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Die zweyte Hinderniß ist verdrießlich , indem unver­ständige Leute um der liederlichen und in der That Ver- achtungs-würdigen Lebens-Art, deren meisten, die sich dieser Kunst gerühmet, endlich eine gewisse Ver­achtung gegen alle blicken lassen, die derselben zugethan. Sie verachten also die Kunst um deßwillen der sie treibt. Daher kommen alle die gehaßige Sprichwörter von Zahn­brechern u. d. gl. Da nun der vernünfftigcn Leute wenig, der von der gegenseitigen Sorte aber viel sind, so hat es würcktich grosse Mühe, che einer, der sein Brod aufleich­tere Art verdienen könte, Fleiß und Studia auf eine Kunst wenden mag, die von den wenigsten geachtet, und wobey man alle Muhe hat, erst vielleicht nach langer Zeit dem Trieb der Eigen - Liebe genug zu thun , welcher uns ein- gicbt, den Lohn unsers Fleißes in eitler gewissen Hochach­tung vor andern Ungeschickten zu suchen. Ich sage also noch eimnahl, daß ein Mensch gewiß Menschlichkeit, ja man könte bald sagen Muth genug besitzen muß, um einen so gefährlich- scheinenden Entschluß zu fassen , und zwar bloß um dem gemeinen Wesen zu dienen, in Wiederauf­richtung einer Kunst , zu deren Erhebung es doch selbst dergleichen Beschwerungen in den Weg leget. Dieser Hinderniß kan nur durch vernünfftige Persohnen abgeholf- fen werden.

Die dritte ist die bedencklichste und in dem sie sich zu­gleich auf die beyde vorige gründet, auch die schwereste zu überwinden; denn gesetzt, ich, der ich diese Kunst trei­be , habe Vermögen oder keines : Hab ich keines, so bin ich gezwungen, die beste Zeit meines Lebens, nemlich die

Jugend,