Key Gelegenheit der abzustattenden Gratulation den Charakter eines Ambassadeurs, gleich denen vom Französischen und Spanischen Hof, wie auch des zu Neapels, fuhren werde.

. Rom, den 6 . Junii.

JhroPäbstl. Heiligkeit befinden sich annoch auf dem EastelGanbolfo. Dieselben haben den Schluß gefasset, wegen der wichtigen Sache des Patriar­chats vonAmnleja eineCongregation von iv.Ear- dinalen anzustellen, welche die Schwürigkeiten, so noch im Wege sind, untersuchen, und Mittel aus- fündig machen sollen, dieselbe zum Vergnügen, so­wohl des Hofes zu Wien, als der Republiek Vene­dig, abzumachen. Der Cardimst-Staats-Secre- tarius hataufBefehl desHofs einEdict ausgehen lassen, nach welchem künfftighin alle fremde Geld- Sorten, so im Kirchen Staat gangbar sind, wie die Römischen gantze und halbe Zechinen, gewogen, und so viel Grän daran abgehen, mit so viel 6 . Sols vergütet werden sollen. Diese Verordnung macht in der Thal ein grosses Aussehen, da dem gemeinen Mann um so grösseres Nachtheil hierdurch zuwach­set, als bisher» alles Gold, so zu reden, unbesehen angenommen worden, obgleich manches Stück am Gewicht io. bis 12. Grän zu wenig gehalten. Dadurch geschähe es, daß von so vielen tausend Fremden, die sich bey Gelegenheit des Jubel-Jahrs allhier eingefunden, mehr als vor eine Million sol­cher leichten Geld-Sorten in das Land gebracht worden sind °. und eben dahero ist der Schaden vor die hiesigen Einwohner um desto grösser, und es hat bereits be» Handel und Wandel nicht anZän- ekereyen, des Geldes halber, gefehlet. Es soll da- herv ohnverzüglich eine Congrcgation gehalten,, und darinne über die Mittel berathschlaget werden, wodurch man am füglichsten aller llnordnung ent­gegen gehen kan. Neulich trüge es sich zu, daß sie­ben Schuhknechte, welche mit einander nach Galo- ro ans den Marckt gegangen, in ihrer Rückkehr Schwämme gesammelt, und sich solche in einem Wirthshaus zurichten lassen; da sie mm selbe ge­gessen, und sich darauf wieder aus den Weg hieher zurück begeben, wurden sie alle von grossen Schmer- tzen überfallen, wovon gleich daraus 2. in dem Spi­tal von St. Giovanni, ;. in Trasievere, und die übrige nachgehends, ungehindert alles eingenom­menen Gegcn-Giffts, auch gestorben.

Aus Savoyen, den 10. Junii.

Den 4. dieses gegen Abend ist der prächtige Ein­zug oes Herzogs und Frau Herzogin in Turin un­ter dreymaliger Lösung rav. Eanonen erfolget, die gantze Stabt ist selbigen Abend und Nachtherrlichst

beleuchtet, uno sowol Kunst- als Frenden-Feuer an­gezündet worden» andern Tags, als den sten, hat man in der Haupt-Kirche, unter Lautung der Glo­cken und Abfeurung des Geschützes, das Te Deum musikalisch abgesungen, Abends und Nachts war wiederum die Stadt erleuchtet, wie auch 3 ten Tags, als den ckten, geschehen, bey Hofe war musikalisch Concert. Am 7ten haben die Schauspiele ihren Anfang genommen, und sollen täglich neue Lust­barkeiten am Hofe Vorgehen bis den 19ten dieses, an welchem Tage das heilige Schweißtuch unsers Heilandes öffentlich ansgestellet werden solle, wel­ches kostbare Kleinod sonst nicht als bey Gelegenheit der Geburt oder Vermählung eines Herzogs von Savoyen vorgestellt zu werden pfleget.

Stockholm, deu 12. Junii.

Man ist allhier in kurtzem des Thronfolgers Kö­nigliche Hoheit, welchenunmehro die Musterung' über alle in denen Provinzen des Königreichs bc- quartirte Regimenter mehrentheils geendiget,wie- derzurückgewärtig, indem die Zeit der bevorste­henden NiederkunfftDero Frau Gemahlin König!. Hoheit immer näher heranrücket, und eben deswe­gen börsten auch Dieselbe vor diesesmal die pecre- tirte Reise nach Abo, um über die daselbst sowohl als in andern Orten befindlichen Truppen die Revüe zu halten, nicht antreten, wie dann bereits der in Finnland commandirenden hohen Generalität die König!. Ordre zugefertiget worben, die unterha­bende Regimenter zu mustern, ungeachtet schon zum voraus die exacteListeeingeschicketworden, daß nichtallein Dieselbe, sondern auch dieLand-Mili^ sich durchgehenbs.in completem Stande befinden. Obgleich sowohl Rußisch-Kayserl. als hiesig Kö­niglicher Seits die Armatur zu Wasser und Land eif- rigst fortgesetzet wird; so stehet doch von denen Hä­ven dieses Königreichs nichts anders zu vernehmen, ausser daß die aufdenen in See gestochenen Fregat­ten befindliche» Mannschafft nur vor die lange Weile im Rudern geübet wird; so hat man auch von denen Rußischen Häven noch gar nicht vernom­men, daß dieschonvor einem MonatzurAbseglung fertig gelegene Escadre Befehl zum würcklichen Auslauff bekommen habe. Im übrigen flattiret sich jedermann noch beständig, daß die in Norden noch obwaltende Mißhelligkeiten durch die Vermit­telung derer Höfe von Wien und London ehestens völlig beygelegt seyn dürften.

Paris, den is. Junii.

Als den 1. dieses berichter müssen die solenne Eröffnung der Seßionen von der Geistlichkeit ge­schähe, fienge sich dieselbe mit einem hohen Amt-