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Macruren und Brachyuren und veröffentlichte in verschiedenen Zeiten eine Reihe von wichtigen Abhandlungen über die Gattungen Pemphyx, Eryon, Glyphaea, Prosopon, Cancer, Xanthopsis u. A. Diese und mehrere grössere und kleinere Aufsätze über Crinoideen, Asteriden und Cephalopoden beweisen, dass Meyer keineswegs einseitiger Specialist war, sondern sich mit den verschiedenen Zweigen der Palaeontologie vertraut erhielt.

Die fossilen Säugethiere und Reptilien waren übrigens stets die bevor­zugten Lieblinge Meyers. In mehr als 100 Mittheilungen im neuen Jahrbuch von Leonhard und Bronn, die sich auf die Jahre 183068 vertheilen, werden meist in der Form von Briefen, die Resultate seiner ununterbrochenen Unter­suchungen veröffentlicht, deren Detailbeschreibung gewöhnlich in spätem mit Tafeln versehenen Abhandlungen folgte. Die Briefe an Bronn und später an Geinitz liefern somit eine förmliche wissenschaftliche Biographie ihres Autors.

Die Reptilien aus der Triasformation boten Meyer zu wiederholten Malen Veranlassung zu grossem monographischen Arbeiten. Würtemberg war es vor­nehmlich, dessen Reichthum an derartigen Ueberresten fast unerschöpflich schien, denn kaum war eine Untersuchung abgeschlossen, so erheischten neue wichtige Funde die abermalige Aufmerksamkeit.

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Sein erstes grösseres, mit Pliening er herausgegebenes Werk über die fossilen Wirbelthierreste der Würtembergscken Trias beschäftigt sich haupt­sächlich mit der merkwürdigen Familie der Labyrinthodonten. Schon im Jahre 1837 hatte Meyer an fossilen Saurierzähnen aus der Trias eine sonder­bare Einstülpung der Cementsubstanz wahrgenommen. Die äussere Cement- hülle bildet zahlreiche fast bis zum Centrum des Zahnes reichende Falten, die durch ihre starken wellenförmigen Windungen dem Querschnitt des Zahnes eine labyrinthische Verzierung verleihen. Richard Owen hatte später dieselbe Entdeckung ganz unabhängig an Zähnen aus der englischen Trias gemacht und für dieselben das Genus Labyrinthodon gegründet. Meyer war durch sein reiches schwäbisches Material bald in der Lage zu beweisen, dass diese labyrinthische Zahnstruktur ein vielen Triassauriern gemein­sames Merkmal sei, und dass diese eine vortreffliche natürliche Familie bilden, welcher er den Namen Labyrinthodonten beilegte. Mit gewohnter Genauigkeit werden Schädel und einige spärliche Skelettheile der Gattungen Capitosaurus,