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len, welche schon bcy ihrem Sonnen-Aufgang sehr dunkelgrau sind und bey höherem Stand der Sonne erst schwarzgrau werden, und in Allem unfern Schwarzwäldern gleichen, in denen GraSflächen cingcsireut sind. Hierher gehören vorzüglich zwey Mondflccken, davon der eine mehr als zur Hälfte ein sanfthügliches Land vorftcllt, zum Theil aber in einem kolossalen Kunstbau umgewandelt ist; der andre aber in zwey gekrümmten Gebirgszügen besteht, welche immer schwarzgrau erscheinen, wie unsre mit Tannen bcwachsuen Voralpen.
Die zw ey tcGattung bcgrc'fteine fast unzählbare Menge solcher dunkeln Flecke, welche einige Stunden oder Tage vor dem Neumonde recht auffallend abbleichen, dann nach dem darauf erfolgten Mond- winter, aus dem Schatten der Mondnacht noch ganz abgcblcicht und graulichweiß hervor kommen und allen Beleuchtungsgesetzen zuwider, sich immer mehr verdunkeln, je höher sich die Sonne über ihren Horizont erhebt und zulczt ganz schwarzgrau werden, wenn sie 8 — io Tage von der Sonne beschienen worden sind, um endlich wieder ganz zu erbleichen, wenn die Sonne anfaugt, ihnen ihre Strahlen zu entziehen.
Die dritte Gattung ßehört zu jenen großen Mondsflächen, welche noch jezt Meere oder Buchten heißen; denn auch diese blassen einige Stunden oder- Tage recht auffallend ab, wenn sich die Sonne zur Nacht des Mondes neigt, oder vielmehr, wenn sie untergeht. Und so blaß, ja noch viel blässer kommen sie auch, in der Regel, wieder aus der Mondsnacht heraus, wenn nicht eben ein dünner Nebel ihre Gesilde bedeckt.
Diese drey Gattungen Vegetation sind eben so viele Pflanzen -Physiognomiken und deuten zm gleich auf besondre Climata.
Die ^Vegetation des Mondes reicht im Süden bis 550 und im Norden bis 65 °. Weiterhin ge- : gen die Pole läßt sich durch die Farbe nicht das Geringste unterscheiden, was auf Vegetation gedeutet werden könnte; denn diese Äonen haben zu allen Zeiten eine solche blendende Weiße, daß Gr. oft versucht ward, hier Schnee anzunehmen.
2. Spuren animalischer Wesen auf dem Monde.
Diese können keine andern seyn, als solche, welche auf eine Veränderungsart einzelner Dinge auf der Mondoberfläche zu schließen nöthigcn, wozu der Natur, außer der Wirkung der W i l l k ü h r durchaus keine a n d e r n Mittel zu Gebote stehn.
Nun sieht Gruithuysen mit seinem fünffüßigen Frauenhoferschen Fernrohre, welches 4 Zoll Oeffnung hat, fast in allen angenommenen Meeren und den dunkler« Ebnen bestimmte E i n- furchungen, deren sich ebenfalls dreyerley Arten unterscheiden lassen.
Die erste Art enthält die Schluchten. : Sie sind zum Theil schon mit schwachen Fernrohren zu sehen. Gr. findet cs wahrscheinlich, daß diese Klüfte durch Verwitterung und fließende Wasser größtentheils mit Bergschutt ausgefüllt sind.
Die zweyte Art sind die den Flußarmen und Betten äußerst ähnlichen Gebilde.
Zur dritten Art gehören alle jene höchst seichten, nur mit sehr starken Fernrohren, bcy sehr guter Luft mifm Atmosphäre und bey besondrer Heiterkeit der Oberfläche des Mondes sichtbaren und, wie es scheint, gar wenig unter die vegetabilische Decke eingreifenden Einfurchungeu auf den Ebnen des Mondes. Ihrer sind ausnehmend viele; darunter mehrere, wie durch holländischen Canalbau zusammenmündende Furchen,
- andre in Quadrate gctheilt.
Von den Gefilden, durch welche diese Furchen ziehen, hat Gr. Manches wahrgcnommen. Unter andern: „ich sah nordwärts von dem noch nicht aus der Nacht hervorgekommnen Tob. Mayer an der Lichtgränze zu Etwas, wie feinen, zottigen Sammt; welche Erscheinung nur - ein Palmwald oder ein Feld voll Riesenfarrenkräuter hervorbringen kann, die also wie unsre Urpflanzen gigantischer Art in Sümpfen stehen."
„Ohne nun grade," fährt Gr. fort, „deßhalb das, was ich über dieses höchst merkwürdige Phänomen urtheilend niedcrschrieb, für mehr als eine Wahr-