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ganzen Erdoberfläche mit besonderer Berücksichtigung jener des Muschelkalks, und liefert ein vollständiges Bild über die Organisation und Verbreitung der damals bekannten Thiere. Mit erschöpfender Ausführlichkeit sind die Gatt ungen Nothosaurus, Simosaurus, Pistosaurus und mehrere andere verwandte Formen bis in ihre feinsten osteologischen Details geschildert; die Kenntniss der Labyrinthodonten wird durch neue Beobachtungen erweitert; das Vorhan­densein von Pachypoden und Croeodilier in der Trias angedeutet und nur die damals noch für Fische gehaltenen Placodonten werden vermisst. Eine spätere in den Palaeontographicis veröffentlichte Monographie dieser Familie füllt jedoch diese Lücke aus. Bronn nennt mit Recht das Werk über die Saurier des Muschelkalks ein Muster von Gründlichkeit, erschöpfender V ollständigkeit und ängstlicher Genauigkeit,ein Werk, dem weder Frankreich noch England etwas ähnliches über fossile Wirbelthiere zur Seite stellen könne. Dem innern Wertheder Fauna der Vorwelt ist es auch allein zuzuschreiben, dass sie ohne alle fremde Unterstützung erscheinen konnte und sich trotz ihres hohen Preises den Absatz an alle öffentliche und viele Privatbibliotheken erzwang.

Zwei weitere Bände*) bringen die Beschreibung der Saurier aus dem Kupferschiefer, Zechstein und der Steinkohlenformation, der ältesten Reptilien, die Europa überhaupt aufzuweisen hat. Auf der Naturforscherversammlung zu Mainz im Jahre 1843 wurde von Meyer die Existenz von Sauriern in der Steinkohlenformation (oder richtiger in der Dyas) zum erstenmal nachgewiesen uud schon im Jahr 1857 war Meyer in der Lage eine Monographie über die Steinkohlen-Reptilien zu veröffentlichen, zu welcher ihm nicht weniger als 279 Individuen zur Untersuchung Vorlagen, von denen er die instruktivsten auf 15 Foliotafeln abbildete. Dieses Werk enthält nicht nur eine vollständige

Ö

Anatomie der beschriebenen Reptilien, sondern auch die ganze Entwicklungs­geschichte oder Ontogenie der Gattung Archegosaurus. Von keinem fossilen Reptil aus altern Ablagerungen besitzen wir auch nur annähernd eine gleich genaue Kenntniss. In systematischer und phylogenetischer Beziehung verdient

*) Die Keptilien der Steinkohlenfonnation tragen zwar nicht den Titelzur Fauna der Vorwelt, schliessen sich jedoch in ihrem Format, in der ganzen Ausstattung und in ihrem Inhalt vollkommen an die übrigen Bände an. Sie erschienen zuerst in einer gleich­lautenden Ausgabe in den Palaeontographicis.