten und in den Augen aller / die auf des HErrnWerck sehen/ eine auf einem sehr hohen Berge ligende Stadt und auf ei­nem hohen Leuchter aufqestecktes helles Licht / dessen Glantz auch biß in dieses so wett entfernte Würtcmbergische Her» Hogthuin durchgctrungen und schon man­che redliche Seele darinn erwecket hat/ unfern lieben GOtt und Hcyland über Ihnen hertzlich zu loben. Ich weiß / Euer Königliche Majestät halten dieses für Dero höchste Ehre und höher als die Cronen und Sceptcr/ welche Sie tra­gen

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Vorrede. 11

fung nöthig zu haben scheinen, che man solchem die Welt hinein schreibt, theils weil dieselbe zu einer, meiner geringen Einsicht nach, gar nicht nöthigen Trennung und Verwirrung derer Ge­wissen Gelegenheit geben, dahero ich auch dieses Buch niemand, der nicht gesetzt ist und sich nicht von jedem Wind der Lehre bewegen lasset, zu le­sen rathen, wohl aber wünschen möchte, daß das gewiß gute darinn von jemanden möchte heraus gezogen Md von dem wemgsiens ver­dächtigen und sorglichen abgesondert werden. Von denen Sammlungen derer auserlesenen Materien zum Bau des Reichs GOttes aber kan dieses nicht gesagt, sondern muß vielmehr gerühmet werden, daß es ein sehr löblich-nutz- iich - und erbauliches Werck seyc; ich werde aber versichert, es solle mit dem i2ten Stück geschlos­sen werden. Und gesetzt, dieses wäre auch nicht, so können ja wohl 2. ja viele solche Wercke und Sammlungen neben einander stehen; ja cs wäre zu wünschen, daß wir viele dergleichen hätten und die Brösamlein, so hier und da von dem Tische GOttes fallen, fleißiger aufbehalten und gemei­ner gemacht würden, damit viele GOtt - liebende Seelen dadurch möchten erquicket werden. Wer in solcherley Sachen nicht um Gewinns willen, sondern zur Ehre GOttes schreibet, den wird es erfreuen, wann der liebe GOtt viele Mit-Ar- beiter in diese Ernde sendet.

Das erste, und wie ich gerne gestehe, ein Haupt - Stück also dieser meiner Sammlung werden seyn allerley Nachrichten von Führungen

GOttes