Anno 1754- 8kkytagö, $11 io, Majas No. 74 ,
RitRöm. Kayserl. Raj.Allergnädigftem l'nvüeZio
In Franckfntt am May«.
Wien, den 1. May.
^En rssten dieses, gerührten Ihro Kayserlich-Königliche Majestät, eine ganz besondere Gnade höchst Dero Adeli- chem Collegio Lheresiano angedeihen in lassen. Eine Anzahl junger Herren Cavaliers, so sich in besagtem kollegio in Christlichen Lugenden, Adelrchen Sitten, standesmäßigen Wissenschaften und ritterlichen Leibes-Uebungen vor anderen hervorgethan, wurden von Ihro Kayserlich-Königlicher Majestät, nach Schönbrunn al- lergnadigst beruffen, aüwo selbige in Begleitung einiger Parre», aus ver e,ep«ww, 3 * ,a i sich zum Kayserlichen Hand Kuß mildreichst ru- aelaffen, hernach aber mit einem Komguchen Mittagsmal auf das herrlichste versehen worden. Es wurde ihnen auch allergnadlgst verstauet, sich den ganzen übrigen Lag, im Kayserlichen Pallast «nd Lust Garten nach Belieben zu ergötzen. Den i7sten dieses, Nachmittags, zwischen z. und;. Uhr, lind Ihro Ercellenz die Frau Obrist - Hofmelste- rin, Gräfin von Fuchs, mit allen heiligen Sakramenten , in der Burg, versehen worden, und hierauf Nachts, gegen n. Uhr, in einem Alter von so. Jahren, zu grosser Bedaurung de-Kay- fert. Königlichen Hofes, in Gott selig verschieden 1 Madrit, den 16. April. ...
Weil die Groß-Britannischen Sachen eineZeit- hero immerhin einenwesentlichenBorwuef in den Unterhandlungen dieses HofeS^gemacht habe«, so scheinet es, daß diese Betrachtung ui die De« «veg-Ursachen eingefioffen, welche den Catbolischen König bewogen haben, den Herrn Wall zum Staats-Minister und Secretair m dem Depar- ttBKiif derer MsaMchen Äffairm w erkteseu,
Der Herr Keene, Groß Britannischer Abgesandter , ist am ersten von dieser Wahl Sr. Majestät berichtet worden, und dieser Minister, dessen Activitat sattsam bekannt, hat augenblicklich einen seiner Haus-Bedienten abgefertiget, mit Befehl , seine Reise nach Londen, mit bestmöglichen Fleiß ausznrichten. Indem Se. katholische Majestät vernommen, daß man in den hiesigen Magazinen eine grosse Quantität Getrayde, so letzthin aus Sicilien gebracht, verderben lassen, haben Se. Majestät, Dero Mißvergnügen be- t , .. n AEdnct^ den Ls.m.mlügciM, wel- Genua, den rs. April. ;
Unsere Regierung hat seit einiger Zeit sehr öfters sich, wegen des unglücklichen Zustandes auf der Insul Corsira, beratbschlaget, endlich den Schluß gefastet, eine starke Volk- Hülfe dahin zu schicken, um die Besatzung zu Bastia, Salm, Ajaerio, und San Dvnifacio, zu verstärken , welche man um so viel nöthiger erachtet, weil die Mißvergnügten allerhand Bewegungen bis- hero gemacht, und noch machen, und gar trachten möchten, die kommunieation mit diesen genannten Plätzen abzuschneidkn. Es hat der Senat unter abermahliger scharfer Straffe verbot- len, das bekannte Manifest, welches die Häupter der Torsen, an alle Machten addreffirer, weder zu lesen, noch bcy sich r« fuhren, noch rum Druck befördern zu helfe».
Aus Italien, den 2.4. April.
Man vernimmt, daß der Genuesische General« Lommiffarius,auf der Insul Corsica, Herr Marquis von Grimaldi, zu Bastia wieder glücklich angelanget. Dis wwnwtM kriegerische