welches zu derHerrschafft Porentruy gehöret, gefangen bekommen, und solche aufdas hiesige Schloß eingesperret, wo sie bis den rz. vorigen Monats geblieben sind. Nachdem nun der Fürst Bischof, unter dessen Hoheit sie stehen, deren Auslieffernng begehren lassen; so sind dieselbe, unter Bedeckung eines Sergeanten mit 8 . Granadiers, oder Mili- tzcn aus dem Val de Nutz, in der Grasschafft Va« langin, fortgesühret worden., Diese kleine Bedeckung war kaum auf die Hobe von Bomod gekommen, als sie von einem m- Man» starrten Hinterhalt, aus der Landschafft Porentruy, angefallen wurde, der um die beyden Gefangenen loß zu machen, sich mit Gewehr versehen hakte, auch solches würcklich losgcbrannt. Der Sergeant ließ sich durch die Menge nicht erschrecken, und avan- cirte ohne seine Gefangene im Stich zu lassen, beständig fort nach dem Wirths-Hause von Bvinod, unter unaufhörlichem Feuergeben, bcy dem er eine so gute Ordnung zu ünterhalten wüste, daß er mit seiner Handvoll Mannschafft endlich seine Feinde zerstreuet, und auch noch einen andern weit star- ckern Hinterhalt abgcwiesen hat. Der Sergeant hatte mit seinen Leuten noch etliche Feuer in dem Wirths-Hause auszuhalten, nachdem aber ihnen sofort eine Verstärckung gegeben worden, führten sie die Gefangenen ohne Anstoß nach Ferricre, wo sie einem Commando von 4°. Mann
Thest von der'
erster» Bedeckung sich ZU ihnen schlagen, und die Arrcstirtcn bis zum Orkund Stelle bringen helffen. Der Bruder eines von den Gefangenen hat Schüsse bekommen, under liegt würcklich zu Chaur de Fonds, wo ihn unsere Leute hingebracht haben. Soviel manweiß, hatderDaterdavyn ins Praß beisscn müssen-: Man kan aber nicht sagen, ob noch andere geblieben oder verwundetwordcn sind.
Stockholm, denel.Octobr.
Ihr» Königliche Hoheit der Thronfolger haben sich heute nebstDero Gemahlin yonDrottningholm nach Upsala begeben, um sichinden cjnigcMeilen davon entfernten Wäldern mit der Baren-Jagd zu belustigen. Die Senats-Sitzungen werden hier täglich sortgesetzet, und zu Entscheidung der einheimischen Angelegenheiten hauptsächlich angewandt; Massen dem Vernehmen nach der umstand der ausländischen Sachen allenthalben zum Besten dieses Reichs so beschaffen ist, daß solcher allhier eben so viele Beschäfftigung nicht erfordert. Ein Zeugniß von diesen Bemühungen wird seyn, daß man binnen kurzem gedruckte Ediete haben wird,
welche die einlandische Verfassungen betreffen.
Von Finnland hat man, daß die dasigen Einwohner mit ihren Nachbarn in Ruhe und Frieden lebten, und miteinander im Handel und Wandel sehr wohl überein kämen. Man erwartet hier ans gedachter Provinz einen guten Vorrath vonFleisch, weil dieVieh-Kranckheit gedachter müssen in einigen Schwedischen Provinzen im Schwange gehet. _ Das hiesige Collegium medicum hat inzwischen ei«-*- nen Unterricht ertheilet, wie einige Personen ge- * genwärtig seyn müssen , wenn hier Rind-Vieh geschlachtet wird. Die Ost-Indische Compagnie ist mit der Ausrüstung neuer Schiffe nach Canto» beschäftiget. Sie hat auch Schiffs-Prediger, welche als Lehr-Jünger des Herrn Archiaters Linnai in den natürlichen Wissenschafften wohl erfahren, befunden worden. Die KöniglicheWiffenschasts- Societät zu Toulouse hat diesenHerrn Linnai neu- — lich zn ihrem Mitglied erkohlM.
Warschau, den 9. Octvbr.
Gestern Morgen in aller Frühe erfolgte die Abreife bcydcr Majestäten aus hiesiger Stadt nach Sachsen mit i so. Post-Pferden. Das erste Nachtlager ist zu Kuttno , das andere zu Kleezow, und den 10. werden Ihro Majestäten nach Posen, den 11. aber inBanchwitz anlangcu. Zu Plorten halten sich Höchst-Dieselbc einige Tage auf, und werde» alsdann Dero Reise von dannen nach Dreßde» mvu; -jiji'ö yj^aicltat der König von hier abreisete, wurde dem Hof-Schatzmeister vonLitthauen, Hmm Grafen von Sapieha, die WoywodschaffkMsiislau, dasHos-Schatzmeister- AmtvsnLithauen dem General-Quartiermeister, Grafen Sapieha, diese General-Quartiermeister- Skelft aber dem Herrn Massolsky ertheilet, der Starost Bobrownicki hingegen wurde zum Groß« • Küchenmeister von Lithaucn erkläret. Den 6tcn dieses langte ein Erpresser mit der Nachricht an, daß das seit einem Jahr unterbrochen gewesene CronTribunal Pen 5/dieses zu Petrikpw glücklich fnndiret worben, und daß man alldadenFürsten Sanguzko, Hof-Marschatten von Lithauen, zum Marschallest dieses Tribunals einmüthig gcwählet habe,
London, den i;. Octobr.
Es haben die See-Officiers derer Jagden, welche nach Hellevoetsluis absegle», und Jhro Groß- britannische Majestät von dannen wieder hieher zurück bringen sollen, Befehl erhalten, sich bereit zu halten, unter Segel zu gehen. Der Erpresse, welcher den 8.dieses ausHannover hierangelangek, hak sehr wichtige Briefe von einer IIMN Uiitcr-