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abgebildet. Nach Meyer berechtigen diese Thiere, wenn wir sie mit ihren Ana- logas der lebenden Schöpfung vergleichen, weder die Annahme eines tropischen Klimas während der Jüngern Tertiärzeit, noch die einer Austilgung der Arten durch plötzliche und gewaltsame Aenderuugen in den äussern Existenz­bedingungen. Mit dem letzten Satz stellt sich Meyer einer Lieblingsidee Cuviers entgegen und bekämpft durch seinen Ausspruch die Annahme von periodisch wiederkehrenden totalen Vernichtungen und ebenso umfassenden Neuschöpfungen. Für ihn trägt jeder Organismus die Gesetze seiner Entwick­lung in sich, die Arten und Gattungen besitzen eine prädestinirte Lebensdauer, nach deren Erfüllung sie unabwendbar dem Tod anheim fallen. Wir sehen hier ein vitalistisches Prinzip vertheidigt, dem schon vorher Männer wie Brocchi, Richard Owen und Unger ihre Zustimmung gewährt hatten. Mit der Descendenztheorie lässt sich dasselbe immerhin vereinigen und wenn sich Meyer auch niemals für die von Darwin so geistvoll erneuerte Lehre ausge­sprochen hat, wenn er weder in der natürlichen Zuchtwahl noch im Einfluss der äussern Lebensverhältnisse eine genügende Erklärung für die gesetzmässige Aufeinanderfolge der Organismen anerkannte, so darf er bei seinen Ansichten über Generatio aequivoca und über den vielfach in seinen Schriften angedeu­teten genetischen Zusammenhang der fossilen Wirbelthiere mit ihren lebenden Nachkommen doch keinenfalls zu ihren entschiedenen Gegnern gezählt werden. Die beifolgende Stelle aus einem Briefe an Bronn (Jahrb. 1847 p. 670) scheint meine Annahme einigermassen zu rechtfertigen. Es heisst da:Bei Vergleichung fossiler Geschöpfe sollte immer erst nachgesehen werden, ob nicht dieselbe Zeit Formen darbietet, welche dabei berücksichtigt zu werden verdienen; der Sprung aus einer erdgeschichtlichen Periode, ohne sich zuvor in dieser weiter umgesehen zu haben, gleich in die gegenwärtige ist bis­weilen mit der Gefahr verbunden, dass man den genetischen Zusammenhang, worin^ das Geschöpf mit andern steht, übersieht und so zu falschen Schlüssen verleitet wird.

Im zweiten Band der Fauna der Vor weit werden die Saurier des Muschel­kalks monographisch bearbeitet. 80 herrliche Tafeln, welche mit solcher Naturwahrheit nur die geübte Hand eines Naturforschers liefern kann, begleiten dieses Werk, zu welchem etwa 10 öffentliche Sammlungen und gegen 40 Pri­vatpersonen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich das Material geliefert hatten. Die Untersuchung erstreckt sich über die Saurierreste der Trias der

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