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Mastodonsaurus und Metopias beschrieben und abgebildet und die zoologische Stellung der neuen Familie ausführlich erörtert. Wegen des doppelten Gelenk­kopfes am Hinterhaupt, der breiten und niedergedrückten Form des Schädels, der Entwickelung der Keil-Flügel- und Gaumenbeine und der eigenthümlicken Stellung der Zähne werden die Labyrinthodonten ungeachtet ihrer riesigen Grösse von den meisten Palaeontologen zu den Batrachiern gerechnet. Meyer

erkennt das Vorhandensein von entschiedenen Froschmerkmalen bereitwillig an,

allein er sucht zu beweisen, dass die Anordnung und Form der Schädelknochen, die Lage der Nasenlöcher und Schläfengruben, die Körperbedeckung und eine Menge anderer Eigenthümlickkeiten weit mehr an die Croccdilier erinnern, und dass die Familie, wenn man nicht einzelnen Merkmalen ein überwiegendes Gewicht einräumen wolle, in ihrem Totalhabitus nähere Verwandtschaft zu den Sauriern, als zu den Batrachiern, besitze. Meyers Auffassung hat von verschie­denen Seiten Widerspruch gefunden, die Genauigkeit seiner Einzelbeachtungen dagegen hat allen Ein würfen gegenüber siegreich das Feld behauptet. Die mit Plieninger herausgegebenen Beiträge, in denen Meyer weitaus den wich­tigsten Antheil des Textes, ausnahmsweise aber nicht auch die Tafeln über­nommen hatte, enthalten noch bis heute die umfassendste und eingehendste Grundlage für die Kenntniss der Labyrinthodonten.

Unter den selbstständigen Werken Meyers nehmen die 5 prachtvoll aus­gestatteten Bände derFauna der Vorwelt unstreitig den ersten Rang ein.

Der erste Band enthält eine Beschreibung der fossilen Säugethiere, Vögel und Reptilien aus dem Molassemergel von Oeningen mit 12 meisterhaft ausgeführten Tafeln. Der Süsswassermergel von Oeningen spielte von jeher eine grosse Rolle in der Geologie, hatte doch Scheuchzer in ihm die Reste des vorsündfluthlichen Menschen zu entdecken geglaubt. Auch dann, als sich dieser homotristis diluvii testis in einen gewaltigen Riesensalamander verwandelt hatte, fesselte Oeningen die Aufmerksamkeit der Forscher durch seinen erstaunlichen Reichthum an Land- und Süsswasserbewohnenden Pflanzen und Thieren. Die Flora hat Heer in einem besonderen Werke dargestellt, während Meyer die 3 obersten Abtheilungen der Wirbelthiere zum Gegenstand seiner Monographie wählte. 4 Säugethiere, 2 Schildkröten, 7 Batrachier und Ich- thyoideen, unter den erstem der berühmte Andrias Scheuchzeri und drei Schlangen werden nach ziemlich vollständigen Skeleten beschrieben und