an, welches der Herr Cardinal Rochefaucault selbst hielte. Alle Depntirte, als 6. Erz-Dischöffe, io. Bischöffe, und iS. Aebte, nahmen wahrendem ho­hen Amt die Heil. Eommnnion, und der Bischoff von Aulnn hielte die Predigt. Den 4ten hatte der Clerus Audienz bey dem König, wobey der Graf von St. Florentini sie präsentirete. Sie empfiengen alle die Honneurs, die man dem Fran­zösischen Clero giebt, wenn er in corpore versamm­let ist, und die Garbe muste das Gewehr präsent!- ren. Der Herr Cardinal Rochefaucault führte die Anrede. Man will wissen, daß die gegenwär­tige Sitzung dieses ansehnlichen Corporis eben so wichtig seyn werde, als eine der vorigen, die un­ter dem Ministerio des Cardinals Richelieu gehal­ten worben.

London, den 17. Junii.

Nach den neuesten Briefen aus Dublin in Irr« land ist die Ruhe von neuen gestohret worden, wel­ches von den Arbeitern der Stoffen-Manufactu- ren geschehen, indem sie vorwenden, baß die Tra­gung deren Zitzen und Eattonen, wiewohl dieselbe in Inland gemacht, ihnen sehr nachtheilig und Ur­sache wäre, daß cs ihnen an Arbeit mangelt, dahe- ro sie sich den 4ten dieses zusammen rottiret, und den Weibsleuten, so sie mit dergleichen bekleidet an­getroffen, solche zerrissen oder zerschnitten, über welche Gewaltthaten ein solcher Schröcken entstan­den, daß man alle Kram-Laden verschlossen, worauf " eine grosse Anzahl deren Arbeitern in Zitzen und Cattonen herzugekommen, und die andere angegrif­fen, woraus ein sehr hitziger Scharmützel entstan­den, also, daß beyderSeits viele vewundet worden.

Halle, den 16.Junii.

- Die älteste Leute können sich nichterinnern, daß so vieleFeuersbrünste jemahlen so kurtz aufeinander als in diefem Frühling in hiesiger Gegend entstan­den , wie dann gestern Nachmittag aberiual in dem eineStunde von hiesiger Stadt entfernten und un­ter das AmtGiebichenstein gehörigen DorffeZscher- beneinesolche Feuersbrunst entstanden, wodurch aller Gegenwehr ungeachtet, 14. Häuser in die Asche gelegt wurden.

Hannover, den 17. Junii.

Bey der aus der Ebene von Dult am 15. dieses gehaltenen Musterung, ritten Jhro Großbritan­nische Majestät in Begleitung desPrinzen Friedrich von Hessen-Cassel Durchlaucht, des Herzogs von Neucastle und noch vieler Herrn von Distinktion die Linien hinunter. Auf dem rechten Flügel wä­re i.EstadrvnGranadiers zu Pferd, 4- Eseadron

von Pontpietin Dragoner, x. Eseadron von der Leib-Garde, r.vonPölnitz und 2. von Hammer­stein Cavallerie pöstiret, das Corpo der Bataille machten aus 2. Bataillons von der Garde, i. von Klincowströhm, i.vonSpörcken, x.vonBrunck, i.vou Cheuses, I. von Hodenberg,, I. von Mun. chow, i.vonFreudemann, r.von Krough und x.vonSoubirvn. Aufdemlincken Flügel waren postiret2. Eskadronen von Platen, r. vom Leib-Re­giment, Cavallerie, und von Adeleps Dragoner. Alle diese Truppen marschirten vor^hro Majestät dem König vorbei), sodaßHöchst-DieselbeMann vor Mann in hohen Augenschein nehmen konten.

Versailles, den 19.Junii.

Wegen der Nordischen Umstanden hat unser Hot 3 . Couriers, einen nach Schweden, den andern nach Dännemarck und den 3 . nach Polen mit wich­tigen Briesschafften abgeschicket, die Erörterung besagter Nordischen Sachen beruhen vermahlen aufderEntschliessung JhrerMajestätderRußischen Kayserin, welche dieselbe über die Erklärung fassen wird, so deren Minister zu Berlin geschehen, wel­che auch mit derjenigen Erklärung übereinstimmet, welche derHerr von Wahrendorffbefehliget ist dem RußischcnHofmitzutheileu, so balderseine öffent­liche Audienzen wird erhalten haben; manvermey- net innerhalb wenig Wochen zu erfahren, was die­se Declaration für eineWürckung hervor bringen werbe. ( Man vernimmt, daß Se. Allerchristliche Majestät eine Anweisung von 180000. Gulden auf Dero Schatz-Kammer angewiesen hätten, um eine Anforderung abzumachen, so der Wienerische Hof wegen der Fourage re. Lieferung hat, die von der Provinz Luxemburg zu der Zeit geschehen, als ein Theil der Französischen Armee unter dem Comman- do des Marschaüs von Löwendahl durch die Staa­ten selbiger Provinz nach der Maaß geruckt. Seit bis 4. Tagen sind alle, sowohl Staats-als Kriegs- Minister, wie auch die ausländische Abgesandten nebst den Secretarien derCanzley-Rechnungs-Cam- mer, zum König nach Compiegne abgereiset, wohin ain 18. dieses einSpauischerCabinets-Courier durch Paris zum Spanischen Ambassadeur, Marquis vonPignatellii» aller Eispaßirt ist. Aus der Stadt Orleans wird berichtet, daß allda 2. Soldaten des Regiments dieses Namens in selbige Stadt hinein kommend, Schertzweise^zu ihren Cameraben ge­sagt, daß sie gekommen wären, um gleich wie zu Pa­ris geschehen, die Kinder aufzuheben, worauf das Gerücht sich ausgebreitet und das allzuleichtglaubz