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Nro. 131.

H e s p e r u s.

Dienstag i. Juni 1824. >

Die kolossale Stadt im Monde.

(Mit einer kleinen Abbildung.)

Hier haben die Leser sie im Bilde vor sich. Etwas also muß an der Sache seyn und Res. gesteht gern, daß er dieß nicht glaubte, als er die erste Nachricht da­von las. Er hielt sie mehr für eine Phantasie- Schöpfung als für etwas Reales. Jezt nachdem er DoctorGruithuysens * **) >) Abhandlung im zweyten Heft des Archivs für die gesammte Natur­lehre ö ®) gelesen, glaubt er, daß sich die Idee doch etwas mehr zur wissenschaftlichen Thatsache begründet habe. Auf alle Fälle weiß Hr. Dr. Gr. viel mehr vom Monde und hat ihn langer, genauer und besser beobachtet als Ref. und viele der Leser. Dadurch hat er in seinen Ansichten einen großen Vorsprung vor allen Zweiflern und Ungläubigen voraus und er dürfte wohl manche durch den Verein fti-

*) Seine Beobachtungen über Venus und Mer­kur findet Wan in den IW. Act. Caes. Leop. Car. Nat. cur. T. X. Statt der den Tschimborasso siebenmal übertreffenden Bergriesen in der Venus, nimmt er eine Menge kleiner Berge um den Südpol an, halt die lichten Punkte eben daselbst für Inseln mit Schnee-und Eismassen und das Dunkle für Meer. Alles sey dort mit Schneege­wölk bedeckt, dessen Niederschlag die Polarkalte verhindere.

**) In Verbindung mit mehreren Gelehrten heraus­gegeben von Dr. K. W.G. Kästner. B. l. Heft lz. Mit Steindrucktafeln. Nürnberg, Schräg. 1324. (Das wir hiermit vorläufig empfehlen und noch besonders davon reden werden.)

ner Raisonnements und Beobachtungen, wovon wir das Wesentlichste mittheilen wollen, gewinnen.

Die Hauptsache ist, die Wirklichkeit orga- nisirter und lebender Wesen uns in der Wahrscheinlichkeit möglichst nahe zu rücken.

i. Vegetation auf der Mond-Oberfläche.

Erwiesen ist, daß der Mond Wolken und Nebel hat; folglich kann es an Wasser nicht feh­len, einer Hauptbedingung zur Vegetation.

Leztere verräth sich auf Erden am leichtesten durch die grüne Farbe. Aber wie weit, oder viel­mehr, wie nahe? In einer Entfernung von 2 Mei­len verschwindet schon für uns das Grün der Tan­nen, von 4 Meilen verwandelt cs sich in Schwarz. Auf 10 Meilen weit erscheint der hell belaubte Baum schon ganz grau, wie ihn auch Maler darzustellen pflegen. Um wie viel mehr also diese Farben-Aen- derung im Monde l

Schröter und Gruithuysen sahen öfter,' wenn die dreyzehntägige Nacht und harte Winters­zeit des Mondes vorbey war, an den sonst am Tage dunkelsten grauen Stellen, veränderte braune oder fahlgelbe Farben. Schröter schloß aus diesem Farbcnwechsel, so wie Gr., auf Vegetation.

Der Mond hat zweyerley Gattung dunkler Flecken und eine dritte Gattung grauer Landflccken, deren Erscheinungen sich einzig und allein durch Vegetationsprocesse genügend erklären lassen.

Die erste Gattung betrifft solche dunkle Stel,

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