die erste Streik- Schlifft wieder die Herrenhrtter herausgegeben, und sie ist auf die Schlifft gerich- - tet, welche der Herr Graf von Zinzendorssvor einem Jahr unter seiner Aussicht in hiesigerSradthat . drucken lassen. Einige Lenthe, welche weder kaltnoch warm in der Religion sind, befleißigen sich dieser Secte ans politischen Absichten und Ursachen das Wort zu reden, allein die Vernünftigsten sind der Meynnng, daß man sich diesen politischen Gründen wiedersetzen müsse.
Ein anders aus London, den s. Januar.
Man verwundert sich sehr, daß in den ausländischen Blättern gemeldet werde, es hätte der Herr Graf von Zinzendorff in dem kleinen Ort Chelsea eist Stück Landes geknufft, und eine Capelle ge- bauet, auch eine Fabrique angeleget, welches aber gar nicht gegründet ist. Als die Herrnhuter ohn- längst bey dem Herrn Grafen von Chesterfield um die Areyheit angehalten haben, sich in den Americanischen Colonien niederzulaffen, und man besagtem Herrn Grafen eine Nachricht von ihrerLehre und Leben-gegeben hatte, so antwortete er , lasset sie eine Ladung von offenbahrenN * 5 seyn,wir brauchenLente zurBesatzung unsererColonien.Man hat ein Mandat kund gemacht, um die Raubereyen und Diebstähl zu unterdrücken, welche seit einiger Zeit in hiesiger Stadt und ihrer Gegend außgeübet werden, und wird denjenigen eine ansehnliche Verehrung gegeben werden, welche einen Räuber, Dieb oder Mörder der Justitz in die Hände lieffern wird. Die Frau Gemahlin des Margnis de Mirepois hatte vorgestern dieEhre indemPallast von St. James das erstemahl nach ihrer Zurück« kunfft aus Franckreich, Jhro Majestät den König zu grüffen.
Amsterdam, den 5.Januar.
Die Zahl der Tobten in hiesiger volckreichen Stadt belaufft sich in dem verflossenen 17,'osten Jahr auf 8syck., folglich sind in demselben *66. Personen weniger als im vorhergehenden lösten Jahr gestorben. Und man hat zugleich angemerckt, daß in dem nunmehr» verstrichenen Halden Jahrhundert in hiesiger Stadt in allem 408; 98. Menschen gestorben. Das stärcksteTodten-Jahr aber ist das von 17 2.7. gewesen,da 1)775-Menschen gestor- - den. Wie man vernimmt, so sürd die Güter eines der SpanischenSchjffen,so an derCüste vonNord-Caro- linen gestrandet, denen dasigenEngeüändern nicht zu Tkftil worden , iiwem die Spanier selbige auf r. gemietheten Ehalouppen nach der Havanna abge- sührct haben. Eines davon muste zwar wegen mrdrigen Windes wieder jurück kommen, welches
sogleich augehalteu wurde. Dem ander», welches i sooso.Stück von Achten und eine Ladnng von Cochenrl nebst andern Kostbarkeiten an Bord hatte, wurde zwar nachgefttzet, und man traffe es auchan, allein die Spanier, i r. an der Zahl, hatten sich wohl bewaffnet, und schwuren von dem Verdecke, daß sie aufdieEngellänber, so in kleinen Schiffen waren, feuren wolten, wenn sie naher kamen. Sie haben also den Theil des Strand-Rechts, so ihnen gebühret und zukommet, müssen fahren lassen.
Ein anders aus Paris, den 8. Jan.
Nachdem sich Jhro Majestät der König z« Trianon einige Tage ausgehalten, so langten Dieselben gestern zu Versailles wieder an. Es gehet oai Gerücht, daß Jhro Königliche Hoheit die Madame la Dauphine, sich wieder in geseegnetem Stande befindet. Man redet von einem Subsi- dien-Tractat, welcher zwischen unserm und einem gewissen Teutschen Hofe zu Stande kommen börste.
Ostende, den 8. Januar.
In dem letzt verwichenen Jahr sind in hiesigem Haveu mehrere Schiffe ein-'und auch ansgelauf- fen, als in denen drey vorhergehenden Jahren nicht geschehen, woraus man abnehmen kan, daß bey uns bas Commercium stMsanter zu werden ansange.
Bayreuth, den 9. Januar.
Heute frühe gegen r. Uhr tratten Se. Hochfürstl. Durch!, der Herr Herzog nebst Dero Frauen Gemahlin Hochfürstl. Durch!. Dero Ruckreise hinwiederum nach Dero Landen an, und sollen Höchst- dieselben des Mittags in Erlangen zu speisen, und diesen Tag noch Dero Reift bis nach Anspach fort- znsezen Willens seyn.
Brüssel, den 10. Januar.
Nicht nur die Stadt Antwerpen, sondern auch die Flandrische Stäube, haben Dcpukirte hieher geschicket, welche die Unterredungen angefangcn, man glaubet daß solche die neue Fahrt von Ostende bis an die Schelde betreffen. Man sagt, daß im Früh - Jahr diese Arbeit soll vorgenommen werden, zu dem Ende werde man ein Lager von 6000. Mann sormircu,wovon täglich 18oo.Maml an dem Canal arbeiten, und diese Arbeit ausserordentlich bezahlt bekommen sollen. Wegen der Parriere, setzet der Herr von Haaren die Unterredung mit der Regierung fort.
Regenspurg, den 10. Jan.
Vorgestern sind des Herrn Fürsten von Waldeck Hochfürstl. Durchlaucht allhier paßiret, und haben Dero Reift nach Wien fmoefttzet. An?