verständlich einer eingehenden Besprechung, doch mögen wenigstens einzelne der hervorragenderen Arbeiten hier kurze Erwähnung finden.
Gleich die erste Abhandlung bringt die Beschreibung des prächtig erhaltenen Skelets eines langgeschwänzten Pterodactylen aus dem lithographischen Schiefer, auf welches Meyer die neue Gattung Rhamphorhynchus gründete. Das schöne Stück bot Meyer Gelegenheit seine langjährigen Untersuchungen über die Pterodactylen in eine systematische Form zu bringen, die er auch in seiner spätem ausführlicheren Monographie über Reptilien des lithographischen Schiefers fast unverändert aufgenommen hat.
Auf die Entdeckung eines fossilen Vogels aus dem Schiefer von Glarus legte Meyer selbst einiges Gewicht, da mit dem Skelet des Glarner Protornis die Existenz von Vögeln in Ablagerungen nachgewiesen zu sein schien, die entweder der Kreide oder den ältesten Tertiärbildungen angehören sollten. Obwohl nun der Glarner Schiefer jetzt ziemlich hoch in die Tertiärformation hinaufgerückt wird und damit auch ein Theil des Interesses am Protornis schwindet, so war es dafür Meyer einige Jahre später beschieden zuerst eine Feder des Archaeopteryx aus dem lithographischen Schiefer zu beschreiben und damit den ältesten bis jetzt bekannten Vogel nachzuweisen.
Bei den Untersuchungen über fossile Salamandrinen und Frösche hatte Meyer mit besonderen Schwierigkeiten der Methode zu kämpfen. Eine Osteologie der Batrachier fehlt noch fast gänzlich. Von den Zoologen werden die Familien und Gattungen auf die Respirationsorgane, auf die Form und Beschaffenheit der Zunge und auf das Vorhandensein oder die Abwesenheit einer Schwimmhaut oder einer häutigen Ausbreitung der Extremitäten begründet. Derartige Merkmale sind für den Palaeontologen natürlich werthlos. Da es jedoch Meyer sowohl an Zeit, wie am genügenden Material gebrach, um ein so weitläufiges Werk, wie die Osteologie der Batrachier zu schaffen, so vermisst man an seiner Arbeit den gewohnten innigen Contakt mit den lebenden Formen. Für diesen Mangel bietet freilich die erschöpfende Schilderung der Entwickelungsgeschichte des Palaeobatrachus Goldfussi durch fast alle Larvenzustände bis zur ausgebildeten Form reichlichen Ersatz. Das schöne Material ist so sorgfältig geordnet und gesichtet, so gründlich beschrieben, dass einem spätem Monographen kaum mehr als die Mühe der Namengebung und der Einschaltung ins System übrig bleibt.