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sehr verdiente und allgemein geschazte Hr. vr. Ol- bers in Bremen, auf der 17Z. Seite von Kästners Archiv in folgenden Worten sagt:
„Weder im Possrdonius, noch im Gassen- „dus, noch sonst irgendwo im Monde, habe ich „Nebelbedcckungen gesehen, noch überhaupt irgend „eine Veränderung in den Mondflecken wahrgenom- „men, die man nicht aus den verschiedenen Er- „leuchtungswinkeln und Librations-Verhältnissen er- „klären könnte. Eben so wenig weiß ich anzugeben, „was die im Ringgebirge durchsetzenden Rillen „sind, und muß gestehen, daß ich bey dem, was „man von Flußbetten oder gar Festungswerken „u. s. w. im Monde bemerkt haben will, immer „fürchte, eine lebhafte Einbildungskraft möge wohl „zuweilen etwas mehr gesehen haben, als das „Fernrohr eigentlich zeigte."
In Folge einer Aufforderung niedergeschriebe» und mitgctheilt von
Wilhelm Gotthelf Lohrmann, Inspektor bey der K. S. Kameral- Vcrmessung.
Neuere^deütWe 'LlteraruL.
1. Deutsch es Museum.*) Unwillkürlich erinnert diese neue Zeitschrift an eine sehr interessante, literarische Erscheinung, welche vor 43 Jahren unter gleichem Titel, glanzend als Stern erster Größe am Journalisten- Firmament aufzog, immer höher stieg und endlich in mehreren zusammenstvßenden Einwirkungen, hauptsächlich auch im Ueberzewicht des polittschen Geistes, der jeden andern verdrängte, seinen Untergang fand. Die Veranlassung war ein Encyklopädisches Journal, wozu der Buchhändler Bärstecher in Cleve die Idee gefaßt, und dessen Redaktion 1774 der nachmals so berühmt gewordene Dohm übernahm. Verleger und Redakteur müssen vereint das Ihrige thun, wenn sich ein Journal halten soll. Bärstecher machte Bankrott und mit der Zeitschrift in dieser Form hatte es ein Ende. Aber der Geist war deßhalb nicht entwichen. Der speculirende Weigand in Leipzig wußte ihn aufzufassen, und B 0 j e und D 0 h m zur Redaktion des deutschen Museums ,776 zu bewegen, an welches in ganz gleicher Tendenz, jedoch in etwas andrer Manier, nicht volle io Jahre später, das erst von G o e-
*) Herausgegeben von Ernst Münch, in Verbindung mit deutschen, schweizerischen und eisäsuschen Gelehrten. I. B. 1 ftes Heft. Vivitur ingenio, caetera mortis erunt. Frepburg, Wagner 1824.
ringk, später vom Freyherr von Vlbra redigirte, Journal von und fürDeutschlandsich anschloß, das auch nach und nach thetls veraltete, theus durch die Menge neu entstandener politischen Zeitschriften verdrängt ward. Beyde wollten Deutschland mir sich selbst bekannter und ain'merklamer auf ferne Verfassungen, seine tnnera und äußern Verhältnisse machen, den public spirit zu wecken, statistische Da!« und Untersuchungen zu geben und zu veranlassen suchen. '
Das neue deutsche Museum nimmt eine etwas andre Richtung. Es will zuvörderst mit der Flachheit, Polemik und Politik so mancher andrer Zeitschriften nichts gemem haben; sondern- für Wahrheit, Wissenschaft und Vaterland mit Ernst und Würde wirken, doch mit Ausschluß der Mathematik, Physik, Jurisprudenz und „ephemeren Belletristik." Die Geschickte »oll als Haupiseld cultivm werden, aber auch specu atioe Philosophie. Ueber- setzungen allerer und neuerer Klassiker, ungedruckte Briefe merkwürdiger Männer, Denk- und Flugschriften, Berichte über Akademien, geieorte Gesellschafts-Institute rc. werden ebenfalls versprochen und noch bedeutende Erweiterungen dieses Kreises zugesagt.
Wer wollte solcher Tendenz nicht seinen Bevsall geben? Und der Herausgeber hat sich durch seinen Hutcen, Slckingen, ieme Heerzüge gegen vre Osmanen und Gejchichte der spanischen Corres schon als Manu von hellem, deutschem Geist gezeigt, dem es Ernst ist, für höhere Zwecke rein zu wirken, und welchem wir daher die kräftigste Unterstützung von recht vielen, tüchtigen Mitarbeitern und von dem soliden Theile des Publikums wünschen.
Nack dem ersten, vor uns liegenden Heft allein kann unmöglich Werth und Gehalt der folgenden vermnldet werden. Aber es entspricht dem zugesagren Ernst und beginnt m:t einem Bruchstück aus der sehr selten gewvrd- nen Abhandlung Agrrppa's von Nettesheim de in. cerlitudine et vanitale scientiarum. Dann folgt Menzels Charakteristik des alkgermanischen Lebens, so reich an Paradoren und ergentlrcken Ansichten, daß ein Doktorat der Geschichte, wenn es errstirte, darum auf hundert Jahre hinaus Stoff zu Disputationen fände. Sre müssen allerdings auf ,ein größeres We-ck sehr begierig machen, da man fast zweifeln möchte, ob ihm ihre Durchführung überall gelingen kann.
Schade, daß die gelehrte, gründliche, interessante Abhandlung Deubers über den Pfaizgraft» Hermann von Stahlek abgebrochen ist.
Aus des Herausgebers Franz von Sickingen abermals ein interessantes Bruchstück, dergleichen schon diese Blätter früher gegeben haben.
Die Herausgeber der Werke Napoleons machen wir auf ein Schreiben desselben vom rz. August 1813, wahrscheinlich an Berthier ger-ckrer, aufmerksam. Es ward bev Waterloo m einem der Wagen gefunden.
Des würdigen, verewigten Wankers peben, nach H u g, wird man mrt Vergnügen le-en.
Ueberwtzungs - Proben: P1 n v a r s jweyte olympische Ode von Deuber und em'.ge Sonette Petrarchs machen den Schluß.
___(Der Beschluß folgt.)
Beylage: Inhalts - Anzeige vom Monat Juni.
Verlegt von der I. G. Cott-'scheu Buchhandlung. Verantwortlicher Redakteur C. C. Andre.