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Anno 1751, Frcytags, den 26 kebrunr. Igo.ZZ. Mit Rvm.Kayserl.Maj.Allergnädigstcm ?riviieZio.

In Franckfurt am Mann.

Auszug eines Schreibens aus Bristol, den 11 . Januar.

Tagen star b allhier sehr plötzlich, wie PJrl man glaubte,der Hr. Richards, ein Predi- ger eines in der Nähe Hegenden Dorfs. Nachdem er behörigermaffen von dem Bette abgelegetwar,hielten ihnseineFreunde 1.Ta. ge über der Erde. Wie sie ihn aber dendrittenTag wollen begraben lassen, spühveten sie, daß die ver. meynte Leiche warm und nicht steifwar , woraufsie einenArztkommenlicssen, welcher befahl, daß ihm zurAder gelassen würve.Als oieses geschähe,war das Blut so flüchtig, daß es kaum, gestopft werden konte. Der Arzt sagte, er wäre nicht todt, son­dern läge in einer Ohnmacht. Es wurden alle Mittel angcwendet, ihn wieder zurecht zu brin­gen, allein vergeblich. Weil nun der Leichnam kein Zeichen von sich gab, so begruben sie ihn am folgenden vierten Tag. Kurz darauf trug sichs z« , daß eine Person in die Kirche kam. Diese hörete in einem der Gräber ein Getöse, und be­gab sich darauf geschwind nach dem Küster, wel­cher, als er auch etwas lebendiges in dem Grabe des Herrn Richards merckte, solches nebst dem Sarg öfnete. Es wäre aber schon zu spat. Man sähe, daß der Leichnam starck schwitzte, und aus der Nase blutete. ES ist also daraus zu schlicffen, daß er bey der Beerdigung noch nicht todt gewe­sen, sondern erst in der Gruft seine» Geist auf­gegeben. _

tzadix, dknzo. Januar.

Es hat der Spanische Hof den Befehl hieher geschicket, daß unverzüglich 4- grosse Kriegs-Schif­fe allhier sollen ausgerüstet, bewafnet, «nd künf.

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und andern Maaren nach Vera-Crux in America abgefchieket welchen sollen; Diese Nachricht hat die Handelschast in grosse lMnhe gesetzet, sinke« mahlen man sich geschmeichelt, daß die ehemahli» ge Abfertigung der Silber-Gallionen wieder wer» de hergestellet werden; Da aber nunmehro diese Hofnung allem Ansehen nach verschwunden, s» wird die Handelschaft hiervon grossen Nachlheil verspühren.

Petersburg, den ,0. Jan.

Gestern ist ein durch unfern zu Constantinopek befindliche« Legations-Secrctair abgeiertigkerEvu» rier hier angelanget, und über dessen Mitbringen in Gegenwart Ver Kayserin Majestät des Groß» Fürsten Kayserl. Hoheit auch aller Ministresd'E- tat grosser Ra'lh gehalten worden; der von seibi« gen hiermit abgestattete Rapport nun, hat dem Vernehmen nach datin bestanden, wie ihm durch dem Groß-Vezier die mündliche Versicherung er- theilet wäre, daß, ohngeachtet nach dem erfolg­ten Absterben unsers letzter» Gesandten, Herrn von NepIuef, sich noch kein anderer in besagter Türckischen Capitale eingefunden, dennoch ihm anheim gestellet bleiben würde, derer durch die Kayserin ihm zuzusendenden Angelegenheiten hal­ber sich bey dem berührten Groß-Vezier zu mel­den, und gleich andern Christlichen Bottschaftern auf die erfolgte Invitation im Serail zu erschei­nen. Da nun sothane Zeitung Sr. Kayserl. Ma­jestät sehr vergnüget, so haben allerhöchst Dero- selbe» zu verordnen geruhet, aufs schleunigste die kostbarsten Präsente zu verfertigen, welche dem nach Constantinopel abzugchen befehligten, neuen Gesandten vor den Sultan und dessen vornehm­sten Ministrjs rnitgegeben werden sossen- liebri-